flip flip Hier klicken Jetzt informieren Spring Deal Cloud Drive Photos Mehr dazu Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle Alexa BundesligaLive

Kundenrezension

am 10. Oktober 2003
Die Fähigkeit, Melodielinien so aufzubauen, dass sie nicht einfach nebenbei hörbar sind, sondern fast schon Hingabe verlangen, sie aufzunehmen und zu verarbeiten, hat A Perfect Circle schon auf "Mer de Noms" bewiesen und sich gleichzeitig eine stilistische Ecke ausgesucht, die nicht beschriftet ist. Das ist irgendwie progressiv, irgendwie alternative, irgendwie fast schon Metal und irgendwo traditionell instrumentierter Rock.
Aber vor allem ist es unglaublich gut.
Die All-Star-Truppe um Gesangsakrobat Maynard James Keenan verschwendet keine Zeit mit der Einführung ins Album: Es beginnt mit einem Übersong, der in seiner Dynamik, Vielfalt und Struktur so nahe an Tool herankommt, wie ihn auch nur Keenan bringen kann. "The Package". Verzweifelte sanfte Bass- und Gitarrenthemen, vertrackte Melodien, dann der Ausbruch, die Ekstase. Wieder die leise Verzweiflung.
Auf diese Weise ein Album zu beginnen, sagt eigentlich schon alles über die Band, ihre Auffassung von Musik und den Rest des Albums aus. Sphärische Soundgebilde, getragen von Howerdels fantastischer Saitenarbeit, Rhythmen, die mal innerhalb, mal völlig außerhalb gängiger Drum- und Bassfiguren laufen, und immer wieder diese unglaubliche Stimme, die so unglaublich gefangen nimmt. Immer wieder kulminieren die Lieder in überquellender Trauer, Melancholie, Wut, Ergriffenheit, Angst, Schwäche, Stärke. Wer glaubt, etwas von der textlichen und musikalischen Intention von A Perfect Circle verstanden zu haben, wird auf einmal von einem streichersatten Monument "The Nurse who loved me" umfangen, das für keinen andern als jenen exzentrischen Sänger Keenan gemacht scheint, oder sieht sich durch sparsam ausgefüllte Interludes einer Spannung gegenüber, die im nächsten Moment durch gradlinige, mächtige Riffs zersprengt wird. Wenn man will, ist hier nichts konventionell. Wobei: Im Gegensatz zu den mystischen Tool-Opern kriegen wir textlich sogar hin und wieder einen deutlichen Wink. "Desperate and ravenous / so weak and powerless over you", und am Ende die flehentliche Bitte: "I choose too live... I choose to live". Du bist gepackt, du leidest mit, ja, du, der du eigentlich nur zuhören wolltest. 'Thirteenth Step' ist ein emotionaler Strudel, ein Loch, aber auch ein Ausweg aus einer oberflächlichen (Musik-) Welt.
Mein Versuch, Anspieltipps herauszusuchen, scheitert. Muss scheitern. Kein Lied ist gegenüber den anderen schlecht genug, um nicht aufgezählt zu werden. Ein Niveau, ein Album, eine Band. Und alle unerreichbar. Ein Side Project verschiedener großer Gruppen? Vorsicht: Diese Platte macht die Heimatbands der Musiker zu den Seitenprojekten. Und eigentlich ist das egal, denn APC reichen aus. In jeder Hinsicht.
11 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

4,5 von 5 Sternen
74
17,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime