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Kundenrezension

am 20. November 2011
Vor einigen Tagen war ich als praktizierender Dylanist im Zürcher Konzert des Meisters. His Bobness bellte, krächzte, keuchte wie schon seit Jahren ins Mikrophon. Dazu tapste er uninspiriert und unpassend auf seinem Kinder-Keyboard herum. Und wie üblich applaudierte das Publikum (so auch ich) artig und in Demut. Immerhin stand Gott auf der Bühne.

Und was hat das nun mit dem neusten Erzeugnis von Jo Nesbo zu tun? Dass man über wandelnde Legenden und klinisch Tote nichts Schlechtes sagt. Mister Tambourine Man war für die Musikwelt das, was Harry Holt für die zeitgenössische Krimi-Literatur war: Ein Erneuerer, Revolutionär, ein Messias. Ich habe alles von Nesbo verschlungen, vom Erlöser zum Schneemann und zurück. Einige Bücher non-stop im Tag-und-Nacht-Betrieb. Andere gleich zwei Mal. Mit "die Larve" hatte ich zum ersten Mal so richtig Mühe und hätte die Lektüre wohl vorzeitig beendet, wenn das Buch nicht von IHM wäre. Ich biss mich durch in der Hoffnung, dass irgendwann das Nesbo'sche Genie, der subtile Witz und eben alles, was Nesbo ausmacht, erscheinen muss. Fehlanzeige! Der Plot ist an vielen Stellen schlicht und einfach falsch, die Dramaturgie ist in Urlaub, die Sprache findet statt. Die Folterszenen sind nun dermassen absurd und unrealistisch, dass das Lachen nicht mehr im Halse stecken bleibt, sich aber auch kein Erschauern mehr einstellt. Der Haufen an Zufällen ist so hoch, dass man nicht mehr einfach darüber steigen kann. Ach ja, und die Liebes-Kiste mit Rakel: Schwamm drüber.

Nein, ich bin nicht enttäuscht, denn schliesslich hat ER uns dero acht geniale Bücher beschert. Und wie Bob Dylan hat auch Jo Nesbo das Recht, sich nun auszuruhen und sich bewundern zu lassen. Ob Harry das Zeitliche segnete, ist nicht klar. Also besteht Hoffnung, dass weitere Bücher folgen. Die ich mir wieder kaufen werde. Klar doch, was denn sonst. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Und falls der seltsame Nicht-Schluss tatsächlich bedeutet "Harry Holt schon mal den Wagen", werde ich "die Larve" einfach aus der Bibliothek entfernen und so tun, als hätte es diese Entgleisung nie gegeben. So wie die letzten Konzerte von Bob Dylan.

Ich vergebe fünf Sterne für SEIN Gesamtwerk und zwei Sterne für "Die Larve" - als Ehrbezeugung für ihren Schöpfer. Und nur dafür.
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