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Kundenrezension

26 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Des Kaisers neue Kleider, 15. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: New (Deluxe Version) (Audio CD)
Für alle, denen meine Rezension zu lang ist, die Kurzfassung: McCartney hat ein mittelmäßig gutes Album herausgebracht, das nicht schlecht ist, aber eben auch nicht wirklich gut, das modern klingt (obwohl McCartney natürlich schon immer Experimente schätzte, man denke an "Press to play", an "Ou est le soleil", an "Electric Arguments" oder an das letzte Stück auf Chaos and Creation - aber mal ehrlich, das waren alles schwache Sachen), vielleicht zuerst gewöhnugsbedürftig, aber nicht wirklich mutig. Die Lieder sind nämlich zum großen Teil, wenn man sie "nackt" hören würde, typische McCartney-Stücke, wie man sie in den letzten 20 Jahren inzwischen schon hundert Mal gehört hat, den "off the ground"-Sachen nicht unähnlich. "Neu" ist nur, dass viele Produzenten die Stücke dann mächtig ausstaffiert haben, was unterschiedlich gut gelungen ist. Man kann das Album gut anhören, es rockt, es hat Balladen, es spielt mit Computern und TripHop, leider bleibt es insgesamt trotz aller bemühter Abwechslung von den Songs her oft langweilig, wobei einige Songs schon ganz gut sind. Aber ein Meisterwerk?

In seinem herzerwärmenden Vorwort deutet McCartney denn auch Zweifel an, ob es richtig war, vier verschiedene Produzenten für sein neues Album zu beschäftigen, darunter die Söhne der Produzenten-Legenden George Martin und Glyn Johns, wie üblich wischt McCartney aber alle Zweifel beiseite und redet wieder mal davon, wie locker alles gewesen sei. Das Album, das herauskam, ist dann aber doch nicht ganz so homogen und toll geworden, wie er gern möchte.
Auf jeden Fall merkt man McCartney an, wie sehr er gerne am Puls der Zeit wäre. Gelungen ist das nur bedingt.
Das erste Stück beginnt ungewöhnlich, rockt los und erinnert vage an Stoner Rock (naja), ist aber beileibe nicht das erste "harte" Stück, das McCartney schrieb (Helter Skelter; Rock Show usw), entfernt erinnert es noch an Helen Wheels, eines seiner schwächeren Wings-Stücke. "Save us" ist sehr gerade aus, aber in Ordnung. Es folgen einige Stücke, die auch alle ok sind, "On my way to work" z.B. ist ein lalala-Lied, wie es McCartney schon hundertmal geschrieben hat, klanglich im neuen Kleid. Immerhin ein interessanter break.
In "Early Days" behandelt McCartney wieder einmal sein altes Trauma. Nur er wisse, wie es gewesen sei, weil er dabei gewesen ist. Die anderen wüssten nicht "who did this and who did that". So kann er in seiner Biographie auch behaupten, er hätte ja Lennon immer beim Komponieren helfen müssen. Leider kann seiner Darstellung keiner mehr widersprechen, Lennon und Harrison leben nicht mehr. Der hu-hu-background-Gesang kommt einem bekannt vor (Goodbye Blue Sky von Pink Floyd?) Ausgerechnet das Titelstück "New" klingt am ehersten nach den Beatles, wenn man allerdings die aufgefahrenen Klangschichten wegnimmt, bleibt wieder wenig.
Ein erster größer Bruch passiert bei "Appreciate", das an Massive Attack oder Portishead erinnert und womöglich besser auf einem seiner Fireman-Projekte aufgehoben gewesen wäre. Vor allem Giles Martin, der schon das grässliche "Love" verbrochen hat, ist für den neuen, moderneren Sound McCartneys zuständig, er hat McCartney das neue Gewand verpasst, aber es ist ein bisschen wie bei des Kaisers neue Kleider. Bei "Looking at her" gibt wieder viel "programming" und zuviel Brimborium. Dabei ist McCartney immer am besten, wenn er einfach handgemachte Musik macht, wie auf dem wunderbaren hidden track, allein am Klavier, oder auch auf "Get me out of here", das den Verdacht bestätigt, dass McCartney sich unbedingt ein bisschen an den Zeitgeist anhängen will, in diesem Fall an Mumford and Sons. Klingt ein bisschen nach "Come on into my kitchen". Ziemlich furchtbar sind nach meinem Geschmack die uhu-hu-hu-/oho-ho-ho-Chöre (Everybody out there), wie man sie von all den bärtigen Folkies kennt, die gerade in sind. Ethan Johns war für die folkigen Sachen zuständig. Bei "I can bet" fragt man sich, weshalb McCartney nicht gleich Jeff Lynne eingeladen hat. Das Stück, das am wenigsten nach McCartney klingt, ist "Road", das, wie auch Track 1 und 4, mit Paul Epworth zusammen geschrieben wurde. "Turned out" beginnt wie ein Wings-Stück, insgesamt hat mich jedoch vieles von den Lieder von ihrer Struktur her an die Zeit von "Flowers in the dirt" und "Off the ground", ein ziemlich schwaches Album meiner Meinung nach, erinnert.

Dass die CD nach den Beatles klingt, wie macherorts behauptet wird, kann ich nicht unterschreiben. Auch wirklich mutige Neuerungen, wie seinerzeit bei McCartney II, sucht man vergeblich. Mich beschleicht das Gefühl, dass eine gewisse Einfallslosigkeit und Wiederholung durch die moderne Produktion, durch den sound verschleiert werden sollte (alter Wein in neuen Schläuchen). Dennoch insgesamt ein nicht schlechtes Album, das sicher noch wachsen kann. Dennoch: von den jüngeren Werken gefiel mir "Chaos and Creation" deutlich besser. McCartney wird die Kritik nicht kümmern, da er doch ziemlich von sich selbst eingenommen scheint, was man auch an den lyrics immer wieder ablesen kann ("Listen to me!"; "I know what it's like" usw.)
Also, des Kaisers neue Kleider: alle applaudieren (5 Sterne-Rezensionen) dem angeblich neuen Gewand, doch tatsächlich....
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.10.2013, 20:22:15 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 15.10.2013, 20:23:05 GMT+2
Stan meint:
...ja, leider. Aus meiner Sicht überhaupt noch kein Meisterwerk herausgebracht.
Ich bin zwar ein Fan, aber McCartney geht immer auf Nr. sicher, seine Songs sind
nicht schlecht, populäre Songs, die gehört werden können. Aber warum traut er sich
nicht z.B. ein Country- oder Folklore-Popalbum herauszubringen. Spontan
fällt mir gerade Graceland von Paul Simon ein. War ein Risiko, herauskam eine
Superplatte. Aber McCartney ist das zu risikoreich. Lieber guter Durchschnitt als
ein gewagtes Topalbum. Schade, alles kalkuliert oder fehlt ihm jemand, der
die Suppe richtig salzt (John Lennon?)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.10.2013, 10:25:51 GMT+2
DBNRP meint:
weil er kein fan der Richtung ist das War eher Ringo

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.10.2013, 12:32:21 GMT+2
treasureland meint:
so ein Schmarrn! Warum sollte er denn Country- oder Folkalbum rausbringen? Er geht nicht auf Nummer sicher, er tut das, was er kann! Nur mal so nebenbei, bei Graceland könnte ich noch heute brechen. Jeder kann machen, wozu er gerade Lust hat.....aber Risiko um des Risikos willen kann es ja wohl nicht sein.

Veröffentlicht am 17.10.2013, 17:00:41 GMT+2
Randnotiz meint:
Leider, leider... Du hast mit jedem Wort recht, ich unterschreibe Deine Rezension zu 100%! Es bleibt die Hoffnung, dass sich Sir Paul beim nächsten Versuch mal ein paar Wochen mit seiner Band in der Abbey Road einschließt, allen Produzenten, die sich an einem McCartney-Albumbeweisen möchten, Hausverbot erteilt und einfach ein gutes Rockalbum macht - z. B. mal mit einem Gitarrensolo und einem treibenden Bass, dafür ohne Vocoder und wie diese modernen Stimmenverfremder auch heißen mögen und wieder mit Drums, die auch danach klingen - und gerne auch ein oder zwei Balladen mit sparsamer Pianobegleitung... Der Hidden Track (Scared) auf "New" ist das versöhnliche Highlight zum Schluss. Und wenn solch ein Album dann "Old" heißen sollte... - mir wäre es recht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.10.2013, 20:53:59 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 17.10.2013, 21:15:10 GMT+2
Stan meint:
@treasureland

...war ja auch nur ein Beispiel.
Nennen sie mir einen Kracher, wie z.B. "Helter skelter"
oder "Hey Jude"! Wie RANDNOTIZ richtig durchklingen lässt:
Es fehlt ihm entweder die Kreativität oder der Mut zur Kreativität.
Ich persönlich glaube, dass er zu einem Meisterwerk in der
Lage wäre, dazu muss dann auch Mut aufbringen. Er hat m.E.
Angst, dass dadurch, wenn so etwas danebengeht, sein Mythos zerstört werden könnte,
anstelle zu sagen, dann wird eben die nächste Produktion
ein Knaller.
Damit wir uns nicht missverstehen. Ich bin ein großer Fan, habe fast
alle Cds, war schon bei seinen Livekonzerten. Wenn ER mittelmäßig ist, ist er immer noch gut. Nur warum hat er im Grunde doch
sehr wenige Veröffentlichungen, die an das Niveau seiner Beatles-Zeit
anknüpfen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.10.2013, 10:34:37 GMT+2
treasureland meint:
letztendlich weiß ich ja, was Sie meinen. Nur wer definiert denn ein "Meisterwerk"? Ich glaube halt eben nicht, dass er Angst hat.....ich denke, dass er schon sehr lange über solchen "weltlichen" Ängsten steht. Er lebt sein Leben, arrangiert sich mit seinem Status ein lebendes Denkmal zu sein. Und ich fände es einfach nur eklig, wenn er auf Teufel komm raus etwas "anderes" machen würde. Ich bin völlig bei Ihnen, etwas "wichtiges" wird und kann er nicht mehr beitragen, das muss er aber auch nicht mehr. Ich habe im Laufe der Jahre viele Illusionen verloren und in diesem Fall bin ich einfach nur glücklich, wenn Paul das tut, was er kann, "kleine" Songs zu schreiben, Melodien, die "hängen". Ich würde mich "fremdschämen", wenn er sich von irgendeinem angesagten Produzenten produzieren lassen würde, meiner Meinung nach nur mit der Absicht noch mal Relevanz und Aktualität abzugreifen. Kurz zu "Graceland", damals hat mir eine Freundin gesagt, dass ich unbedingt mal reinhören müsse, das wäre so "toll". Das hab ich gemacht und ich hab mir nur gedacht, oh Gott, schwache Songs, die pseudomäßig dadurch "aufgewertet" werden, dass man ganz banal irgendwelche Rhythmusgruppen darunter legt.......Der Versuch, es nochmal zusammenzufassen, Paul wird nie wieder Kracher veröffentlichen, wie die von Ihnen genannten, das liegt aber auch daran, dass das "Jahrhundertwerke" waren, Songs für eine imaginäre Ewigkeit. Aber all das macht es nicht schlechter, dass er mit 71 Jahren eine schöne und hochwertige Songkollektion veröffentlicht......und genau das finde ich kreativ!!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2013, 00:35:04 GMT+2
owl42 meint:
Das sehe ich genau so! Was ist denn ein "Kracher"? Gab es in den letzten 20 Jahren überhaupt noch Jahrhundertwerke wie Let It Be, Hey Jude oder Yesterday? Bei den Beatles kam extrem viel zusammen, sie waren damals ohnehin das Nonplusultra, und wenn dann noch - wie bei Hey Jude - eine gigantisch gute Idee wie das lange Fade Out dazu kommt, stehen die Chancen gut. Nur ... was ist heutzutage eine gute Idee, die gleichzeitig nahezu jeden begeistert?

Paul konnte das auch alleine. Deutschland ist ja eher negativ in Bezug auf McCartney eingestellt, aber Silly Love Songs und Mull Of Kintyre sind Jahrhunderthits in den USA bzw. GB. Gute Melodien spielt Paul auch heute noch, aber das erwartet man eben auch von ihm. Kreativ ist er allemal, aber was würde heutzutage einen Jahrhunderthit ausmachen? Man muss sowohl Kids als auch Ältere ansprechen, was den Beatles natürlich gelungen war. Aber Paul spricht die Kids heute eher weniger an, er ist eben zu alt (oder zu lange im Geschäft), um cool zu sein. Außerdem gehört bei Kids auch immer Abgrenzung von den Eltern dazu (was die Beatles geliefert haben), und die heutigen Eltern - also wir - lieben Paul und Beatles nun einmal. Für heutige Kids ist das etwas angestaubt, einfach aus Prinzip.

Wie auch immer: Ich liebe "New" und bin froh, dass ich noch einmal so eine tolle CD von ihm erleben darf. Und ich freue mich auf die Live-Versionen von "I Can Bet" und "Turned Out" :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2013, 12:04:55 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 20.10.2013, 12:08:14 GMT+2
Sehe ich auch so. Ich habe mich schon immer gefragt, weshalb sich Paul nie WIRKlich was traut. Auch seine "experimentellen" Ansaätze bleiben letztlich immer brav. Er ist, wie ein anderer schrieb, der reichste Musiker, er könnte alles machen was er will.... Aber er will halt offenbar nicht. Oder kann er nicht?
Letztlich bleibt zum neuen Album "New! nachzutragen, wie es in einer Rezension einer deutschen Tageszeitung heißt: "Kein sonderlich origineller Rock-Sound".

Veröffentlicht am 10.11.2013, 19:09:27 GMT+1
Zuletzt vom Autor geändert am 15.11.2014, 00:50:58 GMT+1
Bis auf Deine Kritik an "Love" (die mir sehr gut gefällt) kann ich Dir nur zustimmen: böse, aber treffend! Ich frage mich nach zweimaligem Durchhören immer noch, was ich an der Platte Tolles verpasst haben soll, wenn man den ganzen euphorischen Rezensionen folgt... vielleicht ändere ich meine Meinung, wenn ich das Album eine Weile kenne...

Veröffentlicht am 15.12.2013, 00:35:29 GMT+1
Ansgar meint:
Interessante Rezension-hilfreich weil kontrovers. Insgesamt komme ich aber zu einem ganz anderen Ergebnis. Das McCartney nichts wagen würde kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das Album ist vielseitig und steckt voller guter Songs. Das sich das Ganze in Struktur, Sound und Songwriting in McCartneys bisherigen Veröffentlichungen wiederspiegelt ist kein Wunder und auch kein Nachteil.
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