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Kundenrezension

71 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung! ...aber sehr viel verschenktes Potenzial., 24. April 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Fallout New Vegas - Ultimate Edition - [PC] (Computerspiel)
Bei Bethesda Spielen lohnt es sich zu warten. Das habe ich nach Morrowind, Oblivion und Fallout 3 gelernt. Irgendwann, nachdem alle Addons bzw. DLCs erschienen sind, verwöhnt uns Bethesda mit einer Game of the year-, oder Ultimate Edition.
Während ich auf selbige zum neuesten Geniestreich Skyrim warte, habe ich mir bei Erscheinen die Ultimate Edition von Fallout New Vegas zugelegt.
Und die kann sich für den Preis wirklich sehen lassen. Alle DLCs und das Hauptprogramm in einem Paket. Super!

Es wäre leicht zu sagen, NV mache alles besser, was Fallout 3 falsch gemacht hat, und im Gegenzug alles schlechter, was Fallout 3 richtig gemacht hat. Im Kern trifft es das jedoch ganz gut.

In Open-World Spielen, wie man sie von Bethesda gewöhnt ist, werden viele kleine Geschichten erzählt, wobei die Haupthandlung eher zur Nebensache wird.
In dieser Hinsicht bricht NV mit der Tradition, da die Haupthandlung tatsächlich einen größeren Stellenwert einnimmt als in den Vorgängerspielen.

Dies geht jedoch deutlich zu Lasten des Open-World Faktors und des Entdeckerdrangs.
Das Mojave Ödland ist leider vor allem eines: Öde.
Zwar gibt es zig Kartenmarkierungen und damit zu entdeckende Orte, aber oftmals befindet sich dort rein gar nichts. Weder NPCs, noch 'Geschichten', in Form von Hinterlassenschaften wie Briefen, Terminals oder Gegenständen. Bei F3 fanden sich immer wieder kuriose Orte, wie der 'Pümpelbunker' oder verstreute Tagebucheinträge.
Ich bin ein sehr gründlicher Spieler und betrete jedes Gebäude und möchte in jeden Raum gelangen. Doch irgendwann bemerkte ich: Es lohnt sich irgendwie nicht.

Ebenfalls enttäuschend ist die Größe der Spielwelt, die ich im No-Clip-Modus mal komplett überflogen habe, nur um festzustellen das riesige Areale einfach ungenutzt blieben.
Statt dessen laufe ich mitten auf der Karte (nicht etwa an den Rändern) gegen unsichtbare Barrieren, die mich tunlichst davon abhalten sollen die unfertigen Bereiche zu inspizieren.
Zugegeben, auch F3 war ' zumindest in den Ruinen der Hauptstadt ' teilweise 'schlauchig' und mit künstlichen Barrieren versehen. Aber da lag es daran dass sie instanziert bzw. von U-Bahn-Schächten untertunnelt waren. Außerdem ist es ein Unterschied, ob man gegen ein eingestürztes Gebäude und meterhohe Schutthaufen läuft, oder gegen eine unsichtbare Wand in freiem Gelände, wie in NV.

Auch die Nebenfraktionen bleiben blass und wirken teils deplatziert. Das Lager der Großkahne erstreckt sich beispielsweise über ein riesiges Areal, doch überall existieren nur generische NPCs die man nicht ansprechen und Hütten die man nicht betreten kann. Ausgebaut sind lediglich jene Lager, die mit der Haupthandlung in Berührung kommen und 'am Wege' liegen, so wie Goodsprings, die JVA, Novac und Co.
Oftmals gibt es selbst in größeren Orten nur ein bis zwei Charaktere die ansprechbar sind und mit etwas Glück eine Quest haben, so wie in Jacobstown oder Cottonwood Cove.

Dies alles wäre nicht weiter schlimm, würde die Haupthandlung tatsächlich mitreißen.
Doch der Krieg zwischen Legion und RNK wirkt an vielen Stellen arg konstruiert und farblos.
Manchmal kommt tatsächlich Stimmung auf, wie rund um den Airfield-Stützpunkt der RNK, wo wir mit tollen und abwechslungsreichen Aufträgen geradezu beworfen werden.

Doch leider kommt auf jede erinnerungswürdige Quest (Das Heben eines alten Jagdbombers aus einem See; der Einbruch in ein Gefängnis oder die Rettung des Präsidenten) je eine unfertig wirkende Quests oder ein Stimmungskiller durch vorgegaukelte Entscheidungsoptionen.
So existiert zum Beispiel die vermeintliche Möglichkeit durch eine geheime Superwaffe alle Mitglieder einer bestimmten Fraktion in der Umgebung auszuschalten. Wählt man als Spieler diese Option, dann passiert absolut nichts. Nirgendwo fällt auch nur ein NPC um. Auch bleiben viele Handlungsstränge offen und man weiß nicht wie sie letztendlich ausgehen. (Beispiel: Flieger grüß mir die Sonne).

Ebenfalls ärgerlich: Nach dem Finale wird mir nicht die Möglichkeit gegeben weiterzuspielen.
Wie schön wäre es, mit den Konsequenzen des eigenen Handelns aus der Haupthandlung zu leben und den Entdeckerpart einzuleiten.
Wie gerne hätte ich von den Früchten meines Erfolgs in New Vegas profitiert. Hätte mich über meine erspielten Zimmer, Suiten und Gegenstände gefreut und den Jubel oder Hass des Volks auf mich gezogen. Statt dessen endet das Spiel mit einer lieblosen Diashow, die anhand meiner Entscheidungen unterschiedlich ausfällt.
Spiele wie Dragon Age: Origins, Mass Effect 2 oder The Witcher lassen uns zumindest würdig Abschied nehmen, bei NV hingegen passiert etwas, dass bei F3 nicht stört: Das Ende kommt zu plötzlich. Bei F3 kann man auf die Haupthandlung komplett verzichten oder parallel spielen, bei NV hängt jedoch vieles an der Handlung und man kann sie nicht ignorieren, bis man dann völlig überrascht ist, dass das Spiel vorbei ist. Hier schafft nur eine Mod Abhilfe, mit der sich nach dem Finale weiterspielen lässt, (auch wenn dann von den eigentlichen Auswirkungen der finalen Entscheidungen nichts zu bemerken ist.)

Als letztes Ärgernis, wenngleich nicht spielrelevant, ist der grundlegende Eindruck, dass das Spiel schlampig prorgrammiert wurde. Ich sehe Bäume, die in der Luft fliegen, Tiere, die im Boden oder zwischen Felsen gefangen sind oder Gegnergruppen die irrtümlich nicht rot markiert sind und auch keine Anstalten machen anzugreifen.
Solche Fehler darf man der Release-Version verzeihen, aber nicht in der mehrmals gepatchten Ultimate Edition.

Zuletzt möchte ich noch auf die DLCs eingehen, die ich in der Reihenfolge ihres Erscheinens gespielt habe. Grundsätzlich eine nette Dreingabe und Garant für viele zusätzliche Stunden Spielspaß. 'Dead Money' entführt uns in ein neues Gebiet und spielt sich recht anstrengend, wenngleich die Story ganz interessant ist, aber furchtbar gestreckt wurde. Ein weiteres Durchspielen möchte man sich eigentlich nicht antun, womit 'Dead Money' ein One Hit Wonder bleibt.
'Honest Hearts' war für mich eine absolute Enttäuschung. Es sollte mit einer Karawane in ein neues Gebiet gehen und man bereitet sich intensiv auf die Reise und die Begleiter vor: Es werden Gespräche vor dem Aufbruch geführt, die einem die Mitreisenden näher bringen sollen. Was so stimmungsvoll beginnt und fast 15 Minuten beansprucht, wird binnen Sekunden nach Betreten der neuen Karte im Kugelhagel erstickt. Die Karawane wird überfallen und man steht als einziger Überlebender da.
Die Story soll angeblich darauf basieren, dass man sich einer Fraktion in diesem Nationalpark anschließt, aber ausnahmslos jeder NPC in diesem Park eröffnet das Feuer auf mich, selbst nach einem Neustart. Nachdem ich binnen knapp 2 Stunden alle NPCs zusammengeschossen habe, finde ich endlich eine Karte, mit der ich in die Mojave zurückkehren kann. Offensichtlich haben vorhergehende Handlungen in der Mojave Einfluss auf meinen Ruf bei den hiesigen Fraktionen gehabt. Absoluter Blödsinn.
Wenigstens gibt es im Tal eine zweite, versteckte Story um Tagebucheinträge und Geheimverstecke. Etwas, das ich im Hauptprogramm so schmerzlich vermisst habe.
'Old World Blues', der dritte DLC, beginnt vielversprechend und ist insgesamt recht unterhaltsam. Zeitweilig wird jedoch die Geduld des Spielers arg strapaziert, insbesondere zu Beginn, bei dem man von einigen Robotern förmlich totgequatscht wird, ohne mehr machen zu können als letztlich völlig belanglose Antworten zu geben. 'Lonesome Road' schließlich, der letzte DLC, ist ein einziges Schlach-Ballerlevel. Hier kommen auch mal Shooter-Freunde auf ihre Kosten.
Insgesamt sind die DLCs ihr Geld wert und bereichern das Spiel eindeutig.

Mein Schlussfazit fällt ein wenig ambivalent aus. Einerseits mag ich die Geschichten, die NV erzählt, sowie den Humor von Fallout 1 und 2, der hier deutlich besser zum Tragen kommt als in F3. Ob als Geldeintreiber oder Künstlerbeschaffer für ein Casino, oder auf der Suche nach einem Sheriff: die Quests motivieren ungemein und bewegen sich zumeist abseits vom typischen Rollenspieleinheitsbrei im Stil von 'Töte und finde'.
An viele Geschichten und Quests erinnert man sich, ja, sogar an Charaktere und Städtenamen.
Das hat heutzutage wirklich Seltenheitswert.

Ebenfalls positiv sind die Neuerungen zu nennen, die einen tiefer in die Welt eintauchen lassen. Jeder der Begleiter hat seine persönliche Geschichte und bietet jeweils eine eigene Quest.
Ebenso hervorzuheben sind kleinere Aktivitäten, wie die Minispiele Roulette, Black Jack oder das beliebte Kartenspiel Karawane, für die ich mich aber persönlich nicht begeistern konnte.
Eher nutzlos fallen die Neuerungen wie der Postservice oder die Munitionsbank aus, die man einfach nicht benötigt.

Was mir jedoch die Wiederspiellaune nach 50 Stunden toller Unterhaltung etwas verdirbt sind die Schwächen von NV im Vergleich zum Vorgänger.
Es gibt viel weniger zu entdecken als in F3 und obendrein nimmt einen NV ein bisschen zu sehr ans Händchen. Auch sagt mir die Stimmung nicht besonders zu. Hatte man in F3 noch den Eindruck, dass die Zivilisation tatsächlich am Ende ist, so nimmt man NV sein Endzeitszenario kaum ab.
Von den verwitterten Straßen und Häusern abgesehen könnte es auch ein beliebiger Science-fiction Western sein, ohne das apokalyptische Nuklearsetting.
Wohin man sieht: Saubere Bäche, Seen und eine Flora und Fauna wie man sie auch in einer nicht-nuklearen Wüste erwarten würde. Gut, die Bomben sind nicht auf Nevada gefallen, aber dafür ist die Stadt New Vegas wiederum zu klein um als nicht-zerstörte Metropole glaubwürdig zu sein.
Und wenn die natürlich verwitterten Ruinenhäuser in NV genauso aussehen wie die vom Atomblitz getroffenen in F3 tut das der Glaubwürdigkeit auch nicht gerade gut.
Insgesamt wirkt die Gesellschaft in NV viel intakter und größer als in F3, allerdings nicht unbedingt glaubwürdiger. Die zahlenmäßig geringere F3-Bevölkerung vermittelt ein sehr viel stimmungsvolleres und glaubwürdigeres Bild einer postnuklearen Gesellschaft, als die Fraktionen und Gruppen in NV.
Die Radio-Musik ist eher auf den Western-Aspekt abgestimmt und nicht so ganz mein Fall.
Auch kann der Moderator von Radio Mojave mit ThreeDog aus F3 natürlich nicht mithalten.
Dafür gibt es in NV deutlich mehr Sender, war man doch in F3 irgendwann der immer gleichen Songs überdrüssig, wenn man den Propagandamist der Enklave nicht hören wollte.

Insgesamt habe ich mich über 50 Stunden sehr gut unterhalten gefühlt und habe auch bereits von den zahlreichen Mods der Szene profitiert, die ähnlich gut wie bei F3 ausfallen.

Daher ein Spielspaß von glatten 5 Sternen.

Abzüge gebe ich für die folgenden Punkte:
- Ein halber Stern dafür, dass die Spielwelt an manchen Stellen einfach nur leer und leblos wirkt.
- Ein weiterer halber Stern dafür, dass man sich keine Mühe gemacht hat Bugs auszubügeln und an Stelle eines DLCs mal im Hauptprogramm nachzubessern und die eine oder andere Textzeile oder Quest nachträglich einzubauen.
- Noch ein halber Stern weniger aus subjektiven Geschmacksgründen. Ich mag Westernsettings nicht wirklich und der 'radioaktive Aspekte' kommt mir hier einfach zu kurz.
- ein letzter halber Stern dafür, dass ich verhältnismäßig eng an die Haupthandlung gebunden bin und es nicht so viel auf eigene Faust zu entdecken gibt wie in F3.

Auch wenn meine Bewertung etwas negativ erscheinen mag, kann ich das Spiel nur wärmstens empfehlen! Ein Top-Preis und viele viele Stunden super Unterhaltung sind garantiert.
Man macht mit dem Kauf nichts falsch und die letzten zwei halben Sterne sind rein subjektiv, weshalb ich sie in meine Gesamtwertung fairerweise auch nicht einfließen lasse.

Von mir bekommt New Vegas daher 4 Sterne!
Wer meine Erläuterungen in puncto Geschmack und Wiederspielwert teilt, darf gerne einen halben bis ganzen Stern abziehen.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.08.2012, 18:31:32 GMT+2
Ralf Meyer meint:
Honest Heart reagiert nicht auf Ereignisse aus dem Hauptspiel. Das Problem ist ein anderes: Bei dem Gefecht am Anfang bekommt man Hilfe von einem der Bewohner des Tals. Und wenn man den im Eifer des Gefechts beschießt, war's das mit dem DLC. Ab dann sind alle Fraktionen feindlich. Es gibt dann *keinerlei* Möglichkeit das wieder gerade zu biegen.

Veröffentlicht am 09.09.2012, 15:00:54 GMT+2
A. Höller meint:
In Fallout ging es eben nie darum, möglichst viel zum erkunden zu haben. Fallout ist auf Story, Quests, Charaktere und vor allem auf Rollenspiel ausgelegt und nicht auf x-beliebiges Dungeoncrawling a la Bethesda. Zumal es in NV immer noch mehr als genug zu entdecken und vor allem zu tun gibt. Alleine die Anzahl der Quests (und auch die Qualität selbiger) ist um ein vielfaches höher als in Fallout 3, dass eher ein Action-Spiel und sicher kein Fallout ist. Viele Locations beleben sich erst im Laufe bestimmter Quests. Lustig finde ich auch, dass sie behaupten, dass Spiel würde einen an die Hand nehmen. Den Reaktionen einiger Spieler zur folge waren sie mit den Wahlmöglichkeiten von NV eher überfordert als mit den nicht vorhandenen von Fallout 3. Und ich denke, Freiheiten bietet das Spiel auch noch mehr als genug neben der Story und den Quests. Warum die Welt nicht so zerstört ist, haben Sie ja im Grunde selbst schon erwähnt und hätten sie die Vorgänger (ich rede hier von den Originalen) gespielt, würden Sie feststellen, dass dort die Gesellschaft auch schon deutlich weiter war als in Fallout 3 (was auch angesichts der langen Zeitspanne seit dem Krieg wesentlich glaubwürdiger ist). Fallout 3 wirkt hier eher so, als sei der Krieg zwei Jahre her und nicht 200. Die Lebensmittel und Medikamente die man überall finden kann, tun ihr übriges, um diesen Eindruck zu bestärken, ebenso wie die sog. "Siedlungen". Wenn hier also einer aus der Reihe tanzt, dann dieses Spiel. Also Fallout 3 hat NV meiner Meinung nach absolut nichts voraus, ganz im Gegenteil. Es ist ein solides Spiel mit guter Action, aber weder ein annehmbares Fallout-Spiel noch ein überzeugendes Rollenspiel. Und glaubwürdig schon gar nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2012, 13:13:15 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 20.10.2012, 13:23:15 GMT+2
Raphael meint:
Hallo Herr Höller,
wie so oft, lässt sich über Geschmack nicht streiten. ;) Aber ich kann Ihre Kritik absolut nachvollziehen.
Sie schreiben, dass es in Fallout nie darum ging, möglichst viel zum Erkunden zu haben.
Da stimme ich Ihnen zu. Und ich ergänze: Auch ich habe Fallout 1 und 2 gespielt und sehe die Teile als eigenes, stimmiges und (leider) auch abgeschlossenes Spieleuniversum.
Wie ich in meiner Rezension gleich zu Beginn erwähnt habe, vergleiche ich NV jedoch nicht mit Fallout 1 und 2, sondern mit den bisherigen Open-World-Spielen des Publishers Bethesda. Wenn ich NV kritisierte, dann anhand dieses Open-World-Faktors und nicht in Bezug auf Fallout 1 und 2.

Auch haben Sie mich offensichtlich nicht richtig verstanden, als ich von "An die Hand nehmen" usw. sprach.
Natürlich ist die Questdichte in NV höher, als in F3. Es geht mir aber um die Präsentation des Ganzen. Ich muss nicht ständig Aufträge haben, ich ziehe auch mal gerne selbst ins Unbekannte. Wenn ich dann DORT Aufträge/Quests erhalte ist das schön. Wenn nicht, macht das gar nichts, denn als Explorer ist der Weg das Ziel.
Skyrim bekommt das beispielsweise ganz gut hin. Ich hebe irgendwo in einem absolut abgelegenen, stimmungsvollen Dungeon irgendeinen dämlichen Stein auf und schon wird eine Questkette in Gang gesetzt, die mich über Stunden beschäftigt.
Solche Ereignisse verlange ich aber gar nicht. Aber den stimmungsvollen Dungeon, oder, allgemein: die stimmungsvolle Location, die verlange ich.
Und wenn ich mir das Lager der Großklone, äh, Großkhane anschaue, oder die zahlreichen Orte wo es lediglich NPC-Statisten gibt, die mir einen Oneliner entgegen werfen aber ansonsten noch nichtmal ansprechbar sind, dann ist das eben nicht sehr stimmungsvoll.

Fallout 3 war ein sehr schlechtes Fallout-Spiel, ja! Aber es war ein sehr gutes Open-World-Spiel, wo nahezu jeder NPC eine Daseinsberechtigung hatte. Selbst jene Charaktere, die man nur anhand ihrer Taten, Hinterlassenschaften oder sterblichen Überreste kennenlernte, aber niemals leibhaftig zu Gesicht bekam. (Eine positive Ausnahme ist der Überlebende aus dem NV-DLC Honest Hearts, der in den Höhlen seine Notlager eingerichtet hatte und dessen Tagebucheinträge nach und nach seine Geschichte erzählen. Absolut GROSSARTIG für Explorer!!)
Und ja, NV hat hervorragende Begleiter; tolle Charaktere mit Ecken und Kanten! Obsidian hat einige Charaktere glaubwürdig ausgearbeitet, jeder von denen interessanter und erinnerungswürdiger als der beste Charakter in F3. Aber gleichzeitig ist die Welt von Klonen bevölkert und irgendwie, tja, fällt es schwer sein eigenes Ding zu machen.

Ich will dieses Gefühl mal ein bisschen beschreiben:
In F3 finde ich es gerade hervorragend, dass die Story nur sekundär ist und die Quests eher rar gesät sind. Ich bin leidenschaftlicher Sandbox-Spieler und suche mir mein Abenteuer selbst, ohne das ich Quest-XP und Co. nötig hätte.
Ich besuche kuriose Orte und richte mir abgelegene Hütten ein, wo ich meinen Kram anhäufe und Trophäen aufstelle.
Ich sammle hunderte Blechdosen um ein IKEA-Bällebad daraus zu basteln oder führe das Leben eines einsamen und verschrobenen Ödlandentdeckers, wenn ich das möchte. Ich habe in meiner Rezi ja beispielsweise den "Pümpelbunker" angesprochen. Dort hat irgendein Wahnsinniger zig Pümpel in der ganzen Welt gesammelt und ihnen eine Art Schrein gebaut. Wie bekloppt, wie inspirierend! F3 sprüht geradezu vor kleinen Geschichten, die keine Quests bereithalten, die keine XP geben oder in irgendeiner Weise zu einer Handlung beitragen. Erinnern wir uns an Dhukovs Wohnung, ein Sündenpfuhl der in leeren Schnapsflaschen versinkt. Oder die alte durchgeknallte Dame, die ab und zu im offenen Klohäuschen am Kai sitzt. Die münzbetriebenen Pulowsky-Erhaltungs-Bunker oder der ganze Quatsch der in den Museen der Stadt zu finden ist.
Alle Strukturen sind kaputt und für die Zukunft sieht es noch finsterer aus. Jeder gegen jeden und jeder für sich, wenn da nicht ein Held wäre, der neuen Schwung in alte zerfahrene Situationen bringt. Oder auch nicht. Big Town kämpft ums nackte Überleben. Tenpenny-Tower führt eine schlimmere Einwanderungspolitik als die USA an der Grenze zu Mexiko. Die Republik Dave ist eines der kuriosesten Staatskonstrukte, das man jemals in einem Spiel erleben durfte.

Dies ist die größte Stärke von F3: Wir spielen eine einsame Seele unter wenigen, völlig verzweifelten Menschen in einer postapokalyptischen Gesellschaft in der es keine regionenübergreifende Strukturen und Institutionen gibt.
In NV kann ich hingegen noch so weit reisen, noch so weit ab vom Schuss sein: Überall bin ich entweder auf dem Gebiet der RNC oder der Legion, oder einer sonstigen Gruppierung. Ständig gibt es Patrouillen, Überfallkommandos oder sonstige Random Encounters. F3 hingegen ist (im besten Sinne) kaputter, einsamer und "sandboxiger" als NV.
Das viele Dinge nach 200 Jahren etwas deplatziert wirken, wie Medikamente (oder sogar Milch!!): geschenkt.
Auf das Gesamtbild kommt es an. Und wenn ich mit einer Sache nicht einverstanden bin, dann editiere ich sie heraus, oder bediene mich eines der tausenden Mods, der mein Spiel entsprechend individualisiert.

Trotzdem ist NV ein Spitzenspiel, ich kann es gar nicht oft genug sagen. Ich habe mittlerweile 130 Stunden in NV verbracht und damit bislang fast so viel Zeit wie in F3 und immer noch mehr als in Skyrim (70 Stunden). Die Quests habe ich mittlerweile ALLE gespielt und auch sehr genossen.

Aber ich bin begeisterter Sandbox-Spieler und damit unterscheiden sich unsere Spielstile ganz offensichtlich, Herr Höller.
Ich liebe das, was Sie als "x-beliebiges Dungeoncrawlin a la Bethesda" bezeichnen. Und es geht mir auch nicht darum möglichst viele Gegner zu erschlagen, sondern einfach die Freiheit zu besitzen, Dinge auszutesten. Ohne blöden übergreifenden Bürgerkriegsplot. Der ist mittlerweile echt ausgelutscht in Open-World-Spielen. Nach Gothic 3 und New Vegas muss ich mich neuerdings auch in Skyrim mit einem fade inszenierten Bürgerkrieg oder dem Konflikt zwischen 2 Fraktionen herumschlagen, bei dem ich mich auf eine Seite schlagen muss. Immer wieder, auch in Onlinespielen: WoW, Guild Wars Factions, Aion, WAR... Es ist immer das Selbe. Das möchte ich (persönlich) als Spieler nicht.

Ich möchte die Hauptrolle in einer Geschichte spielen. Den einsamen, melancholischen, kaputten, strahlenden, versoffenen, charismatischen oder bösartigen Helden mit Ecken und Kanten. Und nicht der Einäugige unter Blinden, als Teil irgendeiner blass inszenierten Fraktion die ohne meine abartig overpowerten Superhelden-Attitüde allein nichts auf die Kette bekommt. Ich möchte in einer Spielwelt nicht das Zünglein an der Waage sein. Ich will die Waage sein.

Veröffentlicht am 23.07.2014, 17:59:16 GMT+2
vbr meint:
Nachinstallieren vom Fallout New Vegas Nexus:
Nexus Mod Manager, danach
- Monster Mod
- Angel Park
- MCM
- Darnified UI
- FOOK
- Active Wasteland
- HeadBob
- New Vegas Bounties 1&2

Und fertig.

Veröffentlicht am 09.08.2014, 06:40:55 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 09.08.2014, 07:31:05 GMT+2
11-i meint:
"Das Mojave Ödland ist leider vor allem eines: Öde."

Irgendwie spielen wir verschiedene Spiele. ^^

Abgesehen davon, daß ich Fallout 1 & 2 ohnehin besser finde als die beider 3er gefällt mir New Vegas weit besser. Ich war bei Fallout 3 anfangs regelrecht entsetzt und habe mich immer gefragt "Wann fängt eigentlich mal das Spiel an". Die Sequenzen in der Vault waren wirklich grossartig gemacht, aber was nützt so etwas, wenn man danach ein Ödland betritt, daß seinen Namen etwas zu wörtlich nimmt. Ich habe unzählige Rollenspiele gespielt, aber noch nie eine so langweilige und questarme Stadt erlebt wie Megatown und mal ganz ehrlich, so viel aufregender war Rivet City auch nicht.

Dazwischen konnte man dann Nebenquests im Ödland suchen wie Stecknadeln im Heuhaufen. Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen, aber Gegenstände in Hütten aufzustellen oder dergleichen sind Sachen für einen Barbie Puppenhaus Simulator oder meinetwegen noch für eine dieser unbeliebten Wohnungs DLCs die es auch bei Oblivion gab. In einem Spiel ist so etwas schlichtweg unwichtig. In Megatown hab ich einmal die Vorkriegseinrichtung gekauft, aus Versehen angerempelt und die Hälfte von dem Murks ist aus dem Regal gefallen. Danach war die Chause uninteressant, bis auf das unnütze Dreirad das immer im Weg stand.

Wer auf so etwas steht soll bitte schön die Sims spielen, da wird das hundert mal besser gemacht.

New Vegas gefällt mir weitaus besser, denn die Wüste ist hier eben gerade nicht leer. Ständig und überall gibt es irgend etwas zu erledigen. Mal soll man einen neuen Sheriff besorgen, dann wieder einen geänderten Code an Stationen bringen oder ein Vorratsproblem beseitigen. Mal heisst es das Verschwinden einer Frau aufzuklären, dann wieder sich irgendwo einzuschleichen oder ein Versorgungsproblem zu lösen. Sogar ein Flugzeugwrack gilt es aus einem See zu bergen.

Beim Vorgänger konnte man davon vieles entweder ganz vergessen oder mit der Lupe suchen. Davon abgesehen gibt es weitaus abwechslungsreichere Orte und auch die Grafik wurde etwas aufgehübscht. Alleine die Physx Effekte mit dem Wüstenwind sind schon sehr stimmig.

Nervig sind allerdings die nach wie vor eindeutig zu viel Fehler. Clippingfehler von Monstern, Ladefehler und Abstürze.

Ansonsten ist New Vegas für mich das bessere Fallout 3. Dabei habe ich die unglaublich platte B-Movie Geschichte des Vorgängers im Vergleich zur viel glaubwürdigeren Handlung bei New Vegas gar nicht erwähnt.

Veröffentlicht am 22.01.2016, 23:29:23 GMT+1
Mardoc-Berlin meint:
Danke für die gute Rezension, wobei man wirklich darüber streiten kann, welches der beiden Spiele jetzt nun das bessere ist. Ich habe ebenfalls in beiden Spielen jeweils über 100 Stunen verbracht. In Fallout 3 hat mir das Setting und die allgemeine Stimmung und auch das Herumkriechen in den Ruinnen Washingtons sehr gut gefallen. In NV dagegen fand ich das Lavieren zwischen den Fraktionen sehr unterhaltsam. Insbesondere nach dem "Genuss" von F4 sind rückblickend beide Spiele sehr, sehr gut :-))
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