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Kundenrezension

am 13. Oktober 2012
Etwas überrascht war ich schon, als ich am 5. Oktober gespannt die Plastikfolie entfernte und den ersten Blick auf den Inhalt des neuen Buchs Scholl-Latours warf. Was ich dann zu sehen bekam, war schon etwas enttäuschend, denn es handelt sich bei seinem neuen Buch um eine chronologisch geordnete Textsammlung, vergleichbar mit "der Weg in den neuen Kalten Krieg". Zeitlich beginnt das Buch ungefähr mit der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten. Somit lässt das ganze Werk die Ereignisse der letzen 4 Jahre Revue passieren. Und in diesen ist ja auch wirklich viel passiert, weshalb ein Rückblick durchaus angebracht wirkt. Doch hier werden die Schwächen des Buches offensichtlich. Bei den meisten Texten handelt es sich weniger um Reportagen, als vielmehr um politische Kommentare. Nun mag man von Scholl-Latours Kommentaren halten was man will, ich halte seine Reiseberichte, die eigenen Erlebnisse mit politischen und historischen Erklärungen verknüpfen einfach für besser. Und so etwas findet sich in dem Buch fast gar nicht. Vielmehr stellt sich die Aneinanderreihung zahlloser Zeitungskommentare als nachteilig heraus. Zum einen kommt es so zwangsläufig zu häufiger Wiederholung einzelner Thesen und Argumente, da die Texte ja ursprünglich für separate Veröffentlichungen vorgesehen waren. Zum anderen vermisst man hier auch eine deutliche zentrale Aussage. Denn mal kritisiert Scholl-Latour Realpolitiker für ihr menschenrechtsverletzendes Handeln und mal kritisiert er Idealisten für ihren Mangel an Realismus. ein Alternativkonzept zwischen beiden Extremen vermag er aber nicht aufzuzeigen. Aber wie sollte dies auch funktionieren, wenn die Texte ursprünglich nicht für eine gemeinsame Veröffentlichung gedacht waren.
Bei einem Teil des Buches scheint es sich sogar nur um seinen Text von einer Dokumentation zu handeln. So schreibt Scholl-Latour zum Beispiel davon, woher das gezeigte Bildmaterial stammt, ohne dass es im Text vorher auf Bildmaterial hingewiesen wurde. Hier wird ganz deutlich, dass der Text der Doku einfach übernommen wurde.
Natürlich schafft es das Buch schließlich auch zu den jüngsten Ereignissen vorzudringen. Doch dieser Teil fällt überraschend kurz aus und auch hier beschränkt sich Scholl-Latour auf oberflächliche Kommentare, ohne eine vertiefte Analyse zu wagen. Aber dies hätte eben den Rahmen der einzelnen Artikel gesprengt.
Zum Schluss wird das Buch dann doch nochmal interessant, da es mit einigen Artikeln ÜBER Herr Scholl-Latour endet und das ist schon man eine ganz neue Perspektive. Viel neues erfährt man natürlich auch wieder nicht, aber endlich wird hier Scholl-Latour Beziehungen zur jungen Freiheit erklärt, die zuvor immer ein wenig Stirnrunzeln bei mir verursacht haben.
Fazit: Jeder der hier eine vertiefte Analyse der jüngsten Ereignisse vor allem in der arabischen Welt erwartet wird scher enttäuscht. stattdessen bekommt man viele altbekannte Thesen vorgesetzt, die zwar durchaus treffend sind, aber die von ihm schon relativ oft publiziert wurden. Dass das Buch scheinbar mutwillig aus allen möglichen Texten zusammengepuzzelt wurde, nur damit am Ende ein Buch rauskommt, weckt auch nicht gerade die Sympathie des Lesers. denn im Prinzip konnte Scholl-Latour dieses Buch veröffentlichen ohne einen nennenswerten zusätzlichen schreibaufwand zu haben.
Wer natürlich Scholl-Latour-Fan ist wie ich wird dieses Buch so oder so lesen. Denn es tut einfach mal wieder gut Scholl-Latours so vom Mainstream abweichende Texte zu lesen. Aber für wen nur seine besten Werke von Interesse sind, der kann getrost dieses Buch links liegen lassen.
Besonders zu Empfehlen ist des eigentlich nur denen, die noch nie etwas von ihm gelesen haben und sich möglichst schnell ein Bild von ihm machen wollen. denn hier bekommt man nicht nur seine zentralen Thesen relativ kompakt geboten, sondern auch seine Lebensgeschichte wird am Schluss relativ gut wiedergegeben, so dass man nach der Lektüre einen ziemlich guten Eindruck davon bekommt, wer Scholl-Latour eigentlich ist. Dies loht sich aber nur für jene, die einen Vortrag über ihn halten oder über ihn schreiben wollen. Denn Erstleser sollten schon zu seinen stärkeren Werken greifen. Es bleibt also nur zu hoffen, dass Herr Scholl-Latour die gesparte Zeit genutzt hat, schon an einem neuen Buch zu arbeiten, welches bestimmt wider die hohe Qualität von "die Angst des weißen Mannes" oder "Arabiens Stunde der Wahrheit" erreichen wird.
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