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Kundenrezension

TOP 500 REZENSENTam 22. Oktober 2006
Walter Gieseking (1895-1956) gehörte unbestritten zu den "Giganten am Klavier", zu den besten und bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Wie viele deutsche Künstler seiner Zeit wurde er nach dem 2. Weltkrieg, vor allem in den USA, wegen seines Verbleibens in Deutschland während der Nazizeit angefeindet und verfemt, obwohl er ein ganz unpolitischer Mensch war, der NSDAP nie angehört hatte und sogar seinen jüdischen Konzertagenten behalten hatte. Dabei wollte Gieseking nur eines: Klavier spielen. Die Zeit, in die er geboren wurde, konnte er sich nicht aussuchen. Heute, ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod, sind diese Querelen alle vergessen, und man kann wohl ohne zu übertreiben behaupten, daß der Künstler im Ausland, vor allem in Frankreich, noch mehr gerühmt und verehrt wird als in seinem Heimatland. Seine Kompetenz als Debussy- und Ravel-Spieler ist ohne Beispiel geblieben, aber auch die zahlreichen Aufnahmen des klassisch-romantischen Repertoires gehören fast ausnahmslos in die Oberliga der klassischen Musik.
Die hier wieder aufgelegten Einspielungen der beiden letzten Beethoven-Konzerte entstanden 1951 in London, mit dem damals noch jungen Philharmonia Orchestra unter Leitung von Herbert von Karajan. Sie gehören vielleicht nicht zu den allerstärksten Aussagen des Pianisten, sind aber doch bedeutende Zeugnisse seines überragenden Könnens und auch der sehr intensiven Zusammenarbeit mit Karajan und dem britischen Columbia-Produzenten Walter Legge, der als Aufnahmeleiter fungierte. Alleine schon diese Kombination bürgt für gediegene Qualität. Höhepunkt für mich ist die Originalkadenz im Kopfsatz des vierten Konzertes sowie die innige Ruhe, mit der der Mittelsatz des 5. Konzertes gestaltet wird.
Der Klang der alten Aufnahmen ist natürlich historisch, aber doch von annehmbarer Mono-Qualität. Wer wissen möchte, wie Beethovens Klavierkonzerte vor 50 Jahren von den damaligen Top-Künstlern der Klassikgilde gedeutet wurden, der sollte hier zugreifen. Die Textbeilage ist überdurchschnittlich gut und erhöht den Wert der Edition.
Zur Information: Walter Gieseking hat 1955, ein Jahr vor seinem Tod, diese beiden Konzerte noch einmal - in Stereo - aufgenommen, wieder unter der Regie von Walter Legge, wieder mit dem Philharmonia Orchestra London, diesmal mit dem kompetenten Begleiter Alceo Galliera. Diese Aufnahmen klingen natürlich wesentlich besser und sind interpretatorisch ähnlich kompetent, aber leider seit Jahren nicht im Handel. Vor etwa 15 Jahren waren sie relativ kurzzeitig in der EMI-Billigserie "Laser" zu haben.
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