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Der wilde Osten: Fünfzehn Missverständnisse über China und die Chinesen (Deutsch) Broschiert – 1. Dezember 2004

5,0 von 5 Sternen 1 Sternebewertung

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Produktinformation

  • Originaltitel : Het andere Oosten
  • Broschiert : 268 Seiten
  • ISBN-10 : 300015051X
  • ISBN-13 : 978-3000150517
  • Größe und/oder Gewicht : 13.6 x 2.9 x 20.9 cm
  • Herausgeber : local global; 2. Auflage (1. Dezember 2004)
  • Sprache: : Deutsch
  • Kundenrezensionen:
    5,0 von 5 Sternen 1 Sternebewertung

Produktbeschreibungen

Klappentext

..." Ein niederländischer Geschäftsmann kam mit einem Handelsunternehmen aus Schanghai ins Geschäft und besuchte das Büro dieser Firma einige Wochen nach Beginn der Zusammenarbeit. Für eine Blumenlieferung an die niederländische Firma musste noch ein Lieferschein unterzeichnet werden, den der Geschäftsmann bei seinem Besuch aber nicht dabei hatte. Da öffnete der chinesische Partner eine Schublade und zog einen Blankobogen mit dem Briefkopf der niederländischen Firma hervor. "Wenn Sie mal eben unterschreiben wollen", forderte er seinen verdutzten Geschäftspartner auf. In der Schublade lagen noch weitere Blankobögen mit den Briefköpfen anderer Geschäftspartner. "Wie lassen die Bögen provisorisch anfertigen", sagte ihm der Chinese, ohne mit der Wimper zu zucken. "falls wir mal eine Rechnung oder einen Lieferschein benötigen." ...

Hohe Wachstumszahlen locken viele Unternehmen nach China. Doch in keinem Land der Welt liegen Chancen und Risiken so eng beieinander. Wer in China Erfolg haben will, muss eines lernen: China ist anders. Und es ist vor allem immer wieder anders. Dieses Buch ist Pflichtlektüre für alle Unternehmen, die ihr Glück in China wagen wollen.

Tuinstra hat ein unbeschreibliches Gespür für feine Details, die das China-Geschäft zum Abenteuer machen. Mit zahlreichen Anekdoten erklärt der Niederländer warum mancher westliche Business-Plan nicht aufgeht, der des Partners aus China aber schon

Fons Tuinstra (*1955) lebt seit neun Jahren als Journalist in Schanghai. Dort arbeitet er unter anderem für die Asiaweek und die South China Morning Post. Er ist Herausgeber von cbiz.cn, dem größten E-Mail-Service für Business-News über China.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ehrlich währt nicht am längsten

„Ehrlich währt am längsten“, lautet ein Sprichwort bei uns im Westen. Bei der Wahrheit zu bleiben, gilt als höchste Tugend. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass diese Tugend in China kaum als solche wahrgenommen wird. Das Bedürfnis nach Wahrheit ist in China viel weniger ausgeprägt, deshalb kann man als wahrheitsliebender Ausländer schon mal in Bedrängnis geraten. Chinesen erwarten überhaupt nicht, dass man immer ehrlich zu ihnen ist und fragen sich verzweifelt, warum Ausländer sich selbst so viele Probleme bereiten, indem sie immer die Wahrheit sagen. Bei Zusammenkünften ausländischer Geschäftsleute in China wird das Thema ‚Lug und Trug’ oft besprochen. Die Kluft zwischen dem, was die Ausländer von ihren chinesischen Geschäftspartnern, Angestellten oder Regierungsbeamten zu hören bekommen, und den wirklichen Umständen ist oft abgrundtief und sorgt für permanenten Gesprächsstoff.

„Wenn ich meine Angestellten frage, ob sie ihr Umsatzziel erfüllt haben, dann behaupten sie, sie hätten es zu 100 Prozent erfüllt, obwohl ich auf den ersten Blick sehen kann, dass sie bei ungefähr 90 Prozent liegen“, beklagt sich Ari van der Steenhoven von DSM China. „Sie wissen, dass sie nicht die Wahrheit sagen, aber sie denken, dass sie damit durchkommen und es vielleicht nicht auffällt.“

Vor allem unerfahrene ausländische Manager scheitern oft, weil sie sich auf Aussagen ihrer Mitarbeiter verlassen. „Ich prüfe alles noch einmal selbst nach. Das sollte man in jedem Fall tun“, sagt Ari van der Steenhoven. „Man sollte versuchen, mit den Leuten ein gutes Verhältnis aufzubauen. Das kann zwar Jahre dauern, aber irgendwann sind sie dann ehrlich zu einem.“ Junge Manager, die neu in China sind, beklagen sich sehr häufig über die Lügen ihrer Mitarbeiter, sagt Steenhoven. Es dauert ein bis drei Jahre, bis man in China sein eigenes Netzwerk aufgebaut hat und den Leuten vertrauen kann. Das ist oft genau der Zeitrahmen, den Manager großer Betriebe in China verbringen, bevor sie wieder in ein anderes Land versetzt werden. In den Gesprächen, die ich mit Ausländern für dieses Buch führte, reagierten alle sehr zögerlich auf meine Frage: „Lügen die Chinesen viel?“

Der Anwalt Mark Schaub vertraut zwar den Informationen, die er bekommt, prinzipiell, prüft sie aber immer nach. Schaub: „Es passiert oft, dass Informationennicht vollständig weiter gegeben werden. Behauptungen entsprechen zwar nicht immer der Wahrheit, aber zwischen diesen und vorsätzlichem Lügen gibt es noch einen subtilen Unterschied. Die Leute hier lügen einen nicht etwa aus Missgunst an, sondern weil sie meist denken, dass sie einem damit einen Gefallen tun.“ „Chinesen neigen eigentlich nicht zum Lügen“, meint der Brite Chris Torrens, der beim Marktforschungsinstitut Access Asia arbeitet. „Sie gehen eher etwas sparsamer mit der Wahrheit um, wodurch sie öfter lügen als nötig. Sie sind sich des Zwiespalts durchaus bewusst, und eigentlich wollen sie auch niemanden betrügen, denn das widerspricht ihrem Ehrgefühl. Sich an Verpflichtungen zu halten, gehört auch in China zu den sozialen Normen.“ „Ich denke nicht, dass die Chinesen mehr lügen als die Amerikaner“, behauptet James!
Farrer. „Aber sie lügen anders und deshalb fällt es Menschen aus anderen Kulturen eher auf. Chinesen machen niemandem gern harte Vorwürfe, schon gar nicht, wenn sie den Betreffenden nicht gut kennen. In China, wie auch in Japan, sind Kritik und Ehrlichkeit eine Form der Intimität, die nicht mit Außenstehenden geteilt wird. Für Chinesen steht die Loyalität der Familie und Freunden gegenüber an oberster Stelle und ist viel wichtiger als allgemeingültige Prinzipien.“

China hat mit einem Kommunikationsproblem zu kämpfen, nicht allein zwischen dem Land und der Außenwelt, sondern auch im Land. Die Kommunikation selbst ist nicht das Problem, denn die Chinesen finden immer ein Thema, über das sich klatschen lässt. Das ist quasi der nationale Volkssport. Vielmehr fehlt es an Glaubwürdigkeit – vor allem bei den offiziellen Medien.

Die chinesische Regierung kennt aber durchaus Mittel und Wege, um das Verhalten ihrer Bevölkerung zu manipulieren, auch wenn glaubwürdige Kommunikationskanäle fehlen. Wenn Themen sich zu politisch heißen Eisen entwickeln, führt die Regierung mit Hilfe der Massenmedien Kampagnen durch. Mit mehr oder weniger harter Hand zwingt der Staat die Menschen dazu, ihr Verhalten zu ändern. Ob die Bevölkerung wirklich überzeugt ist, scheint weniger wichtig zu sein. Sie tut einfach, was die Regierung von ihr verlangt, denn es handelt sich ja schließlich um ein wichtiges politisches Thema, und man will außerdem Konflikte mit der Obrigkeit vermeiden.

So führte die Verwaltung Schanghais einen erfolgreichen Kampf gegen das Verkehrschaos. Als ich gerade nach Schanghai gekommen war, habe ich oft stundenlang an Kreuzungen gestanden und erstaunt die Menschenmassen beobachtet, die sich, meist auf dem Fahrrad, durch die engen Gassen quetschten. Zu dieser Zeit erschienen auch immer mehr Autos auf dem schanghainesischen Straßenbild. Für die meisten Schanghainesen war der Autoverkehr eher ungewohnt und hinzu kam, dass viele der frischgebackenen Autobesitzer fuhren, als säßen sie auf dem Fahrrad. Die chinesische Art des Fahrrad fahrens weicht im Übrigen stark von der uns bekannten ab. Chinesen gucken beim Fahren starr geradeaus und versuchen jeden Blickkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern zu vermeiden. Nach hinten oder zur Seite zu sehen ist völlig ungebräuchlich. Sobald man jemanden nicht mehr ignoriert, muss man ihn ja schließlich berücksichtigen, und gerade das wollen die meisten tunlichst vermeiden. Das Ziel ist es, so lange wie möglich geradeaus zu fahren, bis es nicht mehr geht. Man guckt weder nach rechts noch nach links, und wenn man einen Unfall verursacht, heißt es: Augen geradeaus und schneller treten!

Dass der Schulterblick eine wichtige Erfindung ist, lernten die Autofahrer erst nach und nach durch eine Vielzahl an Unfällen. Auch die Stadt Schanghai betrieb vermehrt Verkehrspolitik und trug entscheidend dazu bei, dass die Fahrgewohnheiten sich verbesserten. Nicht nur die Infrastruktur wurde immer besser, auch die Verkehrsregeln wurden immer weiter entwickelt und deren Beachtung kontrolliert. Viele Verkehrspolizisten zierten das Straßenbild und brachten die Autofahrer mit Hilfe von Strafzetteln und anderen Maßnahmen schließlich auf den rechten Weg. Vor allem die Taxifahrer beklagen sich ständig über die Höhe der Strafen gegen Verkehrssünden, aber das Ganze hat dazu geführt, dass der Verkehr nun größtenteils fließt...

Ein niederländischer Geschäftsmann kam mit einem schanghainesischen Handelsunternehmen, einem Staatsbetrieb, ins Geschäft und besuchte das Bürogebäude dieser Firma mehrere Wochen, nachdem die Zusammenarbeit begonnen hatte. Für eine kleine Blumenlieferung an die niederländische Firma musste noch ein Lieferschein unterzeichnet werden, den der Geschäftsmann bei seinem Besuch aber versehentlich nicht dabei hatte. Da öffnete der chinesische Partner eine Schublade und zog einen Blankobogen mit dem Briefkopf der niederländischen Firma hervor. „Wenn Sie mal eben unterschreiben wollen“, forderte er seinen verdutzten Geschäftspartner auf. In der Schublade lagen noch weitere Blankobögen mit den Briefköpfen anderer Geschäftspartner. „Wie lassen die Bögen provisorisch anfertigen“, sagte ihm der Chinese, ohne mit der Wimper zu zucken. „Für den Fall, dass wir mal eine Rechnung oder einen Lieferschein benötigen.“...

Vor dem Visumsschalter der französischen Botschaft in Schanghai treffe ich eine Familie, die Probleme zu haben scheint. Auch die Großmutter, die eine Tagesreise entfernt in Wenzhou wohnt, hätte den Visumsantrag unterzeichnen müssen. Die Großmutter ist weit weg, aber die Familie steht unter Druck, da die Visa sonst nicht mehr rechtzeitig fertig werden. Schließlich läuft der Vater mit dem Visumsantrag aus der Botschaft hinaus und kommt eine halbe Stunde später...