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Customer Review

on December 12, 2004
Der Buchtitel kann falsche Erwartungen wecken. Wer sich von Chögyam Trungpas „Buch vom meditativen Leben" einen pragmatischen Wegweiser für die Integration von Mediation ins Alltagleben verspricht, ist hier eindeutig an der falschen Adresse. Der englische Originaltitel des Buches „Shambala - The Sacred Path of the Warrior" zeigt deutlicher, was zwischen den Buchdeckeln zu erwarten ist. Der Otto Wilhelm Barth Verlag wird schon gewusst haben, warum er den nur bedingt verkaufsträchtigen Buchtitel „der heilige Pfad des Kriegers" nicht übernommen hat. Soviel vorab: das Buch ist ein tiefgründiges Werk, dass die Grundelemente der meditativen „Shambhala-Schulung" in ausdrucksstarker und klarer Sprache darlegt. Es ist das Bodhisattva-Ideal des nördlichen Buddhismus, das Ideal vom befreiten, erleuchteten Menschen, der sein Leben in den Dienst seiner Mitwelt stellt, das dieser Schulung zugrunde liegt. Trungpa kommt in seinem Buch mit einem Minimum an buddhistischer Begrifflichkeit aus. Stattdessen führt er ein in die metaphorisch-symbolische Sprachwelt der Shambala-Tradition. Dort ist die Rede vom „heiligen Krieger", der „Drala" (elementare Energie des Seienden) erweckt, indem er die „Große Östlichen Sonne" erblickt. Sanftmütigkeit und die Kraft des „Windpferdes" stehen ihm zur Seite wenn er in den „kosmischen Spiegel" schaut und die „heilige Welt" erblickt. An dieses Vokabular konnte ich mich schwer beim Lesen gewöhnen, besonders dann, wenn die Metaphorik allzu sehr ins Martialische abdriftet. Eine Leseprobe: „Die Unergründlichkeit ist strahlend und furchtlos, weil sich der Krieger von seiner Vision der Östlichen Sonne leiten läßt. Mit vollem Einsatz (...) kannst du (...) authentische Gegenwart erlagen, um in den Seinszustand des universalen Monarchen einzutreten. Öffne dich und gib furchtlos, dann trägst du dazu bei, eine machtvolle Welt von Kriegern zu schaffen." Sicher, Trungpa wird nicht müde zu versichern, sein Krieger hätte mit Krieg nichts am Hut und seine Monarchen nichts mit Despotentum, gleichwohl bleibt ein solches Vokabular schwere Kost, und wird durch den Verweis auf die Samurai-Kultur Japans auch nicht verdaulicher.
Fazit: kein Buch für Buddhismus-Einsteiger und auch für Fortgeschrittene aufgrund seines eigenwilligen Vokabulars nicht ganz unbedenklich. Denn wenn es da vom Erleuchteten heisst, keinerlei „Zweifel" trübten mehr sein Handeln, dann hat das den fundamentalistischen Beigeschmack, der immer dann entsteht, wenn einer sein Wissen für absolut setzt und nicht mehr in Frage stellen kann.
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