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Kundenrezension

31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Album Mittelmaß, Bonus "Dreck" eine Schande ..., 20. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Frequency Unknown (Audio CD)
Eines gleich mal vorweg. Dieses Album ist KEIN Queensrÿche-Album. Nichts von dem, was diese Band in den vergangenen Jahren ausmachte, ist wenn überhaupt, dann nur ansatzweise auf dem hier besprochenen Album vorhanden. Wenn man von der Stimme des Frontmanns Geoff Tate absieht, der sich heftigst mit seinen Bandkollegen nach 30jährigem gemeinsamen Schaffen derart in die Köppe gekriegt hat, dass eine Reunion nach meiner Einschätzung dauerhaft ausgeschlossen werden dürfte. Und nein, ich will und werde nicht auf dieses Thema eingehen, das kann jeder selbst nachlesen.

Mit einer relativ notablen Neubesetzung versuchte Herr Tate das Prog-Metal-Mutterschiff auf seinen ganz eigenen Kurs zu bringen - und scheiterte spektakulär.

Die nur sechswöchige Produktion ("Wir wollten die CD vor der bereits terminierten Tour aufnehmen, um zur Tour ein Produkt anbieten zu können", so Tate in einem Interview) kann man auch als wohlwollender Fan schlicht als "aus der Hüfte geschossen" bezeichnen. Die "Idee": Eine Gruppe von Leuten schreiben ein paar Songs, und diese werden dann von verschiedenen (Gast-)Musikern innerhalb kürzester Zeit aufgenommen.

Immerhin tummeln sich neben Robert (Gitarre) und Rudy Sarzo (Bass, Ex-Ozzy, -DIO, -Whitesnake), Drummer Simon Wright (Ex-AC/DC und -DIO) und Keyboarder Randy Gane fähige Leute im Line-up. Von den großen Namen, die als Gastmusiker angekündigt wurden, dürfte lediglich K.K Downing von Judas Priest einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sein. Mittlerweile hat sich das Personalkarussel bei "Taterÿche" (wie ich dieses "Ding" mal spaßeshalber nennen möchte) übrigens ordentlich gedreht.

Nicht immer verderben viele Köche den Brei, aber hier machen sie es zumindest auch nicht erträglicher. Geoff Tate hätte besser daran getan, dieses Machwerk unter seinem Namen zu verkaufen anstatt es ein Queensrÿche-Album zu nennen.

Kommen wir zur Einzelkritik:

Der Opener "Cold" startet mit fetten Gitarrenriffs und verbreitet erst mal eine positive Stimmung. Man merkt Geoffs Vocals aber schnell an - wie bei allen anderen Tracks auch -, dass sie bei weitem nicht mehr jenes breite Spektrum umfasst wie das früher der Fall war. Das ist bei einem 54jährigen auch kein Wunder und im Prinzip kein Kritikpunkt. Dennoch versucht Tate sich bisweilen in überraschend hohen Lagen (vermutlich von den Gesangsleistungen seines Klons Todd LaTorre irritiert) und trifft dabei oft den Ton nicht mehr so sicher wie vor zwanzig Jahren noch. Wer es mir nicht glaubt, höre das Album mal gaaaanz leise, so dass man nur noch die Vocals ausmachen kann. (Hier hört sogar ein Laie, dass es oft deutlich daneben geht. Vor allem bei den Bonus-Tracks ist dies der Fall, aber dazu später.) Schon bei diesen ersten Eindrücken fällt der merkwürdige Sound auf. Erst hatte ich die Einstellungen meines Mischpults in Verdacht, habe mich aber dann mit Referenz-CDs ähnlicher Produktionen vergewissert, dass es "untenrum" seltsam muffig und "schmal" klingt. Vor allem die Bassdrum hat nicht den nötigen "Knack" für ein Metal-Album. Die Snare klingt nach 25-Liter-Omo-Trommel aus den Siebzigern. Unfassbar, aber wahr!

Der zweite Track kommt, wie der Opener, ebenfalls mit einem eher MEGADETH-mäßigen Riff daher. Kompositorisch ist auch dieser Song nicht schlecht, aber eben auch kein Queensrÿche. Gesangstechnisch versucht sich Tate hier gelegtentlich wie ein Bowie-Imitator und klingt dabei schon reichlich aus der Puste. Die Folge sind frequenzielle Ungenauigkeiten, die sich wie bereits erwähnt durch die gesamte Produktion ziehen.

Song 3 heißt "Give it to You", wo erstmals Mid-Tempo auf's Ohr kommt. Instrumental ist der Song leider unspektakulär produziert. Hier merkt man vor allem das schnelle Songwriting: Eine gute Idee, leider lax ausgeführt. Der Sound ist hier noch etwas besser als bei den meisten anderen Tracks.

Ein weiterer Tiefpunkt liefert dann "Slave" ab. Nun schon der dritte Track in Folge, wo die schwachen Leistungen eines gewissen Drummers namens Evan Bautista den Ansatz einer guten Produktion ins untere Mittelmaß ziehen. Ich sehe beim Hören einem gewissen Scott Rockenfield vor Lachen die Tränen kommen.

Mit "In the Hands of God" ertönt der erste Song, der zumindest rudimentär an einen Queensrÿche-Song erinnert. Chromatische Harmonien und solide Arrangements, die teilweise sehr clever gemacht sind. Hier klingt das Schlagzeug zwar ebenfalls wie aus der Holzkiste (vor allem die Bassdrum muffelt übelst vor sich hin, und die Cymbals klingen fast schon wie "gemutet"), aber man erkennt einen echten Prog-Song! Respekt! Traurig, aber wahr, dass dies schopjn eine Art Highlight darstellt.

"Running Backwards" macht seinem Namen ebenfalls keine Ehre. Es ist definitiv eine neue Richtung, aber es klingt wie eine völlig andere Band. Über diesen Aspekt meiner Kritik äußere ich mich am Ende noch mal. Das Schlagzeug klingt hier besonders muffig. Das einzig Erwähnenswerte ist das geile Solo von Meister K.K. Downing, das allerdings im Akustikbrei knapp hinter den Vocals verschwindet.

"Life without You" hat Single-Charakter und ist definitv einer der besseren Songs auf dem Album, wenn man von den Schwächen der Gesamtproduktion absieht. Auch ist das Schlagzeugspiel von Thrash-Experte Paul Bostaph, der den vorigen, diesen und die beiden nächsten Tracks die Felle bedient, deutlich ansprechender als die von Bautista.

Unspektakulär geht es mit "Everything" weiter. Auch hier stimmt nur der Gitarrensound. Tate leiert die Lyrics ohne jegliche Überzeugung runter. Ein gefühlter "Bonus-Track" eröffnet also das letzte Drittel der Produktion. Na, Prost Mahlzeit! So macht die Platte immer weniger Spaß.

Mit "Fall" wird das kompositorische Niveau noch einmal herabgesenkt. Tate singt: "I see the look in your eyes, and there's no, no easy answers." Ja, so geht es dem geneigten Rezensent auch, wenn er dieses Sammelsurium an Platitüden hört. Auch die Hammond-Fläche im Hintergrund wertet das Teil nicht nennenswert auf.

Endlich der letzte Song "The Weight of the World". Monotones Akustik-Gezupfe trifft auf "extremely delayed Vocals".Klingt leider nicht ganz aus einem Guss, ist aber noch recht akzeptabel, wenn Tate sich nicht hier und da krass in der Tonlage vergreifen würde. Jede Amateurband hätte einen weiteren Take gewagt, um sich nicht lächerlich zu machen, und so kann man nur vermuten, dass in der Kürze der Zeit stimmlich einfach nicht mehr drin war. Gegen Ende versucht sich der Track in "Anybody Listening?", erreicht aber nicht ansatzweise dessen kompositorisches und produktionstechnisches Niveau.

Die vier Neuaufnahmen älterer QR-Songs sind indiskutabel bis blamabel. Es gibt Tribute-Bands, die besser spielen. Die gesamte Musik wurde von einem gewissen Martín Irigoyen aus Argentinien eingespielt (Gitarren, Bass und Schlagzeug). Vielleicht ist das der Grund, warum Tates gesangliche Leistungen fast schon nach Arbeitsverweigerung klingen.

Bei "I don't Believe in Love" fehlt im Refrain dann gleich die erste Stimme im Mix. Kann mir keiner erzählen, dass das Absicht war. Die heiße Nadel, mit der dieses Opus gestrickt wurde, kommt bei diesen C-Produktionen noch deutlicher zum Tragen. Von Tates miserablen Gesangsleistung ganz zu schweigen. Diese Neuaufnahmen hätte er besser lassen sollen, aber auch hier ging es offenbar um ein paar Dollars mehr, die mit Lizenzrechten noch zu verdienen sind. Ein wahrhafter Frevel an der Legende.

"Empire" fehlt die gesamte Wucht der Original-Produktion. Dieser Aufnahme zuzuhören schmerzt. Aus allen vier "Re-recordings" klingt die pure Lustlosigkeit durch. Wer will diesen Ausverkauf echter Kulthits ernsthaft hören?

Auch "Jet City Woman" ist Belanglosigkeit pur und klingt wie eine Live-im-Studio-Version mit verstimmten Gitarren und einem total überforderten Sänger.

Das Album schließt mit einem absoluten Tiefpunkt der Musikgeschichte: Die Neuaufnahme von "Silent Lucidity", immerhin Queensrÿches Aushängeschild. Eine unsaubere Instrumentierung, eine ganz miese Gesangsleistung (die Textstelle "there's a place I like to hide" sing Tate derart schief, dass ich fast Nasenbluten bekomme, wenn ich nur daran denke) und eine muffige (wie oft habe ich dieses Wort eigentlich schon geschrieben?) Backline. Entwürdigend!

Und damit sind wir endlich beim Fazit! Dazu muss ich zunächst eine Sache klarstellen: "Frequency Unknown" ist kein GROTTENschlechtes Album, auch wenn die produktionstechnischen Schwächen teilweise unfassbar sind. Jason Slater konnte es zumindest auf "OM2" besser, auch wenn er bei den nachfolgenden Werken nur noch als Co-Producer fungieren durfte. Unverständlich, wie man ein solches Produkt zum Mastering senden kann.

Und natürlich darf sich eine Band musikalisch weiterentwickeln. Das haben Queensrÿche immer getan, allerdings war auch immer ein roter Faden erkennbar, der dieser "Version" der Band nun völlig abgeht. Wie bereits erwähnt, passt das QR-Etikett hier überhaupt nicht. Es ist allenfalls ein Geoff-Tate-Album, das selbst unter besseren Produktionsumständen kaum aus der grauen Masse hervortreten würde - wenn nicht Queensrÿche draufstünde.

Ich war immer ein großer Fan und Bewunderer von Geoff Tate, aber mit diesem Album, dem sturen Beharren auf die Urheberschaft des Namens "Queensrÿche" und vor allem mit den körperlichen Schmerz zufügenden Neuaufnahmen alter Hits hat er sich einen Bärendienst erwiesen und sich vor Fans und Szene der Lächerlichkeit preisgegeben.

Und nur aus Gründen meines Wohlwollens verpasse ich dem Werk insgesamt noch zwei Sterne. Die Neuaufnahmen haben sich dagegen nicht mal einen verdient. Lieber Geoff, mach bitte ganz schnell was ganz anderes! Wie ein Queensrÿche-Album klingen kann und sollte, zeigen die Kollegen mit ihrem just erschienen Werk, das schlicht "Queensrÿche" betitelt wurde.

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.12.2013, 16:05:57 GMT+1
... ob Geoff Tate hier die Rezensionen liest ?!?? Dann weint er aber !

Ich glaube herauslesen zu können, dass diese CD dem Autor nicht gefallen hat.

Veröffentlicht am 02.12.2014, 17:43:42 GMT+1
Huessi meint:
Klasse Kommentar, den ich zu 100% teilen kann ! Echt schlimm, dass in den meisten Fällen (auch z.B. bei Mötley Crüe, Aerosmith, Bon Jovi, Ratt...) einfach die Scheiben von Anfang bis Ende der 90er die Top-Scheiben sind...was würde ich drum geben, einfach von all diesen Bands die alten CDs auf dem aktuell machbaren Stand der Technik zu bekommen...soundtechnisch hören sich die alten CDs einfach nicht so gut wie top abgemischte aktuelle Alben an.
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