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Kundenrezension

am 12. Januar 2014
Dichtung ist heute in Deutschland und darüber hinaus nicht mehr selbstredend Stimme des Volkes, wie Herder es meinte und forderte. Was Dichtung sei, darüber meinen Experten zu bestimmen. Mit einem Volksbegriff, wie er vor dem letzten Kriege üblich war, schließt sich bei diesen ein Dichter von vornherein aus dem Kanon des Beachtenswerten aus. »Das blaue Licht« erzählt nicht nur von Begegnungen mitKünstlern und Denkern wie Leni Riefenstahl und Hans-Dietrich Sander, es setzt die Wahrhaftigkeit einer zeitgeistfernen Kunst gegen die Protagonisten des geistigen Niedergangs.

Bei den Dekadenzerscheinungen hat der Autor vor allem den Ästhetizismus im Auge, der in Schopenhauers Kunstapotheose seine Wurzel hat und durch Thomas Mann zum größten gemeinsamen Nenner konservativer Kulturauffassung wurde. Er zeigt den engen Zusammenhang dieser Ideologie mit Thomas Manns Leben und Werk, in denen der Verrat ein Leitmotiv ist, an der Liebe, an der Familie, am Vaterland, am Geist. Thomas Manns Setzungen wirken auch heute in einer verfehlten Sicht auf Goethe, auf das Wesen des Deutschen und das der Poesie nach.

Ganz anders erzählt Leni Riefenstahl in ihrem unabhängigsten und eigenwilligsten Film das Erwachende und Schöpferische, die Liebe und den Alptraum der Moderne. Sie straft den Prosaschriftsteller Thomas Mann Lügen, der behauptet, moderne Mittel müßten notwendig zu einer relativistischen, ironischen Sicht der Welt führen. Der Autor verwahrt sich mit dieser Darstellung gegen den Vorwurf, mit klassischer Form und Genauigkeit ein Epigone des 19. Jahrhunderts zu sein. Im Gegenteil, er betrachtet die Schar der heute verborgenen Dichter mit Nietzsche gesprochen als Setzer von übermorgen.

Das Buch setzt die Essay-Sammlung »Erlkönig« (2009) mit 15 Aufsätzen fort, zum Bauhaus in Weimar und Dessau, zum Sinn der Not, zur Jugend, zur Musik, zur Gender-Ideologie, zum Zweitfrontenkrieg deutschen Geistes, zum Judentum, zur Barmherzigkeit und zum Einknicken der Kirchen vor der Macht. In verschiedenen Konstellationen setzt der Autor ein offensives Christentum gegen alle Spielarten der Kapitulation vor den Kräften des Mammon und der globalen Gleichschaltung. Dabei zeigt sich eine ganz andere Kunstapotheose als die Schopenhauers, nämlich, nicht das Ausweichen in die Unverbindlichkeit, sondern der Mut, den Teufel in allen Masken zu erkennen und zu benennen. Dabei sucht der Autor den Nachweis, daß dies dem Vers und dem Drama in einer Weise möglich ist, die Konservative den »Belletristen« im allgemeinen nicht zutrauen.
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