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Kundenrezension

am 3. September 2009
"...Ich kann tausend schöne Lieder, die sind alle nicht von mir."
Ganz so schlimm, wie im letzten Lied des Albums ist das Hongkongkonzert nicht, aber passend zu seiner fiktiven Rolle als Stimmungsmacher und Alleinunterhalter, bringt Rainald Grebe in seinem neuen Programm viele Lieder fremder Künstler zu Gehör.

Nun ist es also da, das sechste Album des sprachlich hintergründigen Rainald Grebes. Das dritte Soloalbum. Das Hongkongkonzert. Qualitätsware. Wieder mal ein Volltreffer. Nicht ganz so stark, wie "Das Abschiedskonzert", oder "Das Robinson Crueso Konzert", aber ungefähr auf gleicher Höhe wie "Kapelle der Versöhnung" und um einiges besser als "1968" und "Volksmusik"
Auch wenn das Konzert in der Breite recht gehaltvoll ist, so fehlt doch manchmal der letzte Biss. Einen großen Wurf wie "Familie Gold" oder "Reich mir mal den Rettich rüber" gelingt Grebe auf diesem Album nicht. Vielleicht liegt es daran, dass er in den letzten Jahren recht fleißig Material produziert. Vielleicht hätte er sich für dieses Programm etwas mehr Zeit lassen sollen.

Wieso Hongkongkonzert? Das verrät uns Track 7 - Hongkong.

Mit 77 Minuten ist die CD gut gefüllt mit abersinnigen Texten und Liedern, die mal zum Schunkeln/Schmunzeln und mal zum Nachdenken anregen. Wieder gelingt Grebe der Spagat zwischen klamaukigem Nonsens und humorvoller Tiefsinnigkeit. Für alle, die Grebe noch nicht kennen: Diese CD ist nicht zum oberflächlichen Drüberhören. Man muss schon genau hinhorchen und ab und zu um ein paar Ecken denken.
Oft erschließen sich der Sinn und Witz von Grebes Texten und Melodien erst lange Zeit später, weil er in seinen Liedern zahlreiche Anspielungen und Zitate verarbeitet. Um die alle sofort zu erkennen, müsste man über ein sehr breites Spektrum an Allgemeinbildung verfügen. Er verwurstet Melodien von Shostakovich ebenso wie bekannte Schlager, zitiert Adorno ebenso wie Stadionparolen.
Und um dem Album noch mehr Resonanz und Vielschichtigkeit zu verleihen, bauen viele Lieder auf die vorigen Alben auf, ohne jedoch das Konzept des Hongkongkonzerts außer Acht zu lassen.
So ist "Fußgängerzone" eine Fortsetzung von "Meine kleine Stadt" (DAK).
"Sachsen" reiht sich in die Gruppe der Ost-Hymnen ein, auch wenn es leider nicht deren Genialität erreicht.
"Dr. Fuchs" ist eine Anlehnung an das "Wochenendseminar" (DAK).
"Ballermann" ist ebenso wie "Volkslieder singen" (VM) ein Potpourri bekannter Melodien.
"Der Kandidat" ist eine Weiteführung von "Der Präsident" (1968).
"Silvester" ist eine Fortführung von "Die Fete" (KdV), in dem es ein Wiedersehen mit Dörte gibt.
"Verliebt" steht in einer Folge mit "Wenns am schönsten ist" (AK) und "Single in Berlin" (VM).
Diese Erkenntnis braucht man zwar nicht, um sich an dem Album zu erfreuen, aber es ermöglicht eine andere Sichtweise.

Zum Konzept des Albums:
Das Konzert verfolgt hauptsächlich den Gedanken eines Alleinunterhalters, der an Verträge gebunden in Möbelhäusern, Seniorenheimen usw. spielen muss. Der sein Leben lang fremde Hits spielt und selbst versucht den EINEN großen Hit zu schreiben. Zwischendurch gibt es immer wieder aberwitzige Episoden aus China.

Rainald Grebe präsentiert sich in diesem Album mal wieder als hervorragender Beobachter seiner Umwelt. Diese Beobachtungen setzt er entweder in humorvolle Lieder um (Urlaub in Deutschland) oder in recht ernste (Karoshi), aber immer auf sprachlich hohem Niveau, mit Wortwitz und intelligenten Wendungen.
Mal singt er sich in Ekstase (Ballermann, Der Kandidat), mal schlägt er feierliche Töne an (Silvester, Sachsen) oder zeigt eine seiner seltenen Seiten: die aufrichtig romantische (Verliebt).

Da ich das Hongkongkonzert auch live gesehen habe, gehen leider einige Gags auf der CD unter. Sein Minenspiel ist oft elementar für die Stücke (insbesondere bei "Matthias Reim" und "Der Kandidat"). Was besonders Schade ist: man kommt nicht in den Genuss der Arm schwenkenden goldenen Hasen, die das Zeug zu Kultfiguren hätten.

Das Hongkongkonzert ist amüsant-ernste Unterhaltung vom Feinsten. Ein Album, das sich einem sofort erschließt und auf dem man dennoch immer wieder neues entdeckt, je öfter man es hört.
Kurz: Ein echter Rainald Grebe
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