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Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf eine Reise kann man nur gehen, wenn man auch einsteigt..., 26. August 2010
Rezension bezieht sich auf: The Final Frontier (Limited Metal Tin Box) (Audio CD)
Denn Iron Maiden neu bedeutet: mit den Liedern auf eine Reise gehen! Manche würden das ein oder andere Lied als "langgezogen" bezeichnen, wer sich damit aber beschäftigt wird erkennen, was mit progressiv gemeint ist! Wer die Struktur der Lieder implizit erkennt und Metalfan ist, wird kaum mehr nein zu diesem Album sagen, ähnlich wie bei AMOLAD, wobei ich hier bewusst auf "besser-schlechter" Vergleiche verzichte und einfach nur sage: es ist anders, aber noch immer ganz klar Iron Maiden. Und juhu, die entwickeln sich auch noch! (Entwicklung muss nicht gezwungen positiv oder negativ bedeuten!) Nach und nach entfalten sich die Songs zu wahren Meisterwerken - und je länger diese Entfaltung dauert, desto länger dauert es auch, bis die Lieder langweilig werden. Und nicht nur Maiden-gesamtheitlich ist eine Entwicklung zu erkennen, auch über das Album hinweg. Während zu Beginn einprägsame Refrains und eher typischer strukturierte Songs dominieren wird das Album gegen Ende hin zunehmend (progressiv, haha) progressiver. Hinter jedem Abschnitt lassen sich selbst nach dem 15ten Durchlauf noch neue Facetten erkennen, die erst dann zum Vorschein kommen, wenn man sich richtig darauf einlässt. Ich bin es nach dem Lesen von einigen Rezensionen schon leid, dies zu erwähnen: man muss es einfach vorher öfters hören, um es werten zu können! Langsam, über dem schönen Coming Home" hin zu the alchemist" bis zu dem sehr komplexen Isle of Avalon werden die Riffs und primär-instrumental Teile immer länger und umfangreicher im Aufbau, das in when the wild wind blows" den sensationellen Ausklang findet. Teilweise können gesangstechnisch parallelen zu Bruce's Soloalben hergestellt werden - bzw. früheren Liedern. Beispielhaft sei hier Trumpets of Jericho" von chemical wedding" erwähnt, das zwar einen relativ tonlosen Refrain hat, dadurch lange braucht, bis es zündet, dann dafür aber richtig. Wer kurze, knackige, melodiöse Refrains ala Wicker man, Blood brothers oder sign oft he cross sucht wird hier bis auf final frontier und el dorado lange suchen, im Gegensatz zu abnw, auf welcher beinahe jeder Titel derart funktioniert. Hin und wieder erkennt man doch wieder Parallelen zu dance of death oder sogar weit zurückreichend zu ssoass. (paschendale - the prophecy). Wie immer lohnt es sich auch, in den Songtexten zu stöbern. Man wird von einem Thema zum anderen kommen, von einer ausgeklügelten Songzeile zur nächsten.
Satellite 15:
Spannendes Intro, aber mehr nicht. Da es das Intro ist, werde ich es nicht einzeln bewerten. Das einzige Problem ist tatsächlich, dass man es nicht skippen kann, um final frontier hören zu können. Aber auch bei den besten Filmklassikern schaut man sich den Beginn auch beim 5ten mal wieder an. Dieses Album trägt den Titel zurecht: es ist ein Album, das eigentlich gar nicht getrennt werden sollte, sondern als Ganzes gehört/gesehen werden sollte. Das Intro baut die Spannung auf, und wie wir alle wissen, ist genau die Abwechslung zwischen Spannung und plötzliche Explosion die Stärke von Iron Maiden. Auch in ihrer progressiven Phase. (siehe the longest day von amolad)
The final Frontier:
Würde ich als das normalste Lied" bezeichen, beinahe Maiden-untypisch kommt der Refrain im Verhältnis zur Liedlänge sehr oft vor. Das sollte aber kein Nachteil sein, denn der ist gut, und erinnert eben an durch starke mitsingbare" (natürlich 3 Oktaven tiefer ;) ) Refrains zu Klassikern gewordenen Songs wie Fear of the dark, run to the hills oder wicker man. Der Vers ist nach dem Spannung aufbauenden Intro eine geile Sache, der Gitarrensound ist super, die Gesangsmelodie einprägsam.
El Dorado:
Kennen die meisten wohl schon am längsten, weil es das vorveröffentlichte Lied vom Album war. Hier verhält es sich wie bei AMOLAD, wo auch relativ häufig melodieloser Gesang dominiert, der dann in einem explosiven Refrain mündet, um dann Gänsehaut auszulösen. Es lohnt sich auch mal auf die Instrumente zu achten, genau dazu gibt Bruce Dickinson mit seiner Stimme sozusagen als Begleitung die Chance. Der Text ist übrigens Spitze.
Mother of mercy:
Ein ruhiger Beginn geht in einen genialen Instrumental zwischenteil über, der vor einem sehr ohrwurmverdächtigen Refrain endet, der aber wie gesagt eher Melodielos ist. Aber im Metal muss ja nicht immer jeder Teil voll Melodie sein - genau das macht die Abwechslung von Spannung und Entspannung aus.
Coming home:
Hierbei handelt es sich um den Pop-Musik-Hörer verträglichsten Song, er ist relativ langsam und auch anfangs nicht all zu wild". Eine sehr schöne Gesangsmelodie wird einerseits von unverzerrtem Gitarrensound, der manchmal auch auf dod zu hören war begleitet, andererseits schnell von druckvollen Powerchords. Der Prechorus ist wirklich umwerfend gesungen und animiert schnell dazu, mal den Text auswendig zu lernen. Sehr schönes Gitarrensolo.
The Alchemist:
Bei Dickinsons Soloalbum war das Lied schon super, vor allem als es langsam in chemical wedding übergeht. Zu diesem hier habe ich am langsamsten Zugang gefunden, und es mag auch nicht so recht zünden. Kurz aufgeflackert hat es, als ich die Gelegenheit hatte, es auf einer lauten Anlage hören zu dürfen. Im allgemeinen ist es zu empfehlen die CD sehr laut zu hören - natürlich nur aus musikalischer Sicht, für den Tinnitus ist man dann schon selbst schuld. Hier wird die CD auch schonmal recht progressiv, vom Tempo bzw. der Struktur erinnert es manchmal sogar an Killers Zeiten mit diAnno.
Isle of Avalon:
Dieses Lied war mir, warum auch immer, von Anfang an sympathisch. Wahrscheinlich wars der Name, der durch eine Textzeile aus Trumpets of Jericho" einen positiven Vorgeschmack hatte. Es hat ein ewig langes Intro (bis 2:40), das von Bruces Stimme begleitet wird. (was ja eben nicht so typisch ist, meistens handelt es sich bei Iron Maiden eher um instrumental Intros). Das Intro ist tatsächlich etwas lang ausgefallen, dafür wird es dann sehr schnell unglaublich rund. Der Refrain, der nach Intro und kurzem Prechorus folgt, ist der Hammer und eines der Highlights der CD. Danach folgt auch sofort ein langer Instrumentalteil, der wohl die Hauptursache meines Rezensionstitel ist, denn hierfür muss man packen. Und wer sich die Mühe macht und für die schwere Reise genug Zeug in den Koffer steckt wird auch mit reichlich Gänsehaut belohnt. Der Refrain kommt nämlich noch einmal ;-).
Starblind
Auch hier gibt's mal wieder einen clean-Beginn, der diesmal aber schon nach nicht mal einer Minute sein Ende findet, bevor Bruce erneut seine recht melodielose Jammerstimme auspackt, wobei er es schafft latent eine Melodie mitschwingen zu lassen, die dann im, ich wiederhol mich nur ungern, tollen auch melodiösem Refrain mündet. Anders als typisch bei Bruce (Extrembeispiel the nomad) wird seine Stimme beim zweiten Teil tiefer. Das kam bei mir lustigerweise ziemlich überraschend, und sorgte so für Gänsehaut. Toll auch der nach dem 2ten Refrain folgende Instrumentalteil, vor allem das Solo ist positiv zu erwähnen.
The Talisman
Hierbei handelt es sich vom Intro her um das the legacy" von FF. Der Gitarrensound ist nämlich damit vergleichbar (also schon wieder cleanteil). Nach dem Intro geht es schnell zur Sache und entwickelt sich zu einem Lied, das von relativ häufiger Wiederholung einer Gesangsmelodie geprägt ist, was aber auch - wiedermal kein Nachteil sein sollte. Etwas kürzbar wär es zwar schon auch, ähnlich wie isle of avalon.
The man who would be king
Dieses Lied sollte nicht gekürzt werden, den dieses ist von Anfang bis zum Schluss so dermaßen durchdacht und ausgeklügelt, dass man nach 15 mal hören noch immer auf Entdeckungsreise gehen kann. Der Sound ist teilweise mit Virtual XI vergleichbar, im Mittelteil hört man einen Gitarreneffekt bzw. sound? -was auch immer den Klang ausmacht, den man vorher noch nie bei Iron Maiden gehört hat, und auch für große Abwechslung sorgt. Zu Beginn startet es wiedermal sehr ruhig, hat dann einen Teil, der von der Melodiefolge an Aces high erinnert (Vorsicht: aces high ist aber 2stimmig und hat einen anderen Gitarreneffekt!). Nach diesem neuartigen Gitarrensound folgt wieder ein Gitarrensound der ans Vorgängeralbum erinnert, als nach eintönigeren Klängen eine schöne, laute, mehrstimmige Gitarrenmelodie folgte. Das Lied zeichnet sich durch diese Progressivität aus, von der alle sprechen. Vom doofen Namen abgesehen wirklich ein geniales Lied.
When the wild wind blows
Einen würdigen Abschluss findet das fast 11minütige Lied, dessen 2ter Teil mich an irgendeinen song aus den 90ern erinnert, ich weiß aber leider nicht mehr an welches. Wie beim Lied zuvor kann man gerade dieses immer und immer wieder hören. Dieses Lied ist durchgehend sehr harmonisch und melodiös. Stark ist auch wiedermal der Instrumentalmittelteil, der seinen Höhepunkt in einer kurzen Sequenz hat, in der McBrain am Schlagzeug versetzt zum Rest spielt. Als ich das wirklich bewusst bemerkte und auch sehr laut hören konnte, musste ich hier vor Freude lachen. Tolle Stelle.

Viele Vergleiche wurden hier aufgestellt, das heißt aber nicht, dass es ein zusammenschachteln altbewährter Teile war - schließlich ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile, und genau das sollte man bei diesem Album immer im Hinterkopf bewahren! Klare Kaufempfehlung!
Nach dem ersten durchhören hätte ich dem Album übrigens auch maximal 2 Sterne gegeben, bis heute hätte ich ihm 4 gegeben. Jetzt bin ich ganz klar bei 5, und würde bis auf die Splittung von Intro und Track 1 nichts und nochmal nichts daran ändern! Besonders hervorzuheben ist auch die Dauer, die mit 1,2 Stunden sehr viel Musik fürs Geld bietet!
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