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Der weiße Neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens Gebundene Ausgabe – 30. August 2004
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Axel Hacke
(Autor)
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Seitenzahl der Print-Ausgabe64 Seiten
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SpracheDeutsch
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HerausgeberVerlag Antje Kunstmann
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Erscheinungstermin30. August 2004
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Abmessungen13.1 x 1.2 x 17.2 cm
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ISBN-103888973678
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ISBN-13978-3888973673
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Produktinformation
- Herausgeber : Verlag Antje Kunstmann; 10., Aufl. Edition (30. August 2004)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 64 Seiten
- ISBN-10 : 3888973678
- ISBN-13 : 978-3888973673
- Abmessungen : 13.1 x 1.2 x 17.2 cm
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Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 34,825 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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- Nr. 327 in Humor Geschenkbücher
- Kundenrezensionen:
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Produktbeschreibungen
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In seiner Kolumne Das beste aus meinem Leben für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs -- mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens Der Mond ist aufgegangen von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba. Dieses ungleich größere Zitat ziert nun als Titel ein Buch, die Hackes Originalkolumne sowie seine zahlreichen Nachfolger versammelt. Selbst wenn man sich bei manchen der eingesandten Verhörern etwas ohrenreibend fragt, wie das Hirn derlei phonetisch-semantische Kapriolen zustande bringt, so ist Der weiße Neger Wumbaba doch der beste Beweis für die im Buch aufgestellte These, dass die besseren Liedtexte in den Köpfen der Hörer entstehen. Und das ist auf zauberhafte Weise sicher war. -- Thomas Köster
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Schönheit und Schrecken des Verhörens
In einem der ersten Briefe, die mich zu diesem Thema erreichten, schrieb Leser 13., er habe als Kind oft das Lied vom Hänschen klein gehört, darin die Zeilen:
"Da besinnt sich das Kind, eilet heim geschwind."
B. aber verstand den Text immer anders, er hörte: Dabesin sieht das Kind, eilet heim geschwind."
B. hatte dafür nur eine Erklärung: Es müsse einen Herrn Dabesin (wohl ein Bekannter der Eltern) geben, der das entlaufene Kind sehe und zu den Eltern eile, die es dann holten. Oder der mit dein Kind rede und es dazu bringe, reumütig heim zu eilen. Kaum hatte ich das veröffentlicht, meldete sich bei mir Herr W., der mir den kompletten Text der zweiten Hänschen-Strophe zur Verfügung stellte, jedenfalls wie er sie verstand:
"Aber Mutter Weinezehr hat ja nun kein Hänschen mehr! Dabesin sieht das Kind, eilet heim geschwind."
Damit wurde die Sache plötzlich viel klarer: Dabesin ist der Geliebte von Frau Weinezehr, Hänschens Mutter, der zu ihr eilt, nachdem er Hänschen hat gehen sehen. Nun aber werden neue Fragen aufgeworfen: Ist Dabesin Hänschens Vater? Warum nimmt er Hänschen nicht mit zur weinenden Mutter? Hat er ihn gehasst? Hat Hänschen ihn gestört, wenn er mit Mutter Weinezehr allein sein wollte? Ist Hänschen amENDe seinetwegen gegangen, weil er den Stiefvater nicht mehr ertrug? Das muss offen bleiben. Fest steht aber: Wir, die wir immer alle Texte falsch verstehen, sobald wir sie nicht lesen, sondern hören, sobald sie gesungen, gebetet oder sonstwie vorgetragen werden, wir leben in einer rätselhaften, doch auch reichen, poetischen Welt, bevölkert von Wesen, die niemand außer uns auch nur zu kennen imstande ist. Nehmen wir jenen Herrn, der mich nach einer Lesung ansprach, um mir seine Version von Matthias Claudius' Der Mond ist aufgegangen mitzuteilen. Da heißt es:
"Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar."
Dieser Mann erzählte mir, was in seinen Ohren klang: "Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget der weiße Neger Wumbaba."
Das hat nun etwas, das weit über Claudius hinausweist: Von weißen Nebeln singen kann, mit Verlaub, jeder. Aber einen weißen Neger namens Wumbaba zu ersinnen - das ist sehr groß. Sehr viel später meldete sich bei mir noch Leser L. aus München, der eine münchnerisch-bayerische Version vortrug, die auf seine Enkel zurückgeht, und in der es heißt:
"Und aus der Isar steiget der weiße Neger Wumbaba."
Das ist natürlich auch nicht zu verachten, wenngleich ich es doch schöner finde, diese sagenhaft fremd-schöne Wumbaba-Gestalt aus nebelüberhangenen Wiesen aufsteigen zu sehen, die sich vor einem schwarzen Walde erstrecken. Da kann die Isar nicht leicht mithalten.
Herr Dabesin, Mutter Weinezehr, Wumbaba...
Der Verhörende schafft sich gewissermaßen aus der Unverständlichkeit der Welt heraus seinen eigenen Figurenkosmos, ein Beweis für die kindlich-dichterische Kraft, die vielen von uns innewohnt, ohne dass wir eigentlich etwas von ihr ahnen, und die uns ganz nebenbei Figuren beschert wie den unermesslich reichen niederländischen Kaufmann Ohrjens, von dem Leser J. aus Berlin berichtete.
J. sang als Kind:
"Schwer mit den Schätzen des Ohrjens beladen, Ziehet ein Schifflein am Horizont dahin."
Und er will bis heute nicht verstehen, dass die Schätze "des Orients" gemeint waren. Recht hat er! Aber wie tief stürzen wir, wenn wir uns von hier aus noch einmal dem Kinderlied zuwenden, jenem zum Beispiel, mit dem einst Frau L. als Kind Abend für Abend in den Schlaf gesungen wurde: "Guten Abend, gute Nacht, mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, lieg' unter der Deck'."
Vielleicht wäre es nett gewesen, hätte damals jemand der kleinen L. erklärt, mit "Näglein" sei Flieder gemeint, "Braunnägelein", wie man zu Brahms' Zeiten sagte. Sie wäre friedlicher eingeschlafen. Kaum hatte ich aber die Geschichte der L. veröffentlicht, meldete sich bei mir Frau E., deren Tochter sogar immer zu weinen begann, wenn man ihr dieses Guten Abend, gute Nacht vorsang. Es war aber eine andere Zeile als bei der kleinen L., welche die Tochter der Frau E. so ängstigte, dass sie immer wieder rief: "Du sollst aufhören, aufhören!"
Die Zeile hieß:
"Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt."
Als die Mutter fragte, warum denn - um Gottes willen! - sie aufhören solle zu singen, da stellte sich heraus, dass ihr Kind diese Passage des berühmten Lieds so verstanden hatte: "Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder gewürgt."
Dies vor dem Hintergrund, dass die Tochter einen rabiaten Sandkastenkameraden hatte, der allen anderen Kindern mit Vorliebe an den Hals ging und von den Erwachsenen ständig gemahnt werden musste: "Hör mit dem Würgen aufl" Und sie hasste diesen Sandkastenknaben und hasste und hasste ihn. Und doch hieß es Abend für Abend, morgen früh, "wenn Gott will", werde sie wieder gewürgt.
Daran schließt sich nahtlos der Bericht von Frau F. an, die von einem Kind berichtet, das sich einmal bei ihr nach dem "Lied vom toten Hannes" erkundigte. Es stellte sich dann heraus: Gemeint war Der Hahn ist tot, was im Elternhaus des Kindes gern und oft und immer mit viel Schwung gesungen wurde. Die Eltern sollen nicht wenig erschrocken über die Nachricht gewesen sein, dass ihr eigenes Kind ihnen zutraute, mit so viel Elan vom toten Hannes zu singen.
Hannes hieß nämlich der Bruder des Kleinen. (...)
Kundenrezensionen
Spitzenbewertungen aus Deutschland
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Zeitlos amüsant.
Was mir persönlich nicht so sehr ganz gefallen hat, ist die latente Unübersichtlichkeit, was sicherlich dem Stil des Buches, wie es von Vornherein angelegt ist, geschuldet ist. Das wirkt wie ein großer ewig langer Text, wenn man schnell eine Passage finden will, dann ist man erstmal beschäftigt.
Aber die Idee ist super, das Buch, wenn es einem vorgelesen wird, unterhaltsam:).
Man kann immer wieder mal reinschauen und sich bei den Geschichten über "Verschprecher und Verhöhrer" amüsieren. Auch gut als Mitbringsel und Geschenk geeignet.
Das alles hat mich veranlaßt, nach dem Buch zu suchen und fand es. Hab es nicht bereut.