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Kundenrezension

am 23. Mai 2003
Die guten Kritiken, egal wo man gelesen und mit wem man gesprochen hat, haben mich schon neugierig auf diesen Monumentalschinken mit 1450 Seiten gemacht. Was ich aber dann zu lesen bekam, hat meine kühnsten Hoffnungen und Erwartungen übertroffen, dachte ich doch bisher, Isaac Asimovs Foundationtrilogie könnte nicht mehr getoppt werden, so wurde ich hier eines Besseren belehrt.

Ich könnte noch nicht einmal genau sagen was mir denn so sensationell gut gefallen hat. Die Geschichte ist nicht unbedingt besser oder schlechter als andere SF Geschichten oder der Autor ein Spitzenkönner der seinesgleichen sucht. Im Gegenteil, so weit ich weiß hat er zwar noch einige Romane geschrieben, die aber mehr oder weniger unter -ferner liefen- zu haben sind.

Nein, ich denke, hier hat jemand zum richtigen Zeitpunkt die richtige Geschichte im richtigen Stil geschrieben. Schon allein die Idee der Zeitgräber, die rückwärts durch die Zeit altern, ist einfach herrlich. Auch, das alle Protagonisten auf dem Weg zum Ziel sich den Grund ihrer Reise, bzw. die Motivation die dahintersteckt berichten, wobei jede einzelne Geschichte schon ein Roman im Roman ist, ist für dieses Buch ein hervorragender Gedanke gewesen.

Ein blauer Himmel ist für Dan Simmons nicht einfach nur ein blauer Himmel, sondern eine Begebenheit, die in mindestens einem Hauptsatz und zwei Nebensätzen beschrieben werden muß, wobei Lapislazuli seine Lieblingsfarbe zu sein scheint. Das wirkt aber keineswegs langweilig oder ermüdend, sondern eher wie das Tüpfelchen auf dem i. Simmons macht auch nicht den Fehler, seine technischen Errungenschaften, wie z. B. die Höllenpeitsche oder die Farcasterportale, mühsam erklären zu wollen (ein Zug, den ich an Isaac Asimov immer geschätzt habe), sondern er stellt sie als gegeben hin und als eine selbstverständliche Tatsache. Wo andere Autoren zweieinhalb Seiten brauchen um die technischen Vorgänge beim Start eines Raumschiffes darzulegen, startet es bei Dan Simmons einfach und verschwindet, wie könnte es anders sein, in den lapislazulifarbenen Himmel.

Das erste Buch -Hyperion- handelt von einer illustren Reisegruppe, anfangs zu siebt, später nur noch zu sechst, die auf dem Weg zu eben jenen erwähnten Zeitgräbern ist und der Begegnung mit einem geheimnisvollen und grausamen Wesen namens Shrike entgegensieht.
Dieses Wesen scheint eine Art Hüter oder Begleiter jener Zeitgräber zu sein, welche gerade dabei sind eine unnormale Aktivität zu entfalten und sich zu öffnen. Die Führungsspitze der Hegemonie (eine Art Zusammenschluß von Menschen besiedelter Planeten), der TechnoCore (eine Art allumfassende Datensphäre) und eine eigenartige Kirche, genannt, Kirche des Shrike, entsenden unsere Protagonisten nach Hyperion um dem Geheimnis der Zeitgräber und des Shrikes auf die Spur zu kommen. Aber nicht nur die Hegemonie, sondern auch eine menschliche Splittergruppe, welche in einem erbitterten Kampf mit der Hegemonie steht, die Ousters, versuchen den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Letztere sind sogar der Meinung, die Zeitgräber seien von ihren zukünftigen Nachfahren aus der Zukunft in die Vergangenheit geschickt worden, um die Ousters in dem Kampf gegen die Hegemonie als Waffe zu dienen. Das Buch endet mit der Ankunft der Sechs bei den Zeitgräbern.

Im zweiten Buch gerät eine weitere Person in den Mittelpunkt des Geschehens. Ein Künstler namens Joseph Severn. Die weitere Geschichte unserer Reisenden wird teilweise durch die Augen dieses Mannes erzählt, welcher auf eine nicht unbedingt genau zu bestimmende Art und Weise (Schrön Schleife) mit einem Mitglied der Pilgergruppe in Kontakt steht. Träumt Joseph Servern, träumt er die tatsächlichen Erlebnisse der Pilgergruppe als sei er selber anwesend. Auch auf dem Nebenschauplatz, dem Krieg um den Planeten Hyperion, entwickeln sich die Dinge nicht ganz so wie von der Hegemonie erhofft. Die Ousters erringen einen Sieg nach dem anderen und beginnen mit der Invasion und Zerstörung der Hegemonie. Doch nicht alles ist so, wie es den Eindruck erweckt. Erst nach einiger Zeit erfährt der Leser, wo denn eigentlich der wahre Feind der Hegemonie (und der gesamten Menschheit) zu finden ist und der sitzt nicht in den Reihen der Ousters.

Tja, wie es mit unserer Pilgergruppe weitergeht (es werden immer weniger), wer den Krieg um den Planeten Hyperion gewinnt, welchen unglaublichen Verrat die Präsidentin der Hegemonie, Meina Gladstone, begeht um die Menschheit zu retten, was aus den Zeitgräbern herauskommt und welches tragische und zu Herzen gehende Schicksal die jüngste der Reisegruppe, Rachel Weintraub, erlitten hat - das muß man selber gelesen haben. Und glauben Sie mir, sie werden es nicht bereuen.

Am Ende hat man vielleicht den Eindruck, das alles recht schnell geht und bei einigen Handlungsfäden irgendwie das Ende etwas zu kurz kommt. Man wünscht sich mehr Informationen, so ging es mir auf jeden Fall. Aber dem Gesamteindruck tut das keinen Abbruch.

Fazit:
Es ist schon lange her, das ich von einem Buch so gefesselt gewesen bin, wie von diesem. Vielleicht habe ich auch nur die falschen Bücher gelesen, auszuschließen ist das nicht. Aber hier habe ich jede der 1450 Seiten genossen, der Begriff -Lesefreude- hat hier eine neue Bedeutung für mich gewonnen. Danke, Dan Simmons.
© deval
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