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Die zitternde Frau. Eine Geschichte meiner Nerven Gebundene Ausgabe – 16. Januar 2010

3.4 von 5 Sternen 17 Kundenrezensionen

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Siri Hustvedt, geboren in Northfield, Minnesota, studierte Literatur an der New Yorker Columbia University und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lehrt an der psychiatrischen Abteilung des Weill Medical College in Cornell und lebt in Brooklyn. Bislang hat sie sechs Romane publiziert, mit Was ich liebte hatte sie ihren Durchbruch. Zugleich ist sie eine profilierte Essayistin. Bei Rowohlt liegen von ihr die Essaybände "Leben, Denken, Schauen", "Nicht hier, nicht dort" und "Being a Man" vor. Zuletzt erschienen die internationalen Bestseller "Die zitternde Frau" und "Der Sommer ohne Männer".


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Format: Gebundene Ausgabe
Während die schöne Siri Hustvedt an einem blauen Maientag im Jahr 2006 in Minnesota anlässlich der Einweihung einer Fichte zu Ehren ihres vor zwei Jahren verstorbenen Vaters eine Gedenkrede hält, befällt sie ein unerträgliches Zittern und Schlottern der unteren Gliedmaßen. Ihr Vater war Professor am St. Olaf College. Das krampfartige Zittern vom Hals abwärts ist nicht zu beherrschen. Die Mutter erlebte als Zuhörerin ihren Zustand, als wohne sie einer Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl bei. Für das Glamourpaar der New Yorker Intellektuellenszene, den Schriftsteller Paul Auster und seine Frau Siri Hustvedt, bedeutet ihre Erkrankung eine massive Herausforderung. Gelegentlich erlebt sie bei späteren Vorträgen und Lesungen erneute Zitteranfälle.
Auf der Suche nach Erklärungen für ihren unwürdigen und desolaten Zustand bemüht Siri Hustvedt alle ihre bisherigen Studien zur Psychopathologie von Geist, Körper und Seele. Einer Archäologin der Seele gleich begibt sie sich auf die Suche nach den Ursachen ihrer Krankheit.
Ihr vorliegendes Buch über ihre eigene Erkrankung gleicht einem Sachbuch zum Thema Psychopathologie von körperlich nicht diagnostizierbaren Störungen. Sie befasst sich mit der Diagnose "Hysterie" und mit den Merkmalen von Konversionssymptomen und liest einschlägige Fachliteratur.
Dabei kommt sie zu dem Ergebnis,"... dass Hysterie eine systemische Spaltung sei, die es einem abtrünnigen Selbst erlaubt, sich ohne Führung davonzumachen." Unter dem Gesichtspunkt, dass Umwelteinflüsse Störungen herbeiführen können, fragt sie sich gleichzeitig, warum "...
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Format: Gebundene Ausgabe
Wenn der geneigte Leser nicht achtgibt, wird er von der Atemlosigkeit der Autorin derart in Trance versetzt, dass er sich beinahe willenlos über all die scheinbaren Tatsachen und Gültigkeiten des Textes hinwegschleifen lässt. Mit dem Geist habe ich es daher gar nicht zuerst bemerkt, sondern mein Gefühl, das nur noch trotzig und widerwillig folgen wollte meldete Skepsis an. Frau Husvedt hat viel gelesen und glaubt zu verstehen; doch in ihrem Buch wimmelt es von Ungenauigkeiten. So nimmt sie 0,5 mg Lorazepam ein um das Zittern während ihres Vortags im "Prada" prophylaktisch zu vermeiden. Es geht gut, der Zitteranfall bleibt aus und nun folgt eine wirre Erklärung, warum dies nicht zweifellos eine Epilepsie ausschließen könne. Denn, so schreibt sie, würde man auch einem Epilepsiekranken schließlich Valium verabreichen......Valium wird zwar in der Therapie der Epilepsien genutzt, aber weder phasenprophylaktisch noch mit der Dosierung von 0,5 mg (es sei denn, es handelt sich um einen Säugling). Dann liest sie ein bisschen was über Trauma und Dissoziation und glaubt von nun an nicht nur, dass sie verdrängt (was nicht Dissoziation ist), sondern auch, dass sie unter einer pathologischen Trauerreaktion leidet; bis dahin folge ich noch, wenn auch zögernd. Aber dann schießt sie den Bock ab und beschließt fortan von Konversionsstörungen heimgesucht worden zu sein und sich gar in verschiedene Personen aufgespalten zu haben! Als von einer DIS betroffenen Leserin muss ich sagen, dass ich an dieser Stelle wirklich selbst von heftigem und unaufhörlichem, aber absolut gerechtfertigten Kopfschütteln befallen wurde, welches auch auf den nachfolgenden Seiten bis zum Ende in unregelmäßigen Abständen wieder aufgetreten ist. Ich kann aber Lesern denen es ähnlich ergeht, glaubhaft versichern, dass dieses Phänomen reversibel ist!
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Von Carla HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 10. Februar 2010
Format: Gebundene Ausgabe
Als Siri Hustvedt drei Jahre nach dem Tod ihres Vaters auf dem Campus seiner ehemaligen Universität eine Gedenkrede halten soll, beginnt ihr Körper plötzlich zu zittern. Sie spricht ganz normal weiter, ohne in Panik zu verfallen, denn das Zittern betrifft nur ihren Körper - vom Hals an abwärts. Das Zittern wiederholt sich - fast immer anlässlich von öffentlichen Reden, die meist etwas mit ihrem Vater zu tun haben.
Anlässlich der Zitteranfälle begibt sich die Autorin und Literaturwissenschaftlerin auf die Suche. Sie liest neurologische, psychiatrische und psychoanalytische Fachliteratur und lässt Erkenntnisse aus den Wissenschaften in ihre Ausführungen einfließen. Zusätzlich greift sie zahlreiche Beispiele aus der Literatur auf (z.B. Dostojewski etc.) und verflicht Fallbeispiele aus der (Fach)Literatur mit ihrer persönlichen Geschichte. Schritt für Schritt nähert sie sich der "schlotternden Frau" an und steht nicht selten vor ganz großen existenziellen Fragen nach unserer Identität u.ä. "Wer sind wir?" Diese Frage steht im Mittelpunkt dieses Buches. Gänzlich wird man diese Frage wohl nie beantworten können und das ist auch gut so. Zum Schluss steht für Hustvedt, die von den Ärzten keinerlei "verlässliche" Diagnose aufgetischt bekommt (MRT zeigt keine Veränderungen an etc.), fest: "Ich bin die zitternde Frau" - eine scheinbar einfache Feststellung, die in ihrer Aussage allerdings fundamental ist. Die zitternde Frau ist nicht etwa eine Krankheit, die einfach wegkuriert werden kann, sondern ein wichtiger Teil ihrer Identität.

Hustvedts Betrachtungen sind klug und faszinierend.
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