Jeans Store Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle Soolo Summer Sale 16
Kundenrezension

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Comeback oder Todesstoß?, 7. Juli 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Panic Broadcast (Audio CD)
Hört sich fatalistisch an? Spiegelt aber tatsächlich das Meinungsspektrum der aktuellen User-Kommentare unter aktuellen Rezensionen des neuesten Albums der Newschool Melodeath-Mitbegründer Soilwork.

Was haben damals, als In Flames und Soilwork anfingen, sich mit ihren Experimenten mit Elektronik und Pop-Refrains eine Schlacht um das beste Album zu liefern, alle gejubelt. Was wurden diese Bands abgefeiert.
Nun, einige Jahre später, hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Ausverkauf und Redundanz wird ihnen vorgeworfen. Die "alte Schule" des Melodeath beschworen, ohne den ganzen schmierigen Pop und die Elektronik.
Da kann sich der etwas distanziertere Beobachter nur wundern. Wenn man sich heutzutage ein Album wie "Natural Born Chaos" oder "Figure Number Five" anhört, ist darauf auch nicht viel anderes los, die Rezeptur keinen Deut anders, als auf "The Panic Broadcast".
Das einzige, was sich geändert hat, ist der Kontext. Der aktuelle Markt ist so dermaßen überschwemmt mit Bands dieser Stilrichtung, dass schnell der Eindruck entsteht, es sei einfach schon alles gesagt, die Erlösung vor der Flut sei folglich nur in einer Rückbesinnung auf den festen traditionellen Boden zu finden.
Dabei wird allzu gern missachtet, dass auch die "neue Schule" eine Tradition entwickelt hat, in der es sowohl massenhaft Redundanz gibt (wie übrigens auch in der alten Schule, möchte ich meinen), als auch Bands, die der Rezeptur mit jedem Output noch etwas abgewinnen können.

Und wenn es nur neue Ohrwürmer sind. Und ziemlich genau das ist es, was Soilwork mit ihrem neuen Album einmal mehr schaffen.
Die Erwartungen sind freilich riesig. Nach dem etwas schalen "Sworn To A Great Divide" ist der alte Hauptgitarrist und -Songwriter Peter Wichers wieder zurück an der Klampfe.
Das birgt neben hohen qualitativen Ansprüchen natürlich auch die Konnotation mit einer gewissen Rückbesinnung (da ist sie wieder) auf alte Großtaten.
Ein amtliches Comeback also.

Ist "The Panic Broadcast" dieses amtliche Comeback? Jein.
Es ist ein Comeback, insofern man nicht erwartet, durch ein Meer an Hits zu waten, wie zu Zeiten von "A Preadtors Portrait" oder "Natural Born Chaos".
Obschon die Bereitschaft zur Anknüpfung an jene Zeiten jederzeit hörbar ist. Der Sound ist dicht, leicht dreckig und voluminös.
Durch diese Produktion werden Wichers pfeilschnelle Leads, Riffs und Soli perfekt Szene gesetzt, die einfach vorneweg stürmen, wie lange nicht mehr. Eine wahre Spielfreude ist dem ganzen anzuhören, besonders im Uptempo-Bereich von Songs wie dem atemlosen Opener "Late For The Kill, Early For The Slaughter".
Der bislang immer weiter steigende Hang der Band zu simpleren Strukturen wird nun wieder ein Stück weit zurückgefahren.
Dieses Unterfangen wird wie üblich von Verbeuren gestützt, der mit seinem gewohnt unverwechselbaren Stil mächtige dynamische Grooves in die Trommeln prügelt.

"Mächtig" das ist ohnehin das Motto dieses Albums. Wo nicht gerade Rifferuptionen getragen von extatischem Drumming über den Hörer hinwegstürmen, da öffnet sich das Feld für breit angelegte, von diversen Synths unterlegte Melodien.
Sowohl die Riffs als auch, und vor allem, die Melodien nutzt Sänger Strid in absoluter Höchstform für frenetische Shouts, eingestreute Growls und seine Trademark-Gesangslinien.
Von letzteren ist diesmal nicht jede ein Volltreffer aber die überwiegende Anzahl der Refrains erweist sich nach etwas Einhören als wirklich memorabel.
Multiple Ohrwürmer garantiert.
Sogar einige ruhigere Passagen geben sich die Ehre, die sogar ein klein wenig nach Opeth klingen (ohne jetzt Ähnlichkeit des Anspruches unterstellen zu wollen), was die episch breite Tendenz des neuen Materials zusätzlich unterstreicht.

Das Material gerät dabei im üblichen Rahmen der Bandhistorie recht abwechslungsreich. Vom Highspeed-Sprinter (Late For The Kill, Early For The Slaughter) über Poppiges (Epitome), über das klassische Rezept harte Strophe-Hitrefrain (Two Lives Worth Of Reckoning) bis hin zu Balladeskem (Let This River Flow) sind alle typischen Songstrukturen und -Konzepte vertreten, die man von einem Soilwork-Album erwartet.

Aus Abwechslung, etwas neu gewonnenem Mut zum Show Off, dichten massiven Soundwänden und Ohrwurm-Melodien melden sich die Genre-Veteranen also tatsächlich mit einem sanften Knall zurück.
Neues wird man auf "The Panic Broadcast" mit Sicherheit nicht finden. Aber der bekannten Rezeptur wird doch erstaunlich viel abgewonnen.

Was uns zur Titelfrage zurückführt. Dieses Album ist ein kleines Comeback, ein Zurückfinden zu alten Stärken, ohne jedoch große Sprünge zu machen, oder dem Newschool-Melodeath zu einem Quantensprung zu verhelfen.
Von einem Todesstoß ist es damit allerdings weit entfernt. Soilwork beweisen mit "The Panic Broadcast" vielmehr, dass innerhalb der so inflationär genutzten Rezeptur noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist, auch wenn eine allzu große Progression schon lange nicht mehr zu vermelden ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.07.2010 16:14:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.07.2010 16:14:34 GMT+02:00
Markus Bauer meint:
Meinen Respenkt: Klasse Rezension! Sehr differenziert und mit einem großen Maß an Objektivität geführt. Sowas würde ich gerne öfter lesen und nicht immer nur: 'Das Album ist sch***, die Alten viel besser -> 1 Stern' oder 'Soilwork rocks -> 5 Sterne'. Mach weiter so!
mfg Markus

Veröffentlicht am 28.05.2011 20:09:27 GMT+02:00
Metal Maniac meint:
Kann mich Markus Bauer nur anschließen. Gute Rezension! Und ich sehe das meiste übrigens genauso!

Und ich find auch die Einleitung gut. Stimmt eigentlich, hab ich noch nie so gesehen, daß alle jetzt über das schiumpfen, was früher gefeiert wurde.

Veröffentlicht am 18.06.2011 17:34:50 GMT+02:00
Die Einleitung spricht mir aus der Seele. Ich hör mir ja auch gerne die älteren Sachen an und vergleiche diese mit dem aktuellen Album und nicht nur bei Soilwork, sondern auch bei anderen Bands und mir fällt auf, dass sie oft gar nicht so anders klingen, wie es immer angemekert wird, sondern dass der alte Stil oft noch mitschwimmt. Tolle Rezension!
‹ Zurück 1 Weiter ›