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Kundenrezension

am 16. Mai 2013
Wellmer grenzt von Beginn an ab, dass es sich bei dem vorliegenden Buch nicht um einen Überblick sondern vielmehr um eine Einführung mit egoistischem Vektor in die Sprachphilosophie des 20. Jahrhunderts handelt. Dabei geht er zum einen intensiv auf Wittgenstein und Davidson ein, zum anderen auf Heidegger und Gadamer, wobei er besonders den Bogen vom Davidsonschen Verstehensansatz zur Gadamerschen Hermeneutik ins Zentrum seiner Vorlesung stellt. Im ersten Teil rekapituliert er konzise die Wittgensteinsche Gebrauchstheorie der Bedeutung, die dem Pragmatismus gegenüber der Semantik einen gewissen Primat einräumt. Ferner erörtert Wellmer die Wittgensteinschen Kernthesen zur Verwendung von Worten, zum Sprachspiel und Regelfolgen als Praxis sowie zum Privatsprachenargument. "Wir können jetzt sehen, dass Wittgensteins Gebrauch des Regelbegriffs [...] die Merkmale der Differentialität, Wiederholbarkeit, Normativität der Sprachzeichen mit den Merkmalen der Offenheit, der Unabgeschlossenheit, ja, der Unvorhersehbarkeit der sprachlichen Bedeutung verknüpft, dass zugleich ein Boden sprachlicher Gewissheiten [...] als Bedingung der Möglichkeit [...] des sprachlichen Bedeutens erscheint." Das Meinen und Bedeuten wird gerade in der intersubjektiven Kommunikation ergänzt um den Begriff des Verstehens. Damit also in praxi erfolgreiche Identität zwischen Sprecher und Hörer stattfindet, ist das Deuten von Bedeutung unter der Bedingung einer "Gemeinsamkeit vor Urteilen". Davidsons Verstehenstheorie (radikale Interpretation etc.) ist insofern spannend, als dass es "nur persönliche Idiolekte und Überlappungen solcher Idiolekte" gibt, "und der theoretisch relevante Kern dessen, was wir [...] mit einer gemeinsamen Sprache meinen, ist die Übereinstimmung der wechselseitigen Interpretationstheorien." Zwar greift Wellmer das Konzept der "Wahrheitssemantik" an, dass Davison von Tarski modifizierte, akzeptiert aber das "principle of charitiy"-Modell (Prinzip der wohlwollenden Interpretation), sofern es die pragmatische Dimension mit umfasst. Eo ipso einleuchtend sind Wellmers Ausführungen zum Wahrheitsbegriff. "Das die Wahrheit intersubjektiv ist, bedeutet zugleich, dass die Wahrheit streitig ist." Es ist logisch, dass nur vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Praxis und deren Anerkennung Boden für den Nährstoff des Gebens und Verlangens von Gründen geliefert wird, um Überzeugungen zu rechtfertigen: "Dann aber lässt sich der primäre Sinn dessen, was Wahrheit bedeutet [...] vielmehr nur auf dem Weg einer reflexiven Vergewisserung von Grundstrukturen jener [sozialen] Praxis bestimmen." Ich finde diesen Satz außerordentlich nebulös, was soll reflexive Vergewisserung innerhalb einer Praxis sein? Und was sind deren "Grundstrukturen" im Lichte einer Wahrheitsdebatte?
Den Zirkel zu Heidgger und Gedamer kann ich nun leider nur anschneiden, in nuce behauptet Wellmer folgendes: "Wenn man das Problemfeld des Verstehens in dieser Weise kartographiert, so erscheint die Hermeneutik Gadamers gleichsam als die Ausarbeitung einer Davidsonschen Problematik mit anderen Mitteln [...]. Heideggers Daseinsanalyse in 'Sein und Zeit' [...] lässt sich [...] als ein Gegenstück zu Wittgensteins Analyse der Sprache als Lebensform verstehen." Dieses Wellmersche Projekt ist interessant für Experten, für den "Bedeutungsforscher" weicht dieses etwas von der Erwartung ab. Dennoch sind die einzelnen Einführungen zu Wittgenstein, Davidson, Heidegger und Gadamer äußerst lesenswert!
Wellmer weist gleichwohl auf moderne Philosophen wie Brandom, Tugendhat etc. hin. Daher ist der Kauf dieses Buches empfehlenswert!
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