Als Mensch, der nicht nur Sonntags ein Christ ist, erwartete ich eigentlich eher was Blasphemisches. Das erste Drittel des Buches hat mich dann mehr als angenehm überrascht: Urkomisch, saukomisch, wirklich, ich war begeistert. Die Person Jesus wird von seinem Kumpel mit so viel Warmherzigkeit und Liebe geschildert, das alte Galiläa scheint richtig gut recherchiert und kommt sehr lebendig rüber.
Leider hab ich es dann nicht gleich zu Ende gelesen, sondern vor lauter Begeisterung gleich mehrfach gekauft und zu Weihnachten verschenkt. Das hätte ich mal nicht machen sollen. Nach dem ersten Drittel (wenn die Geschichte den Boden der biblischen Fakten verlässt), wird es - natürlich - spekulativ. Aber so wüst und abstrus und zäh, das man die Lust am Weiterlesen verliert. Selbst meinem Neffen, der vom christlichen Glauben eher unbeleckt ist, erging das so.
Im dritten Teil wird es dann für einen Christen richtig traurig. Die Menschen und Ereignisse rund um Jesus vor der Kreuzigung sind wieder sehr lebensnah und spannend geschrieben und die trockenen Bibelverse bekommen eine ganz neue Lebendigkeit. Aber leider hat der Autor den Kern des Christentums nicht nur nicht begriffen, sondern absichtlich oder unabsichtlich komplett verfälscht. Es geht nicht darum, ein guter Mensch zu sein, weil "der göttliche Funke in uns allen ist". Das ist Buddhismus, nicht Christentum. Es geht um die Wiederherstellung der Gemeinschaft des Menschen mit Gott. Gott selbst nahm in der Person Jesu bewusst und freiwillig die Folgen der Abkehr der Menschen von Gott auf sich. Unter Berufung auf diese Tat kann der Mensch wieder vor Gott treten und ihn als liebenden Vater und nicht als Richter erleben. Und die Auferstehung setzt unter diese Tat das Siegel Gottes.
Weil es ja eine lustige Geschichte sein sollte, hat der Autor diesen letzten und wichtigen Teil eher kurz und seltsam schwammig gehalten; Biff macht sich vor der Kreuzigung davon. Schade, denn die Geschichte geht doch in Wirklichkeit richtig gut aus und die Sache mit der Auferstehung hätte doch wieder viel lustiges Potential gehabt.
Das erste Drittel des Buches kann ich uneingeschränkt empfehlen. Den Rest leider gar nicht.
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Dunkeltot, wie deine Seele
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