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Kundenrezension

am 5. April 2009
Quentin Tarantino ist ein immer wieder gern diskutiertes Thema unter Filmfans weltweit. Seine Technik wird seit seinem Durchbruch mit "Pulp Ficiton" auch von alteingesessenen Regisseuren immer wieder gern kopiert und auf diese Weise wurde der Halbautodidakt der wohl einflußreichste Filmschaffende der letzten 20 Jahre. Jedesmal, wenn ein neuer Tarantino - Film im Kino Premiere feiert, streiten sich die Experten: Ist es nun hohe Kultur oder ist es Müll? Ist Tarantino der große Neuerer der Filmwelt oder klaut er einfach nur aus unzähligen, meist längst vergessenen Streifen und fügt die Einzelteile virtuos zusammen? Nähme man die ganzen Zitate und in anderer Form schon einmal gesehenen sensationellen Szenen einmal weg, bliebe dann vom großen Tarantino noch irgendwas übrig? Von seiner Fähigkeit, unvergessliche Szenen zu bauen über sein Gespür für den optimalen Einsatz von Musik bis hin zu seinem Fußfetischismus gibt es unzählige Exegesen über sein gemessen an anderen Meisterregisseuren noch recht schmales Werk und bis bei diesen Diskussionen etwas auch nur ansatzweise Brauchbares herauskommt, habe ich mich entschieden, seine Filme einfach nur zu lieben. Tarantino hat einen untrüglichen Instinkt für dramatische Wirkung einer Szene, einen unbestechlichen Blick, was Rollenbesetzungen angeht und verhalf nicht nur Uma Thurman zum endgültigen Durchbruch, sondern kurbelte auch die stagnierten Karrieren von Bruce Willis, John Travolta, Michael Keaton usw. wieder an. Seine Filme liebt man oder haßt man, man wird kaum jemanden finden, dem sein Werk egal ist.
"Kill Bill" ist meiner Meinung nach bislang sein Meisterwerk. Insgesamt vier Stunden lang zeigt Tarantino eine epische Geschichte um ewige Themen: Schmerz, Verbrechen, Rache, Liebe und Erlösung. Ursprünglich als ein Film geplant (was wahrscheinlich zu einem ähnlichen Desaster geführt hätte, wie seinerzeit Michael Ciminos "Heaven's Gate"), entschied man sich nach konsequenter Weigerung des Regisseurs, "Kill Bill" um mindestens eine halbe Stunde zu kürzen, für eine Veröffentlichung in zwei Teilen. So bekommt man hier zwei inhaltlich zwar klar verbundene, in Machart und Aussage jedoch recht unterschiedliche Filme, von denen jeder für sich auf seine Art ein Hochkaräter ist.
Im 1. Teil steht klar die Action im Vordergrund. Als einstmals wichtigstes Mitglied des "Deadly Viper Assasination Squad" macht sich Uma Thurman als zunächst namenloser Racheengel auf die Jagd nach ihren einstigen Komplizen und ihrem frühreren Geliebten, dem vorerst recht mysteriösen Bill, nachdem diese ihre Hochzeit in ein Blutbad verwandelt und die schwangere Braut selbst mit einem Schuß ins Gesicht ins Koma geschickt haben. Nachdem die Braut im Krankenhaus wieder zu sich gekommen ist und festgestellt hat, daß sie ihr Baby verloren hat, besorgt sie sich auf recht unkonventionelle Art einen fahrbaren Untersatz, fertigt eine Todesliste an, fliegt nach Tokyo und überredet den Meisterschmied Hattori Hanzo, der eigentlich der Herstellung von Mordinstrumenten abgeschworen hat, zu einem letzten Meisterschwert. Mit dieser tödlichen Katana ausgestattet geht es in einem beeindruckenden Showdown im "Haus der Blauen Blätter" gegen die "Crazy 88" und den Boss der Bosse der Yakuza, die einstige Mitkillerin O - Ren Ishii (Lucy Liu). Teil 1 besticht durch das rasante Erzähltempo (natürlich wieder mit Tarantinos bewährtem Stilmittel, die zunächst völlig unklare Handlung mittels Rückblenden zu erhellen), virtuosen Einsatz verschiedener Filmtechniken (Schwarzweiß - Überblendungen an prägnanten Stellen, ein Anime - Film usw...), martialische und hervorragend choreographierte Kampfszenen und unvergessliche Bilder wie das finale Duell zwischen O - Ren und der Braut im verschneiten Hof des Restaurants.
Im 2. Teil geht es entschieden subtiler und dialoglastiger zu Werke. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sich im Kinocenter in Celle die versammelte (meist männliche) Jugend mit großer Vorfreude auf ein weiteres Schlachtfest versammelt hatte und schließlich mit langen Gesichtern das Kino verließ. "Kill Bill Vol. 2" beleuchtet das Innenleben der Figuren, man bekommt eine bestens aufgelegte Uma Thurman, die eine ausgezeichnete schauspielerische Leistung liefert, einen unnachahmlich lakonischen Michael Madsen, eine Daryl Hannah, die sich in beeindruckender Weise von der 80er - Jahre - Standard - Blondine zur Charakterschauspielerin gewandelt hat und einen absolut coolen (wenn auch etwas wackeligen) David Carradine als Erzbösewicht mit weicher Seite zu sehen.
Kritik und Publikum sind noch immer gespalten, was "Kill Bill" angeht. Viele sehen eine logische Weiterentwicklung in Tarantinos Werk und erklären den Film (für mich funktioniert er in der Tat nur als ein Film) zu seinem Meisterwerk. Diejenigen, die auf ständiger Wiederholung beharren und auch von Tarantino erwarten, daß er "Reservoire Dogs" und "Pulp Fiction" wieder und wieder dreht, sehen sich von ihrem Idol (das wohl schon seit "Jackie Brown") verraten und im Stich gelassen. Wie auch immer, die beständige Diskussion hält einen Film am Leben und in Erinnerung und "Kill Bill" ist ein Film, der nie in Vergessenheit geraten sollte, dazu ist er zu genial inszeniert.
Auf beiden DVDs gibt es die (für den europäischen Markt) ungekürzten Versionen des Films mit diversen Extras (Making Of zu beiden Filmen, Musikvideos und entfallene Szenen) in bester Bild - und Tonqualität zu sehen, leider bekommt man keine weiteren Extras im Unterschied zu den ursprünglichen Kauf - DVDs dazu. Aber keine Sorge, der Director's Cut wird bestimmt eines Tages in den Läden stehen.
Bis dahin kann man nur sagen: Ein wunderbarer, vielschichtiger, actionreicher und mit Humor der tiefschwarzen Sorte getränkter Film, den man immer wieder sehen kann. Unbedingte Empfehlung.
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