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Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teilweise Rückkehr zu gewohntem Sound, 28. Mai 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gaudi (Audio CD)
Dieses Album beginnt mit einer gaanz großen Geste. Es ist vielleicht sogar der großartigste Anfang, den Parsons und Woolfson jemals fabriziert haben. Ominöses Dröhnen, Hufgetrappel, Glockengeläut und der Monolog über den spanischen (genauer: katalanischen) Architekten Antonio Gaudi - so muss ein Album anfangen! Und es wird immer besser: "La Sagrada Familia" ist ein neunminütiges Monument, getragen vor allem von der unglaublichen Stimme John Miles' (am Ende singt auch noch kurz Eric Woolfson). "La Sagrada Familia" knüpft an den sinfonischen Artrock der ersten Project-Alben an und ist mit seiner Fusion aus Prog und spanischen Klängen ein angemessenes Denkmal für Gaudi. Doch leider kann das Album dieses Niveau nicht halten: Erst am Ende von "Inside Looking Out" kommt wieder spanisches Flair auf, noch deutlicher dann im sich anschließenden Instrumental "Paseo de Gracia", das Motive des Openers wieder aufgreift und dazu ein Flamenco-Solo präsentieren kann. Auf den anderen Tracks versuchen Parsons und Woolfson eher, an die Alben vor "Stereotomy" anzuknüpfen. Tatsächlich ist die Project-Handschrift deutlicher erkennbar als noch auf "Stereotomy". Doch das Problem ist, dass ein neues "Eye in the Sky", "Don't Answer Me" oder "Prime Time" nicht in Sicht ist. So gesehen, bleibt "Gaudi" irgendwie stecken - einerseits haben die Songs nur geringes Chartpotenzial, andererseits ist das Album bei weitem nicht so kompromisslos wie das im Grundansatz ja durchaus vergleichbare "Tales of Mystery and Imagination".

Doch "Gaudi" nimmt auch nicht in Anspruch, ein Konzeptalbum ÜBER Gaudi zu sein - es wurde von ihm lediglich "inspiriert". Im Falle von "Closer to Heaven" und "Standing on Higher Ground" sollte der architektonische Bezug offensichtlich sein - "Too Late" dagegen scheint eher den Konflikt zwischen Arbeit und Familie zu porträtieren, der auch bei Gaudi vorhanden war.

Bei "Too Late" singt mal wieder Lenny Zakatek, mit dessen heiserer Stimme ich mich nie so richtig anfreunden konnte. Dafür gibt es ein schönes, an Gary Moore erinnerndes Gitarrensolo von Ian Bairnson (übrigens neben Parsons und Woolfson der einzige Musiker, der an allen APP-Alben mitgewirkt hat). Bei "Closer to Heaven" singt wieder Eric Woolfson und schwingt sich dabei in erstaunliche Höhen auf. Die Produktion ist absolut hörenswert: Man hat wirklich das Gefühl, zwischen den Wolken zu schweben. Die Melodie ist simpel, aber genial. Das Arrangement ist unglaublich "luftig". "Closer to Heaven" ist ein übersehenes Schmuckstück. "Standing on Higher Ground" (gesungen von Geoff Barradale) dagegen scheint eher wieder den Synthie-Sound von "Stereotomy" zu reaktivieren. Spätestens hier wird auch deutlich: Alan Parsons hat die digitale Technik zwar besser im Griff als bei "Stereotomy". Doch auch wenn der schneidend-kalte Sound der Keyboards (gerade in den Höhen) und der flach-klatschende Sound der Snaredrum nicht mehr so aufdringlich sind als beim Vorgänger, so nervt beides immer noch - und während es auf "Stereotomy" ja durchaus zur Atmosphäre beitrug, so stört es hier doch immer mehr, da die Musik sich mehr an den frühen Alben orientiert und dementsprechend eine erdigere Produktion gebraucht hätte. Auch hier gibt es übrigens einige geniale Einfälle von Ian Bairnson. "Money Talks" fügt sich nicht wirklich in das Gesamtkonzept ein. Ähnlich wie (das ebenfalls von John Miles gesungene) "In the Real World" vom Vorgängeralbum wäre es eigentlich eine perfekte Single geworden. Kraftvoller Rock war noch nie die Stärke des Projects, und trotz vieler erzwungener Scherze im Text ("it's heads you lose and tails they win"; "Redskins, White Sox, money talks"; Alan Parsons Vocoder am Ende) ist das Stück eigentlich ziemlich humorlos. Also kein Vergleich mit "Money" von Pink Floyd, an dem Parsons ja auch mitgewirkt hat. "Inside Looking Out", wieder gesungen von Woolfson, bringt dann die Melodramatik zurück, und die Melodie sowie das luftige Arrangement mit Akustikgitarre sind auch sehr schön (wobei mich die eingestreuten Hintergrundgeräusche an Pink Floyds "The Final Cut" erinnern). Der Schluss ist mir allerdings einfach zu lang. Es kommt mir schon so vor, dass Eric Woolfson langsam die Ideen ausgingen, denn besonders lang ist das Album ja nicht, und es besteht auch nur aus sieben Titeln. Doch am Ende wird doch noch alles gut: Eine wunderbare Überleitung - die einzige des Albums (!) - führt von "Inside Looking Out" in das Instrumental "Paseo de Gracia", stilecht mit spanischer Gitarre und Kastagnetten und den APP-typischen Hörnern. Ähnlich wie bei "Stereotomy" sorgt das Wiederaufgreifen des ersten Tracks für einen Déjà-Vû-Effekt, auch wenn die Ausblendung einen etwas unbefriedigt zurücklässt.

"Gaudi" ist definitiv kein Meisterwerk. Es fehlt die thematische Konsistenz, und viele Ideen werden für meinen Geschmack einfach zu lange ausgelutscht (das betrifft NICHT "La Sagrada Familia"). Andererseits klingt es wieder mehr nach Alan Parsons Project (also wohl nach Eric Woolfson, der ja für den Trademark-Sound des Projects verantwortlich war). Eher ein Geheimtipp, und mit "La Sagrada Familia", "Closer to Heaven" und "Paseo de Gracia" enthält es zumindest drei Songs, die voll überzeugen können. Ich möchte hier auch noch mit einem Irrtum aufräumen. Das Ende des Alan Parsons Projects war nicht 1987, sondern erst 1990. Nach "Gaudi" kam zunächst die Überarbeitung von "Tales" und dann "Freudiana", an dem Parsons auch noch als Produzent mitwirkte.

Anders als bei "Stereotomy" gibt es hier wieder einiges an Bonus-Material, wobei nicht alles wirklich spannend ist (und der Sound der Rough Mixes auch nicht gerade berauschend ist). Bei "Too Late" gibt es ein Intro, das auf der endgültigen Version fehlt; außerdem hört man Eric Woolfson einen "Guide Vocal" singen, der nicht aus viel mehr als "la-la-la" besteht. Interessant "Standing on Higher Ground/Losing Proposition", wo Eric Woolfson versucht hatte, zwei Songs zu verbinden. Am Anfang hört man ihn jodeln - kein Wunder, er befindet sich ja auf "higher ground"! Gegen Ende kriecht Geoff Barradale geradezu aus den Boxen. "Money Talks" gibt es komplett ohne Gesang sowie die isolierten Overdubs von Chris Rainbow mit etwas Percussion. Verschiedene Aspekte desselben Stücks verändern die Wahrnehmung des fertigen Mixes - auf einmal nimmt man Dinge wahr, die man vorher so nicht bemerkt hat. Ähnliches gilt für "Closer to Heaven", wo man das Saxophonsolo von Richard Cottle und wieder Chris Rainbows Backing-Chöre isoliert hören kann. "Paceo de Gracia" unterscheidet sich nur geringfügig von der fertigen Version (der Chor wurde am Ende weggelassen [!]). "La Sagrada Familia" ist extrem "trocken" und auf keinen Fall optimal abgemischt - laut Parsons war es einer der schwierigsten Mixe überhaupt, da so viele Elemente involviert waren: Orchester, Cello, Saxophon, Chor, Kastagnetten, Gesang, Backgroundgesang, E-Piano, Orgel etc. Wenn man diesen frühen Mix im Vergleich zum Endprodukt hört, merkt man erst, was für ein großartiger Produzent Alan Parsons ist.
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