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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
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4,7 von 5 Sternen
Es war einmal ein Palästina: Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels
Format: Taschenbuch|Ändern
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Januar 2007
Das Buch hat für mich zwei große Stärken.

Erst einmal erklärt es den Ursprung des heutigen Nahostkonfliktes und zeigt, dass dieser auf langfristige, historische Entwicklungen zurückgeht und nicht nur aufgrund spezifischer, politischer Fehler am Ende des ersten oder zweiten Weltkrieges entstanden ist. Er zeigt auch, dass der Konflikt bereits vor der Staatsgründung Israels sichtbar war, und dass es auch damals schon viele Versuche gab, diesen Konflikt zu lösen. Das Buch zeigt auch sehr gut die Anstrengungen, aber auch das Scheitern der britischen Kolonialmacht, die durchaus nicht nur Machtpolitik betrieben hat, sondern auch versucht hat, eine zivile, friedliche Gesellschaft in Palästina zu schaffen. Allerdings ist sie dabei sowohl an den wohl nicht zu vereinbarenden, politischen Zielen der Bevölkerungsgruppen und auch an eigenem Unvermögen gescheitert. Mich hat das Buch gelehrt, dass allen Politikern, die von einer "Lösung" des Nahostkonfliktes sprechen, sogar von einer kurzfristigen Lösung dadurch, "dass man alle an einen Tisch bringt und einen Vertrag unterschreibt", mit Misstrauen begegnet werden muss.

Die zweite Stärke des Buches ist es, dass es den politischen Konflikt zwischen Juden und Arabern nicht nur im Rahmen einer historischen Analyse darstellt, sondern ihn auf die Ebene einzelner Personen und deren Biographien zurückführt. Oft verstecken sich hinter politischen Begriffen Emotionen oder Konflikte, die auf der Ebene der politischen Wissenschaft eher nur umschrieben als verstanden werden. Ein Stück Land zu bebauen, einen Angehörigen zu verlieren oder an eine Bestimmung zu glauben kann eine starke Identifikation für eine Idee begründen. Und das Buch macht an Beispielen deutlich, wie gerade dieser Prozess zu den Spannungen in der Region führt.

Das Buch erscheint gut recherchiert, es gibt ein umfangreiches Literaturverzeichnis, und durch Zitate wird der Inhalt der manchmal romanhaft beschriebenen Ereignisse auch nachgewiesen.

Aufschlussreich.
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am 4. April 2007
Tom Segev hat es in diesem Buch hervorragend geschafft, Masse von Information und recherschiertem Hintergrund zu einem lesbaren Gang durch einen wesentlichen Teil der Vorgeschichte Israels zu machen. Die Darstellung erscheint objektiv mit sehr vielen Quellenangaben, berücksichtigt die Sichtweise und Fehlverhalten von Juden und Arabern und unterscheidet sich daher durch seine bewusst bemüht objektive Darstellung von vielen anderen Werken.

Trotzdem sollte der Leser einen gewissen Background der weltpolitischen Lage mitbringen, wenn er die beschriebenen zeitlichen Entwicklungen in das Gesambtbild einbeziehen möchte, zwingend erforderlich ist es aber nicht.

Fazit: Umfangreiche Informationsquelle für einen interessierten Leser, der die Zeit mitbringt sich umfangreich in die Problematiken einzuarbeiten, nichts für Freunde der abgerundeten dezidierten Kurzinformation (kein Nachschlagewerk)
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am 3. November 2006
Während die meisten Bücher über den Nahost-Konflikt 1948, dem Jahr der Gründung Israels beginnen, setzt Segev bereits kurz vor Ende des ersten Weltkriegs an und richtet das Augenmerk des Lesers auf die Epoche, in der die wahren Wurzeln des Konflikts liegen. Segev beschreibt mit schon fast belletristischem Stil die Entwicklung der nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes zum Staat Israel. Dabei gelingt ihm, was wenigen Sachbüchern glückt: Den Leser zu fesseln, als läse er einen Roman. Besonders trägt dazu bei, daß er die geschichtliche Entwicklung nur in zweiter Linie aus der Perspektive der großen politischen Führer erzählt, sondern zu allererst aus der Sicht der weniger bekannten Figuren oder auch aus der Sicht von Menschen, die scheinbar nie am Rad der Geschichte gedreht haben. So kommt eben nicht nur Ben Gurion zu Wort, sondern auch eine englische Volksschullehrerin, ein Soldat oder ein nur mäßig prominenter Mitarbeiter einer staatlichen Bildungsbehörde. Dies alles ermöglicht einen abgerundeten Blick auf die Geschichte. Wegen dieser Herangehensweise eignet sich das Buch aus meiner Sicht auch und gerade für Leser, die die Geschichte Palästinas noch nicht kennengelernt haben; vorausgesetzt, man macht sich die Mühe, das Buch von vorne bis hinten zu lesen. Denn ein Nachschlagewerk ist es nicht. Kritisch ist allenfalls anzumerken, daß Segev die Personen, aus deren Sicht er schreibt, manchmal etwas abrupt zur Sprache kommen läßt, ohne sie dem Leser zunächst vorzustellen. So kann es passieren, daß der Leser die politische Bedeutung einiger Figuren zunächst nicht erkennt, weil Segev offenbar voraussetzt, daß sie jedem ein Begriff sind. Wer das Buch zu Ende liest, bemerkt aber, daß die ein oder andere Figur, die zunächst nur als Privatperson in Erscheinung trat, später maßgeblich auf die weitere Entwicklung Palästinas eingewirkt hat.
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am 8. Juli 2008
Tom Segev ist ein umfassendes Buch über die Wurzeln des Konfliktes zwischen Juden und Arabern gelungen. Umfassend, jedoch, meist nur im Bezug auf Juden und deren Hassliebe auf/zu den Briten. Der Untertitel des Buches suggeriert ein holistisches Bild, ein solches wird aber nicht geboten (der Untertitel der Englischen Ausgabe ist da etwas ehrlicher, aber auch nicht 100% korrekt: "Jews and Arabs Under the British Mandate"). Unabhängig davon ist es ein äußerst lesbares Buch, welches die Aufarbeitung unzähliger offizieller sowie privater Dokumente geschickt verwebt. Somit beschreibt das Buch nicht nur den geschichtlichen Kontext, sondern auch die persönlichen Gefühle von Zeitzeugen, die die Fakten komplementieren. Man hätte sich einen ähnlichen Tiefgang auch aus arabischer Sicht gewünscht, sind die zitierten Quellen doch eher spärlich, beständig muss Herrn as-Sakakini's Tagebuch herhalten. Trotzdem ist "Es war einmal ein Palästina" ausgesprochen wertvoll für das Verständnis der Geschichte generell und des Zionismus im Speziellen.
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am 27. November 2015
Auf eine immense Fülle von Recherchen basierend, spannend geschrieben hinterlässt das Buch jedoch einen unbefriedigenden Eindruck. Es beginnt 1917 mit der Vertreibung der Osmanen durch die Engländer. Dabei kümmert es sich nur marginal in der Einleitung mit ein paar Sätzen um die Vorgeschichte Palästinas. Diese hat jedoch einen höchst entscheidenden Einfluss auf die politischen Entwicklungen von 1917 bis 1948 und bestimmt sie massgeblich bis hin zur Staatsgründung Israels. Sie wird im Buch nicht berücksichtigt. Es ist als ob Palästina erst 1917 begonnen hätte zu existieren und mit ihm die mit seiner Entwicklung entstehenden Konflikte. Die Recherchen beziehen sich überwiegend auf die jüdische und auch britische Sichtweise der Probleme, wobei hier sehr genau und detailversessen gearbeitet wurde. Die arabische Seite der Situation wird nur nebenbei angesprochen. Sie ist nie in ihrer politischen, religiösen und traditiondbehaffteten Komplexität analysiert oder erfasst, obwohl es dazu eine Fülle an Dokumenten gibt. Es ist immer nur von den "Arabern" die Rede. Verschiedenste, die Gesamtsituation bestimmende Probleme werden nicht erwähnt, die die britische Mandatsverwaltung von Seiten der arabischen Bevölkerung zu lösen hatten, wie zum Beispiel die massive, illegale Einwanderung von Arabern nach Palästina. Es war eine schwerwiegende Situation, die die Engländer nicht in den Griff bekamen und die heftige Turbulenzen in der britischen Regierung verursacht hat. Die englischsprachige Presse war voll davon, sowie auch die jüdische in Palästina.
Man kann hier nicht auf jede Problematik des Buches eingehen. Es entsteht beim Lesen der Eindruck, dass die einzelnen recherchierten Geschichten ein Eigenleben entwickeln, und dass dabei der Überblick über die Gesamtsituation vergessen worden ist. Auch stehen bestimmte, private Episoden emblematisch für ein Gefühl, das beim Lesen entsteht, wie zum Beispiel die Liebesbriefe zwischen einem britischen General und einer arabischen Frau. Die darin formulierten, exzessiven, positiven Beschreibungen der Vorzüge der Frau übertragen sich unweigerlich auf das Gefühl, das der Leser gegenüber der arabischen Seite des Konflikts hat. Das Gesamtbild wird dadurch verzerrt.
Im Ganzen ist das Buch wegen seiner Fülle an Informationen sehr interessant. Viele sind anektodisch und tragen nichts zum Verständis der Situation bei. Man gewinnt den Eindruck, dass es das Ziel des Autors war, Verständnis für die jüdische Seite des Konflikts herauszuarbeiten, bei aller Offenheit gegenüber der Härte, mit der die jüdische Seite manchmal seine Ziele durchgesetzt hat. Wenn es so sein sollte, dann ist der Schuss leider nach hinten losgegangen. Das Buch hält nur einen kleinen Aspekt dessen, was der Titel verspricht: "ES WAR EINMAL PALÄSTINA Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels".
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am 30. September 2007
Am 9. November 1917 wurde eine pro-zionistische Erklärung Großbritanniens, die nach dem damaligen britischen Außenminister "Balfour-Deklaration" benannt wurde, veröffentlicht. Sie besagte, dass in Palästina die Heimstätte der Juden zu schaffen wäre. Die Araber wurden in dem Dokument nicht explizit erwähnt, obwohl die Briten den Arabern, im Gegenzug für die Unterstützung im Kampf gegen das Osmanische Reich, die Unabhängigkeit versprochen hatten. Damit begann das ganze Unheil, in das bis zum heutigen Tag die Parteien des israelisch-palästinensischen Konfliktes verstrickt sind.

Tom Segev, ein israelischer Historiker aus Jerusalem, schildert in seinem Buch die Geschichte Palästinas während der britischen Mandatszeit von 1917, dem Ende der siebenhundertjährigen osmanischen Herrschaft über dieses Land, bis 1948, als der Staat Israel gegründet wurde. Er spannt den Erzählbogen von der erst noch illusionären zionistischen Ideologie, die völlig im Widerspruch zur orthodoxen Glaubensauffassung lag, über die Jahre des arabischen Terrors und des jüdischen Gegenterrors bis zu den Entscheidungsjahren, als die Briten einfach nur noch ihr Mandat in diesem für sie strategisch unbedeutenden Landstrich loswerden wollten, wohl wissend, dass danach der Krieg zwischen Juden und Arabern unvermeidbar war.

Dieser packende Bericht stützt sich vor allem auf britische, arabische und jüdische Quellen, von denen manche hier erstmals zitiert werden. Die Geschichte wird anhand vieler Einzelschicksale von Menschen, die nicht nur bekannte Namen trugen, nacherzählt, was die gesamte Tragik anschaulich und greifbar macht. Segev bleibt dabei immer objektiv. Er kritisiert nicht, sondern schildert die Ereignisse wertfrei so, wie sie sich zugetragen haben.

Wer mehr über die Ursachen des schier unlösbaren israelisch-palästinenschen Konfliktes erfahren will, kommt an dieser exzellenten und objektiven Untersuchung dieser turbulenten Zeit vor der israelischen Staatsgründung nicht vorbei.
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am 23. November 2011
Tom Segev hat eine faszinierende Art, Geschichte mit vielen Details spannend zu servieren. Man kann sich gar nicht mehr losreißen und fiebert dem Ausgang entgegen. Neben gut recherchierten Informationen zur Zeitgeschichte kommen auch die Handelnden nicht zu kurz. Ihre Geschichte bekommt menschliche Züge und man möchte mehr wissen. Ich habe sofort praktisch den Fortsetzungsband bestellt und sehe das ganze Desaster in Palästina jetzt mit anderen Augen.
Danke, Tom Segev, für die eindrucksvolle Arbeit.
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am 14. Juni 2016
Gründlich recherchiert, genau, detailreich, bildhaft und komplex. Das ganze Gegenteil von Ilan Pappe, der gerne behauptet, den Beweis aber schuldig bleibt.
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am 4. August 2012
Bisher mit Abstand das informativste Buch, dass ich zum Nahostkonflikt gelesen habe. Ich wusste vorher nur sehr wenig über die Zeit vor der Staatsgründung Israels in Palästina. Wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass Israel schon am ersten Tag seines Bestehens einen Krieg gegen alle umliegenden Staaten so einfach gewinnen konnte? Wieso haben die Briten während der Mandatszeit den allgegenwärtigen Konflikt nicht "in den Griff" kriegen können? Wie kam es so schnell zu der haushohen wirtschaftlichen Überlegenheit Israels? Was bedeutete der Wahnsinn des Holocausts für die Staatsgründung? etc. etc...
Anfänglich etwas verwirrend, weil man erstmal so viele Namen behalten und zuordnen muss. Aber absolut spannend und erhellend. Obwohl der Autor natürlich etwas mehr durch die jüdische Brille blickt habe ich das Buch aber insgesamt als sehr objektiv und ausgewogen empfunden.
Klare Leseempfehlung für am Thema Interessierte!
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am 8. Januar 2010
Die ausführlichen Rezensionen haben mich zum Kauf dieses Buches bewogen, und ich kann mich diesen voll und ganz anschließen. Tom Segevs Buch ist gut und breit recherchiert, liest sich wie ein Roman. Es ist ein "Muss", wenn man mehr über die Ursachen und Hintergründe des andauernden Nahost-Konflikts erfahren will. Ich empfehle das Buch nicht nur als Ergänzungs-, sondern auch als Einsteiger-Lektüre. Ich habe es mit großem Gewinn gelesen und vergebe deshalb 5 Sterne.
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