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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 18. November 2011
"Wenn die Band etwas an Energie vermissen lässt, dann deswegen, weil wir die ganze Nacht Sex hatten. Wir geben unser Bestes." Mick Jaggers Ansage zu Respectable (nur auf der DVD zu finden) ist kokett, und er hat sie bestimmt nur für die Kameras gemacht, die am 18.7.1978 im Will Rogers Memorial Center in Fort Worth, Texas liefen: der Auftritt der Stones ist wild, lärmig und aufregend, der Sound hervorragend - all dies unterstreicht den Unterschied zum von mir wenig geschätzten Album "Love You Live" von 1977 einmal mehr. Keith und Ron sind zu meiner Freude gleichwertig im Mix zu hören. Die beiden Keyboarder bei dieser und der nächsten Tour, Ian Stewart und Rons alter Faces-Kumpel Ian McLagan, sind aber bis auf wenige Ausnahmen (Miss you) leider wieder nur im Hintergrund zu erahnen und auch nur für wenige Momente im Bild.

Die Bildqualität ist aufgrund der stärker ausgeleuchteten Bühne deutlich besser als beim '72er Konzertfilm "Ladies and Gentlemen", sie erlaubt einen guten Blick auf Keiths restauriertes Frontgebiss und sogar auf Micks rot lackierte Fingernägel!

Ich bin nicht sicher, ob der 85-minütige Konzertteil (keine Untertitel) komplett ist; die Bandvorstellung fehlt, und am 14.6.'78 in New Jersey zum Beispiel waren zusätzlich noch Lies und Street Fighting Man im Programm. Die Band spielt sehr tight und traut sich mit ihrem damals aktuellen Hit-Album "Some Girls" im Rücken, gleich sieben Songs davon zu spielen - und das noch direkt hintereinander, was zeigt, wie sehr die Stones hinter dem neuen Material standen. Bis auf Far away Eyes (mit Jagger am E-Piano und einem Fiddle-Solo von Doug Kershaw, der auch das Vorprogramm bestritt) gefallen mir alle diese Songs live besser als in ihren Studioversionen: Miss you erreicht mit achteinhalb Minuten genau die Länge der Maxi-Single, und When the Whip comes down hat nur hier eine Extrastrophe. In Star Star (für diese Publikation offiziell wieder in Starfucker zurückbenannt) baut Jagger Jimmy Page in den Text ein, mit Let it rock (war auch '71 im Programm) und Sweet little 16 sind zwei Chuck Berry-Reminiszenzen an die Stein-Zeit der Band dabei, wie überhaupt Keith den Altmeister an jenem Abend oft zitiert. Happy bietet eine der seltenen Gelegenheiten, ihn auch mal wieder Slide spielen zu sehen. Der Rest besteht fast ausschließlich aus den bewährten Hits.

Das Bonusmaterial bietet das obligatorische Mick Jagger-Interview (15 Min.), in dem er berichtet, dass er Miss you mit Billy Preston schrieb, nicht zuletzt weil Keith gerade im Gefängnis saß - ein weiteres Beispiel für einen Stones-Song, für dessen "Inspiration" der beteiligte Musiker offenbar nicht an den Tantiemen beteiligt wurde. Die deutschen Untertitel sind etwas fahrig übersetzt: der Konzertpromoter hieß einfach Bill Graham, nicht "Billy"; und Billy Preston saß beim Komponieren und Jammen mit Jagger vielleicht am Schlagzeug und lieferte den Grundbeat - aber er war ganz gewiss nicht "ihr Drummer". Die "changes" in Shattered bezeichnen die Akkord- und nicht etwaige Tempowechsel. Im Fernsehinterview von ABC News 20/20 (5 Min.) ist mit "together/untogether" nicht gemeint, wer am meisten "mit der Band zusammen" bzw. "nicht zusammen" war, sondern wer in der Band in etwa "der Vernünftigste" bzw. "der Ausgeflippteste" sein konnte. Der "Saturday Night Live"-Beitrag vom Oktober '78 (20 Min.) bringt ein witziges Jagger-Interview aus der "Tomorrow Show" mit Dan Akroyd und dann Beast of Burden, Respectable und Shattered live vor Studiopublikum, wobei Jagger so heiser ist, dass er besonders in den höheren Lagen ziemlich zu kämpfen hat; diese Versionen kommen auch nicht so gut rüber wie im Konzertteil.

Ein neues Stones-Album ist nicht in Sicht, und so wird nun, 33 Jahre nach seiner Entstehung, der offizielle Mitschnitt der kurzen '78er Stones-Tournee nachgereicht. Für mich kommt natürlich nur die DVD-Ausgabe mit der beigefügten randvollen Live-CD (80:00!) infrage, diese ist praktisch die "offizielle" '78er Stones-Live-CD - endlich!
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