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Im stillen Winkel: Erzählungen: Erzählungen. Nachwort v. Tilman Krause Gebundene Ausgabe – 11. September 2006
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Er ist der Dichter des schweren Nachmittagslichts, der flimmernden Unruhe und schwebend-zarten Melancholie: Eduard von Keyserling, der »Fontane in Moll« (Tilman Krause). Eindrucksvoll bestätigt er in diesem Erzählband seinen Ruf als großartiger Stilist und Virtuose des literarischen Impressionismus in Deutschland.
Erneut sind es subtile Seelendramen, die Keyserling vor der Kulisse einer intensiv empfundenen Natur stimmungsvoll und mit sicherem Blick für die Psychologie seiner Figuren in Szene setzt: In »Seine Liebeserfahrung«, der ersten Erzählung, umspielt er den eitlen Narzissmus eines angehenden Schriftstellers mit ironischer Heiterkeit. Als der junge Mann eine offensichtlich unglücklich verheiratete Dame kennenlernt, bleibt er allzulange über seine Gefühle für sie im Unklaren, laviert und vergibt das nahe Glück.
Zu zögerlich agiert auch der Held der zweiten Erzählung, ein zielloser Weltreisender, der nach langer Trennung erstmals wieder auf seine seelisch labile Ehefrau trifft. Die Gesellschaft auf dem heimischen Schloss scheint ihm fremd, er glaubt die »Harmonie« der Anwesenden zu stören, doch zu einer offenen Aussprache fehlen ihm Kraft und Entschlossenheit.
Die Landvilla einer wohlhabenden Bankiersfamilie ist schließlich Schauplatz der titelgebenden Geschichte, in deren Mittelpunkt der elfjährige Sohn Paul steht. Der Knabe, der »ein seltsam starkes Gefühl für die Unsicherheit unsres Daseins« hat, beobachtet das Werben eines leichtlebigen Bankvolontärs um seine Mutter mit Neugier; erwachen doch auch in ihm erstmals Gefühle für eine junge Dame. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges angesiedelt, erweist sich Keyserlings Erzählung als zarte Elegie auf das Leben einer Gesellschaft voller unbefriedigter Sehnsüchte.
- Seitenzahl der Print-Ausgabe256 Seiten
- SpracheDeutsch
- HerausgeberManesse Verlag
- Erscheinungstermin11. September 2006
- ISBN-103717520989
- ISBN-13978-3717520986
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Produktbeschreibungen
Der Verlag über das Buch
Klappentext
Klaus Weimann Radio Darmstadt
»Weil geteiltes Leid halbes Leid ist und weil die eleganten Bücher des Manesse Verlags eine sinnvolle Anschaffung sind, verschenken Sie Eduard von Keyserlings Erzählband »Im stillen Winkel«. Die Geschichte »Harmonie« handelt von des Lebens sehr müden Adeligen. Ihre Lieben werden über die feine Ironie des Erzählers und auch über ihren eigenen Trübsinn lächeln.«
Stuttgarter Nachrichten
Über den Autor und weitere Mitwirkende
Tilman Krause, geboren 1959 in Kiel, ist seit 1998 Redaktuer der "Literarischen WELT". Er studierte Germanistik und Romanistik, Geschichte, Politologie und Kunstgeschichte in Tübingen, Paris und Berlin. Er arbeitete zunächst im Feuilleton der FAZ, dann beim "Tagesspiegel", bevor er sich am Aufbau der erneuerten "Literarischen WELT" beteiligte.
Produktinformation
- Herausgeber : Manesse Verlag (11. September 2006)
- Sprache : Deutsch
- Gebundene Ausgabe : 256 Seiten
- ISBN-10 : 3717520989
- ISBN-13 : 978-3717520986
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 252,793 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
- Nr. 3,290 in Kurzgeschichten
- Nr. 7,684 in Klassiker (Bücher)
- Nr. 28,501 in Literatur
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In „Harmonie“ (1905) kommt ein frisch verheirateter Gutsbesitzer von einer Reise zurück. Freundlich wird er nicht empfangen. Seine kapriziöse Frau hält ihn auf Abstand und schwärmt mehr für den jovialen Verwandten. Der aber hat sichtbar Angst vor der aufkommenden Emotion und macht sich davon. Annemarie, die am Anfang als Bestimmende wirkt, geht ins Wasser.
Meine Lieblingsgeschichte ist „Seine Liebeserfahrung“ (1906). Formal ein Tagebuch, das der junge Herr von Brühlen führt. Er erzählt von seinen Flirts mit der verheirateten Claudia, schwärmt von dem großen Einvernehmen. In Blicken spotten sie über einen angeberischen Verwandten. Aber dann brennt Claudia plötzlich genau mit diesem Angeber durch und es wird deutlich, dass das ganze Tagebuch Einbildung war. Die angebliche „Liebeserfahrung“ bestand nur auf dem Papier.
Ganz anders die dritte Geschichte „Im stillen Winkel“ (1918). Sie hat den 1. Weltkrieg als Hintergrund und erzählt, wie der Krieg die Menschen auch in einem Dorf verändert. Erwachsene klagen über die vorherige Untätigkeit und prahlen mit neuer Entschlossenheit. Ein junger Angestellter macht sich an die Witwe eines Gefallenen ran, die ja jetzt frei sei. Sie lehnt das entrüstet ab. Kinder spielen Krieg, definieren Freund und Feind. Der eher schwächliche Paul läuft weg und will auch in den Krieg, um dadurch zu Ansehen bei den anderen Kindern zu gelangen. Das bringt ihn um. „Das konnte er doch - sterben“ – so am Ende das verächtliche Fazit eines Mädchens.
Als Einstieg in das Werk Keyserlings würde ich nach wie vor „Schwüle Tage“ empfehlen. Die drei Geschichten sind eher für Leute, die mit seinem Stil schon vertraut sind und wissen, wo man bei Keyserling welche Schätze findet. Ganz hervorragend das Nachwort von Tilmann Krause.
„Seine Liebeserfahrung“ von 1906 erprobt in ungewohnt satirischer Überspitzung die Technik der Tagebucherzählung, in der ein Ich-Erzähler nur jeweils einen Kalendertag retrospektiv betrachtet, das Ende seiner Fabel also nicht kennt. Abgesehen von der bei Keyserling gebräuchlichen Folie des niedergehenden baltischen Landadels handelt es sich auch hier um eine von verhangener Erotik durchzogene Dreiecksgeschichte um eine ätherische Baronin an der Seite eines unpassend handfesten Gemahls. Die Ehefrau und ihr Galan, der Tagebucherzähler, wenden sich einander in vollendeter, an klassisch-antiken Vorbildern geschulter Form zu, gefördert durch die Derbheit des weltgereisten Ehemanns. Aber die Beziehung der Verliebten verdorrt am Ende an einer Blutarmut aus Überkultiviertheit Narzissmus und Langeweile, und den Triumph trägt ein schnöseliger Rivale davon, der mit der Dame durchgeht. Der Erzähler muss am Ende sogar miterleben, wie der sinnlich-vitale Widerpart der Dame, ein beiläufig gefreites Mädchen, am Arm eines anderen flaniert.
„Im stillen Winkel“ von 1917 fällt in der Grundstimmung aus dem Rahmen der beiden anderen Erzählungen heraus und bildet insbesondere zu der fast schadenfrohen „Liebeserfahrung“ einen starken Kontrast, obwohl auch hier eine Dreiecksgeschichte zwischen empfindsamer Frau, unangemessen handfestem Ehemann und gefühlvollem Galan aufgespannt wird, die das Kind der Eheleute, auf dessen perspektive sich die Erzählung konzentriert, zunehmend irritiert. Aber das ist hier nur ein Aspekt der Erzählung, für den es, wie für die anderen Aspekte auch, keine versöhnliche oder auch nur tragbare Auflösung gibt. Die Geschichte spielt am Vorabend und in den ersten Monaten des ersten Weltkriegs; der aus der Urlaubszeit heraus einberufene Ehemann fällt alsbald, das Kind der beiden stirbt nach einer Art Kriegsspiel. Die Bedrohung durch einen aus den Fugen geratenen Kontinent hat den „stillen Winkel“ der Sommerfrische auf dem Lande auf allen Ebenen erreicht, symbolisiert durch die Kulisse des Schauplatzes: wolken- und gewitterverhangene Gebirgslandschaften.
Gemeinsam ist den drei kompakten Erzählungen die Verdichtung der Fabeln in bestechender Sprache. Was sie voneinander unterscheidet, ist die jeweilige Grundstimmung. In jedem Falle handelt es sich um drei herausragende und sehr lesenswerte kürzere Schriften Eduard von Keyserlings.





