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Kundenrezension

HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENTam 10. März 2012
In seinem Vorwort weist der Autor, Prof. emer. Dr. Alexander Demandt, darauf hin, dass er bereits im Jahre 1999 unter dem Titel "Hände in Unschuld. Pontius Pilatus in der Geschichte" eine - wie er es nennt - umfangreichere, quellengestützte Monographie" vorgelegt habe. Seine erneute Präsentation des römischen Statthalters von Judäa, diesmal in Form eines 128seitigen Bandes der Reihe "C.H.Beck Wissen", hat sich der Althistoriker für eine Gliederung in acht Kapitel entschieden....

....unter der Überschrift "Die Römer im Osten" holt er im ersten Kapitel zeitlich bis zu Alexander dem Großen aus, um dann über die Seleukiden und Ptolemäer zur Dynastie der Hasmonäer zu gelangen. Die dynastischen Wirren führten dazu, dass schließlich der Idumäer Herodes im Jahre 40 v. Chr. vom römischen Senat zum König von Judäa ernannt wurde. Der "Amtsführung" des großen Herodes und die seiner Söhne folgt die Ernennung des Ritters Coponius zum ersten "Praefectus Judaeae".In Kapitel zwei werden neben der Entstehung des Judentums und seiner wichtigsten rituellen Vorschriften auch die religiösen Einrichtungen, Strömungen, Fraktionen, Sekten und die messianischen Erwartungen (auch jene anderer Religionen und Völker) zur Zeitenwende beschrieben. Auf den Protagonisten geht Demandt erstmals im dritten Kapitel "Außerbiblische Quellen zu Pilatus" (Seite 33) ein, um sogleich die Glaubwürdigkeit der wichtigsten, Philo Judaeus und Flavius Josephus, berechtigterweise in Frage zu stellen. Als Ergebnis stellt Demandt fest, dass die Darstellungen bei Philos nur um der jüdischen und griechischen Philosophie, bei Josephus hingegen der jüdischen und römischen Politik dienten. Demgegenüber sieht er das Zeugnis des Tacitus als verlässlich, wohl aber auch als nicht unabhängig an, obwohl sich dieser mit der Bezeichnung Prokurator einen harschen Anachronismus geleistet hatte. Daneben schließt Demandt aus dem Typus von Bronzemünzen, dass Pilatus drei Serien prägen ließ - und bezeichnet diese als "bemerkenswerte archäologische Zeugnisse", wohlgenerkt für Pontius Pilatus, obgleich diese Provinzialprägungen nicht dessen Namen tragen. Mit der 1961 in Caesarea Maritima gefundenen Pilatus-Inschrift nennt Demandt schließlich nicht nur die wichtigste, sondern auch die einzige überzeugende archäologische Quelle, in der Pontius Pilatus als "Praefectus Iudaeae" bezeichnet wird, um anschließend überflüssigerweise zum Anachronismus des Tacitus rumzueiern. Aus der Feststellung, dass alle zeitgenössischen Historiographen die Passion Jesu ignorierten zieht er den Schluss, dass die "Kreuzigung eines galiläischen Winkelpropheten und Möchtegern-Messias eine Bagatelle" gewesen sei.

Das Kapitel "Pilatus als Statthalter" dient einer kurzen Analyse der herkunft seiner Namen und seiner Amtsführung in der Dekade zwischen 26 - 36. Hinzu kommen die Erwähnung des Pilatus-Berges bei Luzern und die tendenziösen Charakterbilder des Pilatus in den Quellen un den Evangelien. Zu Beginn des fünften Kapitels "Die Passion" schreibt Demandt, dass die "Bibel ein Geschichtsbuch sei, allerdings der besonderen Art" und weist daraufhin, dass sich gerade das Christentum wie keine andere Religion auf zeitgeschichtliche oder für zeitgeschichtlich gehaltene Vorgänge beruft, um dann mit Passagen aus den Evangelien und noch weitaus späteren "Quellen", die er mitunter als fromme Fiktionen bezeichnet, zu argumentieren. In diesem Stile geht es dann in den Kapiteln sechs "Was ist Wahrheit?" und sieben "Pilatus-Legenden" weiter, bevor Demandt schließlich in Kapitel acht mit seiner Fiktion "Jesus freigesprochen, was wäre geschehen?" dem ganzen die spekulative Krone aufsetzt.

Im Hinblick auf seine historischen und religiösen Details ist der Band sicherlich ein gelehrtes Werk, aber hinsichtlich seines Protagonisten lässt er nur schwerlich eine strukturierte wissenschaftliche Annäherung erkennen. In einem Tohuwabohu mehr oder weniger historischen Quellen gerät Pilatus zur Randfigur, so dass der Band nur mit drei Amazonsternen bewertet werden kann. Eine Alternative hierzu bietet der gerade in in Neuauflage erschienene Klassiker "Pontius Pilatus: Römer, Ritter, Richter" von Ralf-Peter Märtin, der übrigens auch im Band von Demandt (S. 108) genannt wird.
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