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TOP 500 REZENSENTam 9. August 2012
Heinrich Mann steht in meiner persönlichen Autorenrangliste ganz weit vorn, sein 'Untertan' ist eines meiner Lieblingsbücher. Als ich dann "untertan" von Joachim Zelter sah und las, was der Klappentext und der Verlag darüber verlauten ließen, machten sich schon ein paar Zweifel breit, ob Zelter diesem Maß, mit dem seinen Romans messen würde, gewachsen sein wird. Den bewussten Vergleich zu Manns "Der Untertan" fand ich sehr gewagt. Schon nach den ersten Seiten wusste ich, der Verlag hatte nicht übertrieben und ich freute mich über jede Seite in diesem Roman. Virtuos setzt Zelter die Sprache ein, glänzt mit einer ausdrucksstarken Erzählweise, geprägt vom Übertreiben, Überspitzen und Überkünsteln. Er erzählt sachlich, mit Witz und Ironie. Gekonnt setzt er Aufzählungen und Wiederholungen als Stilmittel ein. Noch drastischer als Diederich Heßling ist Friedrich Ostertag untertan, den Lehrern, den Klassenkameraden, den Kommilitonen, den Professoren, den Adligen, den Reichen, den adligen Reichen und nicht zuletzt dem längst verstorbenen Urgroßvater, der das Spiel "Fang den Hut" erfand und auf dessen Erfindung die Familie Ostertag ihre Bedeutung und Tradition gründet. Er buckelt gegenüber allen von ihm geglaubt höher Stehenden schlimmer, als es der Untertan Manns je tat. Er biedert sich an und ist sich für nichts zu schade. Selbstachtung ist ihm fremd, in diesem Punkt unterscheidet er sich von seinem großen literarischen Vorbild. Er kann nicht nach unten treten, wie Heßling es tat, Friedrich Ostermann ist in der Hierarchie, zumindest stellt er sich auf diese Stufe, ganz unten.
Der Roman Zelters setzt in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts ein und streckt sich bis in die Gegenwart. So entstand auf lediglich 211 Seiten ein Entwicklungsroman, der ein markantes Sittenbild unserer Zeit abgibt und am Ende steht die Frage, sind wir alle nicht ein bisschen "untertan"?
Joachim Zelters "untertan" ist einer der besten Romane, die ich in diesem Jahr gelesen habe, eine Perle auf den Büchermarkt, sowohl die Sprache als auch die Aussage betreffend.
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am 18. Oktober 2016
Friederich Ostertag kann nicht schreien, er kann nicht weinen, er kann nicht dreist sein. Er kann auch keine zwischenmenschlichen Bande knüpfen. Was er kann, ist Fußnoten schreiben. Fußnoten erfinden. Fußnoten zu Soziologen, die es gar nicht gibt. Für eine Doktorarbeit, die nicht seine eigene ist. Er kann Bewerberinnen für Stellen, die es nicht gibt, zum Vorstellungsgespräch einladen. Er kann in einem Namen, der nicht seiner ist, Frauen ansprechen und Kellnerinnen irrsinnige Trinkgelder geben.
Friederich Ostertag ist ein Ertrinkender, der kein eigenes Leben lebt, der fünfjährig eingeschult wird und doch nicht lesen lernt, der Jahre an der Uni verbringt und nie einen Abschluss macht, dessen Leben ein einziger großer (Selbst-)betrug ist, und der gerne alles ungeschehen machte, so täte, als wäre das alles nicht gewesen, ohne dass er deswegen schreien oder weinen könnte.
Am Ende landet er wieder im Heimatort, im Elternhaus, ist nicht vorangekommen, hat sich nicht entwickelt, hat nichts erreicht. Wenn er durch den Ort irrt, meint er, alte Bekannte zu sehen, aber diese sind weg, führen ein Leben. Er will das auch versuchen. Und wenn er tatsächlich alten Bekannten begegnen sollte, dann, so nimmt er sich vor, will er nicht über Fußnoten reden. Höchstens ein klein wenig.
Friederich Ostertag ist wie die meisten Protagonisten Zelters ein Hochstapler, ein Blender, der kein Leben hat, der sich auf tragische Weise in kleinsten Nichtigkeiten verliert und dafür sein Leben wegwirft, der dies auch weiß, aber dennoch nichts dagegen tun kann, außer immer weiter zu versuchen, vor anderen zu verheimlichen, wie es tatsächlich um ihn steht. Zu Beginn erinnert "untertan" sehr stark an "Die Würde des Lügens", Zelters bestes Buch. Dennoch möchte man immer mehr von ihm lesen. Und man möchte tun, was Friederich Ostertag am Ende der Geschichte tut.
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am 1. August 2012
Viele von den Überzeugungen, die wir so verinnerlicht haben, dass sie zu Wahrheiten geworden sind, werden hier auf die Spitze getrieben: ob es nun der Glaube an den gesellschaftlichen Aufstieg durch eine höhere Bildung, die Frage nach dem wissenschaftlichen Nutzen mancher akademischer Arbeit, die zweifelhafte Ehrfurcht vor bestimmten Eliten, die Käuflichkeit von Titeln und Karrieren, oder die Faszination von Geld, Adel, und Geld-Adel ist - durch das Schicksal von Joachim Zelters Hauptfigur kommt die ganze Absurdität einer Gesellschaft zutage, deren Bürger sich bereitwillig ausbeuten und ausnutzen lassen, nur um irgendwann einmal 'dazu' zu gehören, und gar nicht merken, wie sie sich selbst dabei verlieren.
Übrigens spielt das Thema von Mitgliedschaft und dem Wunsch nach Zugehörigkeit auch noch in Bezug auf die Eurokrise eine Rolle.

Was mir an Zelters Büchern, und an diesem besonders, gefällt, ist seine Verwendung der Sprache: kein Wort zu viel und keines zu wenig, Tragik und Ironie beginnen oft recht harmlos und subtil, und werden dadurch nur noch bedeutungsvoller.

Wenn ich mir am Ende des Buches noch mehr gewünscht habe, dann nur, weil ich schon lang nichts mehr gelesen habe, dass zugleich so intelligent und unterhaltsam geschrieben ist wie der 'untertan'!
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am 22. Oktober 2012
ein schmales Büchlein, ein großes Lesevergnügen.
Friedrich, schon als Kind fremdbestimmt, ins Internat abgeschoben, will geliebt werden, indem er die Erwartungen seiner Umwelt so gut es irgendgeht erfüllen will, sogar zum Ghostwriter und dabei zum Anbeter von Macht und Geld wird, ein hohles Leben, das scheitert.
Aber wie gesagt, ein großes Lesevergnügen. Viel steht zwischen den Zeilen. Überaus köstlich die Absätze über das Verfassen von Fußnoten!!!
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TOP 500 REZENSENTam 4. Dezember 2012
Joachim Zelter hat hier eine gut nachvollziehbare Geschichte über einen Jugendlichen geschrieben. Friedrich Ostertag ist ein Kind aus dem Mittelstand, sein Vater stellt hohe Erwartungen an ihn und das gesamte Förderprogramm wird zur Erreichung des Zieles aufgefahren. Das Ergebnis ist anders als man es geahnt hat...
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