flip flip flip Hier klicken Jetzt informieren PR Evergreen Cloud Drive Photos Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicAlexa AmazonMusicUnlimited BundesligaLive

Kundenrezension

am 15. Januar 2013
Ich denke, es ist kein Spoiler, wenn man alle potenziellen Interessenten gleich zu Beginn warnt: Dieser Film endet mittendrin, soll heißen, kurz nach der Schlacht bei Helms Klamm. Eine offizielle Fortsetzung gibt es nicht (zumindest nicht vom gleichen Regisseur und im gleichen Stil), es wurde kein Geld dafür locker gemacht. Diese Tatsache zieht die Wertung auch bei mir nach unten - es ist einfach frustrierend, wenn man um ein der Thematik würdiges Finale gebracht wird. Ansonsten gibt es an diesem ersten Versuch, Tolkiens episches Werk auf Zelluloid zu bannen, nicht so viel auszusetzen, wie man denken könnte. Auf die Geschichte selbst braucht im Rahmen der Rezension nicht eingegangen werden - es reicht zu sagen, dass Tolkiens Buch einfach ein Klassiker ist, den man gelesen haben sollte, eigentlich gelesen haben muss.

Das Drehbuch ist in Ordnung - Regisseur Ralph Bakshi hat den Großteil der Schlüsselszenen des Buches in sein Werk aufgenommen. Es kommt durchaus Spannung auf, auch wenn die Figuren sehr flach wirken und praktisch keine Vorstellung bekommen. Trotzdem fiebert man mit, was grundsätzlich ein gutes Zeichen ist. Ähnlich wie einige Jahrzehnte später in Peter Jacksons Realverfilmung wurden auch im Zeichentrickfilm diverse Stationen der Erzählung weggelassen oder stark verändert. So kommt beispielsweise auch in der Zeichentrickversion die Figur des "Tom Bombadil" nicht vor. Die Charakterzüge einzelner Personen entsprechen übrigens nicht immer nicht der ursprünglichen Beschreibung durch Tolkien, insbesondere bei Frodos Diener Sam fällt das auf. Optisch sehen einige Personen (u. a. Gimli, Aragorn, Elrond) bei weitem nicht so aus, wie man sich das vorstellt - was speziell nach Genuss der Jackson-Verfilmung als störend empfunden werden könnte.

Tricktechnisch erinnert das Ganze ein wenig an die alten Asterix-Filme, ist aber nicht ganz so gut umgesetzt. Die Animationen sind sparsam, aber grundsätzlich in Ordnung. Die Farbgebung passt zum Thema, wirkt insgesamt aber ein wenig blass. Es gibt einige "Standbilder" zu bewundern, die einen ganz eigenen Stil vermitteln - gar nicht schlecht, aber dass Elronds Haus in Bruchtal den Einschlag eines japanischen Tempels hat, ist definitiv Geschmacksache. Eine Besonderheit des Filmes, ein (wie ich finde) sehr gelungenes Alleinstellungsmerkmal ist die teilweise Verwendung von Realschauspielern anstelle von Zeichentrickfiguren. Nach der Abfilmung wurden diese Szenen im "Rotoskopie"-Verfahren nachgezeichnet. Das schafft eine ganz eigene Atmosphäre, die nach kurzer Eingewöhnungszeit nur als stilvoll und passend bezeichnet werden kann. Insbesondere bei den Orks, die insgesamt ein wenig an die Sandleute von "Star Wars" erinnern, wurde mit dieser Mischvariante gearbeitet.

So viel zur Optik. Was den Ton betrifft, wurde mit der Musikuntermalung meines Erachtens ein wenig zu sparsam umgegangen, auch wenn der Soundtrack an sich sehr gut ist. Die Synchronisation, wirkt bei weitem nicht so professionell wie man das aus den neueren Filmen kennt. Die Sprecher wurden zwar passend gewählt, aber es gibt einige Ungenauigkeiten und Unstimmigkeiten bei der Übersetzung. Das ist zwar nicht allzu störend, aber manchmal unfreiwillig komisch. Zumindest einmal wird im Deutschen "Elb" und "Elf" synonym verwendet - was von Tolkien nachweislich nicht so gewünscht bzw. beabsichtigt war. Ansonsten wurden die Sätze teils 1:1 aus dem Buch (ältere Übersetzung!) übernommen - das kann eigentlich nie ein Fehler sein und sorgt für einige Aha-Erlebnisse.

Fazit: Auch wenn sich die oben beschriebenen Punkte nach viel Kritik anhören, hätte der Film zumindest vier Sterne verdient. Einen muss man allerdings abziehen, weil man das Gesamtwerk ohne Schluss einfach nicht vollständig beurteilen kann. Übrigens sieht man an einigen Stellen recht deutlich, dass auch Peter Jackson vor seinem Mammutprojekt die Zeichentrickversion ganz genau angeschaut haben dürfte... Manche Szenen wirken bei Jackson wie 1:1 der vermeintlichen Vorlage nachempfunden!
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

3,8 von 5 Sternen
155
5,97 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime