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am 10. Januar 2003
Gabriel Garcia Marquez gehört zu meinen Lieblingsautoren. Markenzeichen von GGM ist die Fähigkeit, Menschen und Situationen ungemein eindringlich zu beschreiben. Bei seinen Schilderungen empfindet man die Tristess eines Dorfes als Leser genauso wie die Bewohner. Neben der geradezu ungeheueren Titelgeschichte sind in diesem Band die meiner Meinung nach beiden stärksten Kurzgeschichten des Kolumbianers vertreten.
„Der schönste Ertrunkene von der Welt" handelt von einer am Strand angeschwemmten Leiche, die von den Dorfbewohnern als schön empfunden wird und einen regelrechten Totenkult auslöst.
Ganz besonders die Geschichte „Ein sehr alter Herr mit riesengroßen Flügeln" möchte ich allen Interessierten ans Herz legen. Hier wird ein abgestürzter Engel von Dorfbewohnern aufgenommen, gepflegt und schnell wieder ignoriert und vergessen. Diese Geschichte von gerade mal 10 Seiten ist ebenso schön wie traurig. Bisher hat mich noch keine andere Kurzgeschichte (auch anderer Autoren) emotional so berührt.
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am 8. Juni 2005
Die in diesem Band vereinigten Kurzgeschichten von Gabriel Garcia Marquez entführen den Leser in die Karibik, nicht die Karibik die den gängigen europäischen Klischees eines sonnendurchfluteten Paradieses entspricht, sondern an Orte, die fast immer etwas Melancholisches, Trostloses an sich haben, wie jene „nutzlose Wüstenbucht an einem dürren, ziellosen Meer" an der eine der Erzählungen spielt. In das oft mühselige, gleichförmige, erstarrte Leben der Menschen dort bricht nun etwas herein, oftmals ein fantastisches Ereignis jenseits aller Naturgesetzlichkeit, das ihr Leben schlagartig in einem neuen, dramatisch veränderten Licht erscheinen lässt. Wie sie darauf reagieren, mit Mitleid, mit Missachtung, Gleichgültigkeit, ..., und wie Marquez dies beschreibt, das macht für mich das eigentlich Reizvolle und Bewegende an diesen Geschichten aus. Das setzt allerdings beim Leser eine gewisse Bereitschaft voraus, sich auf den fantastischen, oft märchenhaften Charakter der Geschichten einzulassen - nichts also für strenge Materialisten. - Das Buch enthält insgesamt sieben Kurzgeschichten, von denen die Titelgeschichte über ein Mädchen, das von seiner skrupellosen Großmutter aus Habgier zur Prostitution gezwungen wird, mit über 50 Seiten das Genre schon fast sprengt. Geschichten, die einen bei jedem Lesen neu berühren und zum Nachdenken anregen.
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am 21. März 2001
Wer noch nie ein Buch von Gabriel Garcia Marquez gelesen hat, wird durch dieses Buch garantiert zum Fan. Nicht nur die seltsamen Figuren, die innerhalb der Handlung ihr Leben entfalten, bezaubern, sondern auch die Handlung selbst. Wer jedoch schon 100 Jahre Einsamkeit gelesen hat, wird bekannte Figuren wiedertreffen und doch neue Seiten an ihnen kennenlernen. Vielleicht ist "Die unglaubliche und traurige Geschichte der einfältigen Erendira und ihrer herzlosen Großmutter" ein Märchen, aber ganz sicher keins für Kinder. Ich kann dieses Buch guten Gewissen jedem Liebhaber latein-amerikanischer Literatur empfehlen. Der Hasser des magischen Realismuses sei gewarnt, diese Buch kann bekehren.
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am 6. Januar 2007
Wer noch nie etwas von Garcia Marquez gelesen hat, der bekommt hier die optimale Einstiegslektüre. Die langen Romanen stellen wegen des opulenten Schreibstils und der oft Generationen umfassenden Erzählrahmen bei Garcia Marquez für den Einsteiger einen Kulturschock dar. Dieser Band bietet neben der fast schon romanhaften Titelgeschichte kürzere Erzählstücke, die sich relativ schnell und leicht "weglesen" lassen. Darüber hinaus werden Erzählfiguren, die typish sind für den Kosmos des Autors, hier bereits vertraut gemacht.

Und schließlich bleibt zu bemerken, daß gerade die Titelgeschichte herrlich traurig ist.
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am 1. August 2009
Dies ist mein allererster Marquez und ich bin nur begeistert. Warum? Der Autor erzählt in einer ganz eigenen Stilistik Geschichten mit ungewöhnlichen Vergleichen, Bildern, Inhalten aus einer Welt, von der man nicht genau weiß, in wieweit es noch "unsere" Welt ist. Ich habe Hunger auf mehr.
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am 20. August 2007
Ich kann mich dem insgesamt sehr positiven Urteil der vorhergehenden Rezensenten über dieses Buch nur bedingt anschließen. Die Leistung der ersten Geschichten des Buches ist es wohl, eine gewisse karibische Atmosphäre zu schaffen. Dennoch störe ich mich enorm an der im Ganzen sinnlosen Handlung. Teilweise wird hier einfach nur herumerzählt, es ist, wenngleich auf einem ansprechenden sprachlichen Niveau, Gelaber. Mit Geschichten wie "Blacamán der Gute, Wunderverkäufer" oder "Die letzte Reise des Gespensterschiffs" kann ich herzlich wenig anfangen. Die mittleren Erzählungen legen schon etwas zu, namentlich "Der schönste Ertrunkene von der Welt", die mit gefühlvollen Beschreibungen und märchenhaftem Charme besticht. Aber all das würde das Buch meiner Meinung nach noch nicht rechtfertigen. Der wirkliche Glanzpunkt ist die lange Schlussgeschichte um die junge Hure Eréndira und ihre herzlose Großmutter, die dem Buch auch seinen Titel gegeben hat. Hier dienen die Elemente des magischen Realismus, anders als in anderen Erzählungen dieses Bandes, wirklich der Unterstreichung des Gesagten, die Charaktere sind stark gezeichnet und die Geschichte glänzt mit zarter Poesie - weniger der Sprache als des Erzählten. Ein melancholischer und mystischer Hauch liegt auf dem Ganzen.
Ein Gesamturteil lässt sich über diesen schmalen Erzählungsband kaum fällen, zu sehr unterscheiden sich die Geschichten in ihrer Qualität. So groß meine Vorbehalte den ersten Geschichten des Buches gegenüber aber auch sein mögen, aufgrund der letzten Geschichte kann ich doch zum Kauf raten.
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