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Kundenrezension

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überzeugt nur bedingt, 31. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Ein Deutsches Requiem (Audio CD)
Vorweg ganz offen: ich bin niemand, der das Deutsche Requiem schon lange kennt. Meine ersten bewussten Begegnungen fanden allesamt dieses Jahr (=2011) statt. Auch fehlt mir die Kenntnis vieler berühmter Aufnahmen (ob nun Klemperer, Kempe oder Gardiner). Ich habe das Deutsche Requiem mit den Berliner Philharmoniker unter Donald Runnicles in der Digital Concert Hall der Philharmoniker sowie beim Benefizkonzert für Japan mit dem Bayerischen Staatsorchester unter Kent Nagano im Fernsehen gesehen. Neben der hier zu besprechenden besitze ich noch die neuen Aufnahmen von Nicolaus Harnoncourt (Wiener Philharmoniker, Arnold Schönberg Chor) und Paavo Järvi (hr-Sinfonieorchester, Schwedischer Radiochor).

Unter den genannten Eindrücken muss ich sagen, dass mich Karajans Interpretation des Werkes am wenigsten überzeugt hat. Und dies in mehrfacher Hinsicht. Obwohl mir die Tempowahl bei diesem Werk nicht das wichtigste Kriterium zu sein scheint ist sie für mich doch in einer Hinsicht wichtig: eine langsamere, getragenere Interpretation macht aus Brahms' Werk m.E. das, was es gerade nicht sein soll, nämlich eine weihevolle Totenmesse. Die etwas schnelleren Tempi, die z.B. Harnoncourt anschlägt hingegen passen besser zu diesem Stück, das ja weniger eine Seelenmesse für die Toten sein soll als vielmehr eine Art Ratgeber für den richtigen Umgang mit den Gefühlen, die man als Hinterbliebener eines Verstorbenen hat und die vermutlich nahezu jeder Lebende hinsichtlich der eigenen Endlichkeit hat.

Dieses Herausarbeiten dessen was ich für die Aussageabsicht des Deutschen Requiems halte betrifft nicht nur die Tempowahl, sondern auch die Anlage des Gesamtklangs. Karajan hatte bekanntermaßen eher das Klangideal eines Orchesters, das zu einem großen farbenreichen Instrument verschmelzt. Durchhörbarkeit und Transparenz, die ja heute gerne als wichtige Kritierien angeführt werden waren für ihn nachrangige Kriterien, wenn er sie nicht gar abgelehnt hätte. Vielleicht könnte man im Sinne des großen Autofreundes Karajan sagen, dass sie ja auch beim Auto nicht jeden Zylinder usw. einzeln bei der Arbeit hören wollen, sondern einfach nur ein gesundes Motorengeräusch.
Es ist sicherlich Geschmackssache und vielleicht auch eine Frage, über welches Stück wir sprechen. Zu einer Bruckner-Symphonie passt ein dichter Orchesterklang meines Erachtens eindeutig deutlich besser als zu Bachs Brandenburgischen Konzerten. Beim Deutschen Requiem finde ich, dass das Aufmunternde gerade in den Begleitungsdetails steckt, z.B. im Oboenpart des "Denn alles Fleisch es ist wie Gras", häufig auch in den Posaunen. Es ist nun nicht so, dass dies alles bei dieser Aufnahme im großen Getöse untergeht. Der Verweis auf Karajans Klangideal mag auch irreführend sein. Vielleicht liegt es auch nur an der Aufnahmetechnik, aber Järvi und vor allem Harnoncourt in seiner neuen Aufnahme bringen das einfach um Längen deutlicher zur Geltung und werden damit dem Stück so wie ich es verstehe deutlich besser gerecht.

Zwischenfazit: eine nach meiner Lesart des Stückes eher weniger gut gelungene Interpretation. Ob es an Karajan, dem Orchester (eher nicht) oder der Aufnahmetechnik liegt, vermag ich nicht zu sagen, aber ich finde die Aufnahme hinsichtlich des Orchesterparts schwächer als die anderen mir bekannten.

Ähnlich könnte die Kritik am Wiener Singverein relativiert werden. Für mich klingt dieser auf dieser Aufnahme beinahe wie ein großes Tutti in einem normalen Gottesdienst, nicht wie ein halbprofessioneller Chor. Mag dieser Vergleich wieder zu viel des "Guten" sein, so entspricht er doch meiner Enttäuschung über den flach und im Hintergrund befindlich klingenden Chor. Hier singt der Arnold Schönberg-Chor (Harnoncourt) einfach viel klarer, besser artikuliert, vordergründiger im Gesamtklangbild und schlussendlich schöner. Keine Frage, es ist nicht ganz fair eine Aufnahme aus diesem Jahr mit einer über 40 Jahre alten zu vergleichen. Aber wenn ich Tipps geben soll, welche Aufnahme sich zur Neuanschaffung lohnt treten sie eben gegeneinander an.

Die Solistenleistung ist einer der großen Pluspunkte dieser Aufnahme. Sowohl Eberhard Wächter als auch Gundula Janowitz nutzen ihr wunderschönes Timbre zu einem exzellenten Klangbild, artikulieren schön klar und interpretieren für meinen Geschmack auch sehr adäquat. Dabei kommt es mir persönlich vor allem darauf an, dass nicht zu dick aufgetragen wird, inbesondere was z.B. Dynamikkontrastierungen betrifft, aber auch das Vibrato. Es besteht die Gefahr, dass es zu sehr nach Oper klingt, was ich bei diesem Stück nicht für adäquat halte. Frau Janowitz und Herr Wächter verdienen sich Bestnoten.

Insgesamt empfinde ich diese Aufnahme als tendenziell langweilig und eher verzichtbar. Verglichen mit Järvi und v.a. Harnoncourt fällt sie deutlich ab. Dabei will ich es nicht übertreiben. Es nicht so, dass man sich das nicht anhören könnte und das wunderschöne Werk nicht genießen könnte. Aber es geht für meinen Geschmack eben noch deutlich besser. 3 Sterne für eine solide Aufnahme mit glänzenden Solisten.

Mit Alternativtipps will ich mich aufgrund der Tatsache, dass ich noch so viele Aufnahmen nicht kenne zurückhalten. Dennoch: Harnoncourt sollten Sie meines Erachtens ins Kalkül ziehen.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.02.2013 23:27:39 GMT+01:00
logorrhöe???
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