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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 31. Juli 2011
"Kunstvoll verflechten sich die Handlungsstränge zu einem fesselnden Krimi-Meisterwerk." - so wird die Hamburger Morgenpost auf Charlotte Links Buch "Das andere Kind" zitiert.
Wie man zu dieser Einschätzung gelangen konnte, weiß ich nach Lektüre dieses Romans allerdings beim besten Willen nicht. Ein Krimi? Noch dazu ein Meisterwerk dieses Genres? Habe ich was verpasst? Nur weil irgendwie zwei Menschen ermordet wurden und in einem der Handlungsstränge, die alle nur nebenher zu laufen scheinen, während im Vordergrund die Leben der Protagonisten so vor sich hindümpeln, die Ermittlung zu diesen Morden läuft, kann ich noch lange nicht von "Krimi" sprechen. Es ist weder spannend, noch nimmt der Kriminalfall den Großteil des Buches ein.

Zum Inhalt: In der englischen Küstenstadt Scarborough wird eine junge Studentin auf dem nächtlichen Heimweg ermordert. Die Polizei um Detective Inspector Valerie Almond tappt im Dunkeln. Wochen später wird die 79 jährige Fiona Barnes in einer einsamen Farmgegend auf ähnliche Weise ermordet. Verdächtig sind vor allem die Gäste der Verlobungsfeier von Gwen Beckett, mit deren Vater Chad Fiona befreundet ist und ein dunkles Geheimnis aus Kindertagen teilt...

Wer bei einem solchen Plot aber denk, die Mordermittlungen stünden im Mittelpunkt wird leider enttäuscht. Valerie Almond ist nur eine unter vielen Protagonisten und so ziemlich die einzige, die ich als erträglich und nicht vollkommen dumm empfunden habe. Weitere sind Gwen Beckett, eine 35jährige graue Maus, die mit ihrem Vater, dem mürrischen Chad, einsam auf einer Farm lebt, ihr Verlobter Dave Tanner, ein gut aussehender Frauenheld, von dem keiner versteht, was er an Gwen findet, die Feriengäste der Becketts, Jennifer und Colin Brankley, und die Enkelin der ermordeten Fiona, die Londoner Ärztin Leslie Cramer, frisch geschieden und fast 40.

Bezeichnend finde ich bei diesem Roman, dass alle Personen trotz des Umfangs des Buches von über 650 Seiten farblos bleiben. Die meisten versteifen sich in ihren persönlichen Problemen, über die sie unentwegt in Pseudo-Psychologen-Manier sinnieren. Denken sie über andere Personen nach, kommen auch ständig die gleichen Auffälligkeiten auf den Tisch und ich frage mich, ob ich wirklich von jedem Protagonisten (mehrmals) lesen muss, dass Chad wortkarg oder Gwen unscheinbar und schlecht gekleidet ist. Irgendwann hat man es verstanden und diese Wiederholungen fangen an zu langweilen. Anstatt sich ständig zu wiederholen hätte Frau Link ihre Seiten besser mit neuen Informationen gefüllt, um ihren Charakteren mehr Tiefe zu geben. Das wurde leider versäumt.

Leslie Cramer, die man noch am ehesten als Hauptprotagonistin ausmachen könnte, soll wohl durch ihre Schicksalsschläge sympathisch wirken, mich hat sie genervt. Völlig irrationales Verhalten, ständiges unbegründetes Selbstmitleid und Gefühlskälte kennzeichnen diesen Charakter. Der Leser ist nur leider sehr an Leslie Cramer gebunden, da er Fionas dunkles Geheimnis, das sie aufgeschrieben und per Email an Chad geschickt hatte, nur dadurch erfährt, indem er bei Leslie "mitliest". Während alle anderen Protagonisten normal schnelle Leser zu sein scheinen und problemlos die paar Seiten in wenigen Stunden bewältigen können, braucht Leslie dafür mehrere Tage, was so ziemlich der gesamten Handlungszeit des Buches entspricht. Es wirkt auf absurdeste Art in die Länge gezogen. Dabei fragt man sich, was sie abhält. Immerhin hat sie Urlaub, hängt in der Wohnung ihrer toten Großmutter rum und unternimmt sehr wenig, jedenfalls nichts, was Tage ausfüllen würde.
Irgendwann, auf Seite 403, also schon weit nach der Hälfte des Romans, kommt auch Leslie mal der Gedanke, dass sie endlich weiterlesen müsste, um das Geheimnis ihrer Großmutter endlich zu erfahren. Und ich als Leser denke: "Ja, richtig, super Idee, endlich!" und Leslie setzt sich aufs Sofa und ... ist plötzlich ganz müde und macht erstmal ein Nickerchen. Ich konnte es kaum fassen!

Ein weiteres Problem des Buches war, dass die ganze Story extrem konstruiert wirkte und neben Leslie auch alle anderen Protagonisten an chronischer Dummheit zu leiden scheinen. Es ruft zum Beispiel nie jemand die Polizei, was vor allem zum Ende hin einfach nicht mehr logisch begründbar ist. Es wirkt völlig an den Haaren herbeigezogen.
"Ach, ich glaube das ist der Mörder, aber bevor du die Polizei rufst, ziehe ich nur mit Taschenlampe noch eine halbe Stunde allein durchs Niemandsland, um ihn zu finden" oder "Ach, ich glaube die sind in Gefahr, aber bevor wir die Polizei rufen, die in wenigen Minuten da wäre, fahren wir lieber selbst eineinhalb Stunden hin und schauen mal selbst nach" - solche Situationen haben mich wahnsinnig gemacht.

Das Ende ist dann auch noch enttäuschend und denkbar unspektakulär und man fragt sich, wozu man Fionas dunkles Geheimnis überhaupt gelesen hat - wenn es auch das einzig lesenswerte an dem Roman war - denn viel zu tun hat es mit der ganzen Geschichte letztendlich nichts.

Dabei fand ich den Anfang des Buches noch ganz gut, halbwegs spannend, gut geschrieben, flüssig zu lesen, interessant. Eigentlich mag ich auch den spannungsaufbauenden Stil am Anfang, immer nur Andeutungen zu machen. Allerdings muss ein guter Autor den Punkt abfangen können, an dem man von noch spannenden Andeutungen zum Klartext übergeht. Das ist hier nicht geschehen und daher verlor sich bei mir jegliche Spannung, durch die konstruierte Handlung und das teilweise schon absurde "In-die-Länge-ziehen". Ich war schon bald frustriert und gegen Ende habe ich mich wirklich gequält, weil ich sowohl gelangweilt als auch genervt nur noch das Ende erfahren wollte.

Für mich hat Charlotte Link in diesem Roman eine große Chance vergeben, etwas wirklich gutes zu schreiben. Für den guten Anfang und Fionas nicht uninteressante Geschichte gebe ich noch zwei Sterne. Noch einmal lesen würde ich das Buch nicht. Leider keine Empfehlung, erst recht nicht für Krimi- oder Thrillerliebhaber.

PS: Vorhersehbar ist es auch noch. Man muss einfach nur nachprüfen welcher der Hauptcharaktere nie als direkter Protagonist auftaucht und uns so als einziger nicht Einblick in seine Gedanken um den Mord gibt. Man merkt es dadurch leider sehr früh. Ein klarer Makel, der bei so vielen Protagonisten schnell auftreten kann...
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