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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 16. November 2013
Etwas Rauschhaftes muss über den Sommerwochen 1991, 1992 und 1995 gelegen haben, als sich in Peter Gabriels "Real World Studios" in der britischen Provinz insgesamt 75 Musiker aus mehr als 20 Ländern einfanden, so viele, dass Gabriel befürchtet, sich heute nicht mehr an alle erinnern zu können, wie er in den Linernotes schreibt. Wie zufällig, so will die Entstehungsgeschichte glauben machen, sei die Musik entstanden, aus dem ständigen Kommen und Gehen Einzelner und Gruppen. "Leute aus der ganzen Welt", erinnert Gabriel sich, "die von Musik und einem Café, das 24 Stunden am Tag geöffnet war, ernährt worden sind. Es war ein gigantischer Spielplatz; es gab Tonstudios auf dem Rasen ... Wir hatten Dichter und Songwriter ... Irgendwann verschwanden alle im Dunkeln und machten Geräusche - und wir waren da, um sie aufzunehmen." Andererseits: Wenn überhaupt jemand, dann ist es Peter Gabriels Studio, in dem solche Szenen denkbar sind. Wo etwa begegnen sich ein französisches Techno-Duo (Deep Forest), amerikanische (Joseph Arthuer), irische (Iarla Ó Lionáird) Sänger und eine afrikanische Roots-Band (Papa Wemba) - um schließlich ein gemeinsames Lied (ALTUS SILVA) aufzunehmen? Eben.

Was in dieser ungewöhnlichen Atmosphäre entstanden war, benötigte allerdings mehr als ein weiteres Jahrzehnt, um schließlich den Weg auf eine CD zu finden. "Big blue ball" wird deshalb zwar als Peter Gabriels jüngstes Werk gefeiert, hat aber in Wahrheit schon mehrere Jahre auf dem Buckel: Auch die Songs, die er für das Album selbst beisteuerte, stammen aus der ersten Hälfte der 90er Jahre. Hört man sie, erkennt man sofort die zeitliche Nähe zu den großen Alben "So" und "Us", mit denen Gabriel damals seinen Ruhm als Welt-Musiker begründete, inklusive seiner damaligen Partnerin Sinéad O'Connor, die auf "Big blue ball" in einer wegweisenden Koproduktion mit chinesischen und japanischer Musiker zu hören ist (EVERYTHING COMES FROM YOU). 2007 nahm Gabriel den endgültigen Mix des Stücks auf, indem er RealWorld-Neuzugang Sevara Nazarkhan aus Usbekistan bat, eine eigene Gesangspartie zu ergänzen.

So wurde die ursprüngliche Zahl der Beteiligten nochmals erweitert, und neben Sinéad O'Connor und Sevara umfasste sie Drummer Manu Katché, Jah Wobble, Karl Wallinger (The Waterboys), Stephan Hague, Papa Wemba, die Ungarin Marta Sebestyen, Rossy aus Madagaskar und nicht zuletzt eine überragende Natacha Atlas, die unter dem Dach des Real World-Studios Hossam Ramzys ägyptischem Streicher- und Percussionensemble begegnete und HABIBE aufnahm, ein betörend schönes orientalisches Liebeslied. In den Linernotes wird beschrieben, dass die Originalaufnahme "über 20 Minuten lang war. Alle saßen in einem Raum, die Streicher in der Mitte, Peter (Gabriel) und Karl (Wallinger, Produzent) dirigierten von der Seite aus." Was den Weg auf "Big blue ball" fand, dauert immer noch sieben Minuten, und sie sind nicht der einzige Höhepunkt dieser Büchse der Pandora, die Gabriel nun für das Publikum öffnete.

Gerade auch die beiden von ihm selbst gesungenen Stücke, der Opener WHOLE THING und mehr noch BURN YOU UP, BURN YOU DOWN (mit den fabelhaften amerikanischen Holmes-Brothers als Backgroundchor und Billy Cobham als Drummer), haben absolutes Hitpotential, oder hätten es in "ihrer" Zeit gehabt. Denn inzwischen, so muss man konstatieren, ist die Zeit weiter gegangen, Gabriel wohl mit ihr, doch diese Aufnahmen aus der Pionierzeit einer globalen, auf Verschiedenheit und gegenseitiger Anerkennung beruhender Musikkultur, um deren Förderung Gabriel sich wie kein Zweiter verdient gemacht hat, führen direkt zu seinen kreativsten, mithin besten Jahre zurück. Noch immer kann er sich an großen Melodien, charismatischen Stimmen, mysteriösen Rhythmen und donnernden Beats berauschen, die Welt in einer CD-Länge umrunden und selbst einen Schritt zurücktreten, um seine, meist noch unbekannten Kollegen aus aller Welt ins Rampenlicht treten zu lassen. Es wäre zu wünschen, dass die Realworld-Studios noch viele weitere Sommer dieser Art erleben.
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