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Kundenrezension

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewertung nur Uncut-Fassung: "Sie brauchen Hilfe.Sie sind ein kranker Mann.."-, 20. März 2014
Nicht nur Dieter Laser in seiner unvergesslichen Rolle als Dr. Heiter braucht hier nach diesem Film unbedingt Hilfe.
Auch der Zuschauer fühlt sich leicht dem schwindelnden Wahnsinn anheim gefallen, taumelt er nach dem Genuß dieses Schockers zum Ausschaltknopf.
Oh mein Gott, was für ein entsetzlicher bis ins Mark grausiger Film.
Schnapsidee der Produzenten, finster vulgäre Gewaltphantasie, nervenzerrende Hochspannung, Ekel, geschmacklose Satire, grosse Schauspielleistung, Tabubruch im Minutentakt und perfekte Inszenierungskraft; all das läßt Sie erzittern in diesem Olymp des Exploitation- Kinos.
Arthouse Anleihen, galliger Witz, erbarmungsloser Irrsinn, all das ist "Human Centipede".
Um sechs Minuten wurde die deutsche Fassung bisher erleichtert, deswegen ACHTEN SIE AUF DEN UNCUT AUFDRUCK !
"Human Centipede" ist so verstörend, abartig und dabei so atemberaubend filmisch professionell umgesetzt, daß man auf der Schock-Skala nur die Höchstwertung geben kann.
So etwas Krudes, Perfides würde selbst einen David Cronenberg mit seinen "Body Horror" Phantasien erblassen lassen.
Der junge Tom Six drehte zusammen mit seiner Schwester diese Extremerfahrung, die nach unzähligen Folterstreifen, die den Osteuropa -Urlaub vergällten, nun auch Deutschland als Reiseziel wenig anziehend macht.
Hier nach Deutschland verschlägt es nämlich zwei junge Touristinnen, die mitten im bayerischen Wald in finsterer Nacht eine Autopanne erleiden.
Der deutschen Sprache nur wenig mächtig irren sie durch die Dunkelheit.
Wie ein letzter Zufluchtsort taucht plötzlich ein grosses, modernes Einfamilienhaus zwischen den Bäumen auf.
Einsam wohnt hier ein gar seltsamer, exzentrischer Zeitgenosse, der pensionierte Arzt Dr. Josef Heiter, der sogleich freundlich bereitwillig die Tür öffnet um den Mädchen eine Möglichkeit zu telefonieren zu eröffnen.
Ein blutrotes Gemälde mit zwei siamesischen Zwillingen sorgt bei den beiden bereits für Unbehagen. Trotzdem lassen sie sich in dem aseptisch sterilen Wohnzimmer noch auf ein (präpariertes) Getränk einladen.
Was sie nun erwartet, lieber hoffentlich hartgesottener Independent- Filmfreund ist in seiner wahnwitzigen , tabulos kranken Idee einfach so haarsträubend und unfassbar, daß "Human Centipede" zurecht jeden Kultstatus verdient.
Das grandiose an "Human Centipede" ist, daß er von der Häufigkeit wirklich gezeigter drastischer Szenen sich sehr zurückhält .
Alles was dem Zuschauer jetzt den Angstschweiß auf die Stirn treibt, läuft in seiner bizarren Grausigkeit fast komplett im Kopfkino ab.
Dr. Heiter, mit dem sich der deutsche Schauspieler Dieter Laser in den Olymp der ewigen Filmbösewichte katapultiert, ist ein sinisterer, charismatischer Mediziner, der aus unbekannten Gründen doch unrettbar dem Wahnsinn verfallen ist.
Auch sehr positiv, daß uns Tom Six keine Hintergründe, oder Erklärung für seine seltsame Passion bietet.
Der grösste Schrecken geht doch immer vom Nicht-Rationalen aus.
Über Jahre erfolgreich als renommierter Chirurg, spezialisiert auf die Trennung von siamesischen Zwillingen, ist er nun von der fixen Idee besessen, lebende Menschen zu einem einzigen funktionierenden Organismus zusammenzunähen.
Mit seinen drei geliebten Rottweilern hat er schon geprobt.
Nun möchte er drei Menschen auf sadistisch, übelkeiterregende Weise an Anus und Mund aneinander operieren.
100 Prozent medizinisch akkurat und einwandfrei, wie uns schon das Cover verspricht.
Ein einziger lebensfähiger Organismus, ein Verdaungstrakt durch mehrere Menschen hindurch, die sich mit zerschnittenen Kniesehnen nur noch kriechend wie ein Wurm fortbewegen können.
Was Person A vorne zu sich nimmt, wandert durch Person B und scheidet Person C aus.
Wohl bekomms, da helfen auch keine Abführtropfen mehr.
Es ist so ziemlich die krankhafteste morbide Phantasmagorie der Filmgeschichte. Hier wird sie Wirklichkeit und hat man sich von dem ersten Schock scheinbar erholt, beschert uns der Film auch noch extrem abgedrehte, geschmacklose Satire, wenn Dr. Heiter mit seinem Menschenkonstrukt Gassi geht, Stöckchen wirft, Zeitung apportieren läßt oder die Reitgerte schwingt.
Da wird es selbst dem letzten Zuschauer blümerant in Gehirn und Magen.
So mutig, unangepasst und vehement dem blanken Irrsinn huldigend, hat man lange nichts mehr auf der Leinwand erlebt.
Wie leicht hätte diese filmgewordene Perversion nach hinten los gehen können (im wahrsten Sinne des Wortes), doch der Film bietet weit mehr als seine krude Ausgangsidee.
Er ist unglaublich atemberaubend perfekt inszeniert.
Dem bodenlosen Wahnsinn der Story stellt Tom Six eine vollkommen ruhige, schwebende und in jeder Sekunde beunruhigende Atmosphäre entgegen, die eben weitgehend ohne Effekte auskommt. Von den ersten Bildern an schwebt kommendes Unheil über der Szenerie und läßt die Nervenenden erbeben.
Tom Six versucht erst gar nicht das Schreckliche detailliert zu bebildern, er läßt vielmehr die beängstigenden Gesichtszüge von Dieter Laser sprechen, sein Mundwinkelzucken, seine dämonische Augensprache, seine tiefe grollende Stimme, die angstverzerrten Gesichter seiner Opfer.
Der Film ist geradezu sachlich, reduziert lakonisch, langsam schleichend, elegant, stilvoll mit präzisen Kamerabewegungen, aseptisch kalten Farben und dem oftmals nachhaltigsten Effekt von einfach ahnungsvoller Totenstille inszeniert.
Auf Filmmusik wird fast ganz verzichtet, was das authentische Miterleben der entsetzlichen Situation ins Unermessliche steigert.
Wir brauchen nicht blutige Operatioen en detail zu sehen, uns reicht das Endresultat, das Zeigen der Vorbereitungen.
Die extrem sachliche Stimme des psychopathischen Mediziners, de seinen gefesselten Opfern haargenau an einem Schulprojektor erklärt, was im einzelnen nun für ein Martyrium auf sie zukommt , reicht um den Film ins Unerträgliche zu steigern.
Das ist wahrhaft furchteinflössender Horror.
Nur das Aufzeichnen der Schnittstellen für die kommenden chirurgischen Eingriffe mit dem Filzstift auf der nackten Haut der betäubten Opfer reicht aus, um das vorzeitige Abschalten des Films in Erwägung zu ziehen.
Wenn dan einmal ekelhafte Nahaufnahmen von Narben und Blut gezeigt werden, wirken sie im Kontext der aseptischen Sterilität des Ambientes umso schockierender.
Ein Schocker, der über alle Grenzen geht , muß genau dieses Gefühl auslösen. Er muß sich langsam und furchterregend in Gehirn und Magen festsetzen und den Boden unter den Füßen wegziehen.
"Human centipede" leistet hier ganze Arbeit.
Schauspieler Dieter Laser spielt nicht, er ist mit jeder Faser seiner Person dieses menschliche Monster.
Diese rolle muß dem grossen Schauspieler ("Die Ehre der Katharina Blum", "Kaspar Hauser") grossen Spaß gemacht haben.
Wenn er in seinem weißen Arztkittel vor den gefesselten Delinquenten stolziert, sind die Ähnlichkeiten z einem realen deutschen Massenmörder Josef Mengele durchaus beabsichtigt.
Die Präsenz von Laser ist so angsteinflössend, daß kaum ein bisheriger Kintopp-Finsterling an diese durch und durch sadistische, kalt klinische, aberwitzige dem wahnsinn verfallene Kreatur heranreicht.
Sein tückisches Glitzern in den Augen, seine kindliche Freude über sein menschenverachtendes, grausames "Kunstwerk" bleibt über Nächte im Gedächtnis.
Vollkommen unbedarft fließen natürlich auch viele , für die konventionelle Leinwand bisher fast unmögliche sexuelle Tabus in diesen Film mit ein.
Sadomasochismus, Anal-Oralverkehr, im Kopfe weitergedacht natürlich die Fäkalfixierung, in abstoßend abstrakter , tödlicher Weise überhöht. De Film will den Skandal und das erreicht er mühelos.
Umso mehr ist es herauszuheben, daß der film entsprechende Bilder gar nicht einsetzt.
Wer aus "Human Centipede" auch eine irgendwie lustvoll finstere Komponente ziehen will, dem sei das unbenommen.
Für mich jedoch war das blanke Entsetzen vorherrschend.
Fazit: "Human Centipede" ist die zelluloidgewordene Boshaftigkeit.
Unaussprechlich krank, ekelhaft und schwindelerregend genial, irre spannend.
Eine filmische Offenbarung für die Freunde schrankenlosen Independent- Kinos.
In "Human Centipede 2" setzte Tom Six viele der hier nur angedeuteten Grausamkeiten in schwer erträgliche Schwarz- Weiß Bilder um.
Nachhaltiger und verstörender konnte Teil 2 trotz des voyeuristischen Zeigens nicht werden.
Die grössten Ungeheuer gebiert eben immer noch das Kopfkino.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.04.2014 17:22:13 GMT+02:00
TheRogue8 meint:
Hallo Rumburak,

Deine Rezensionen sind eigentlich genau die, die ich suche, wenn es um „besondere Filme“ geht. Sie sind gut durchdacht und informativ. Du setzt Dich auseinander und verdammst nicht.

Ich möchte aber gern mal etwas anbringen:
Leider wird mir sehr häufig das Interesse verleidet, wenn ich im Vorfeld zu viele Details erfahre.
Beispiele: Die Erwähnung des blutroten Gemäldes, das für Unbehagen sorgen soll oder die durchtrennten Kniesehnen und manch anderes. So etwas muss mich unvermittelt treffen; ich möchte inhaltlich gar nicht so gut vorbereitet werden. Sonst wird das nix mit dem Unbehagen, weil mir die Überraschungsmomente fehlen.

Die Rezension zu WORLD WAR Z traue ich mich nun gar nicht mehr zu lesen. Hätte ich aber gern getan, weil ich vom eigenen Empfinden her eher Langeweile erwarte.

Nichts für ungut, ansonsten gehören Deine Rezensionen zu den ganz wenigen, die ich bzgl. Horror u. ä. noch lese.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.04.2014 14:23:34 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.12.2014 22:43:26 GMT+01:00
RUMBURAK meint:
Lieber Rogue8, das ist wirklich ein tolles Lob für mich. Ich fühle mich da doch sehr geehrt solltest du meinen Rezis im Bereich Horror vertrauen schenken, bzw. wir beide da dieselbe Geschmacksrichtung haben.
Zu deinem Einwand: du hast völlig recht, die Gefahr , hier zwischen zuviel verraten und einfach beim Interessent grosse Aufmerksamkeit entfachen zu wollen nicht die richtige Balance zu finden, sehe ich auch bei jeder Rezi.
Grundsätzlich liegt ja meine Absicht darin, wenn ich einen Film toll finde, einen Leser natürlich zu einem Kauf anzufixen, Spannung zu erzeugen.
Also muß ich schon ein paar Storyeindrücke wiedergeben.
Bei "Human Centipede" habe ich mir nach zahllosen Rezis und Inhaltsangaben zu diesem Film schon gedacht, daß der Grundplot sowieso relativ bekannt sein dürfte. Auch gehe ich davon aus, daß dich der Film trotz allem doch überraschen wird. Was anderes wäre es natürlich sollte man als Rezensent beispielsweise den Storytwist von "Martyrs" verraten, das wäre natürlich wirklich Spaßverderberei.
Aber den richtigen Mittelweg zu finden ist da nicht einfach, und verunglückt mir auch das ein oder andere Mal sicherlich.
Aber mit guten Gewissen gesagt: "World war Z" kannst du ruhig lesen, da steht von mir nichts, was nicht schon überall zu lesen war.
Viele schöne Horrorerfahrungen wünsche ich Dir, (Bei "Human Centipede" aber auf "Uncut" achten.)
Bis bald in diesem Grand Guignol,
Rumburak
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