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Kundenrezension

VINE-PRODUKTTESTERam 7. November 2013
Berzerk, die erste Single aus Eminems achten Album, versetzt den Hörer zurück in die 80er Jahre, als die Beastie Boys unter Produzent Rick Rubin Rock mit Rap mischten und bewiesen, dass auch weiße Jungs was reißen können. Dreißig Jahre später zeigt sich Rubin auch für die Produktion des besagten Songs verantwortlich, sowie der achten Platte Eminems, The Marshall Mathers LP 2. Diese gräbt tief in der Vergangenheit, nicht nur des Detroiter Rappers, sondern wie beschrieben auch in der Geschichte des Rap. Eine kleine Zeitreise, in der sich immer wieder der Blick nach hinten anbietet.
Mit Rubins Verpflichtung entstanden Songs, die von der Herangehensweise an den Anfängen des Hip-Hop orientiert sind, als Rapper noch auf Samples anderer Lieder ihren Text legten: so verschiebt sich in Rhyme Or Reason die originale Liebesthematik eines Time Of The Season zu einer Hasstirade auf Eminems Vater, mit dem dieser seit Jahren keinen Kontakt mehr pflegt; Love Game mit Kendrick Lamar als Gast groovt unbeschwert, während die beiden sich über die Schwierigkeiten mit dem anderen Geschlecht auslassen; So Far... schließlich sampelt nicht nur Life's Been Good von Joe Walsh, sondern auch gleich die eigenen Songs. Die Selbstreferenz wird nicht zuletzt im Titel groß geschrieben.
Dieser knüpft an Eminems zweites Album, The Marshall Mathers LP, von 2000 an, das sich über 10. Millionen Mal verkauft hat und heute als Klassiker gilt. Doch nicht jedes Album war solch eine langfristige Resonanz vergönnt: konnte The Eminem Show von 2002 noch die Erwartungen an einen Nachfolger erfüllen, entschuldigte Eminem sich selbst im Nachhinein für die beiden folgenden Alben Encore (2004) und Relapse (2009). Zuletzt zeigte er sich jedoch auf Recovery (2010) tatsächlich erholt und wieder in bester Form. Die Idee hinter der Marshall Mathers LP ist es gewesen, den Mann hinter der Maske zu zeigen, den normalen Typen unter dem Künstler. So waren Songs wie Stan, The Way I Am und vor allen Dingen Kim dermaßen authentisch autobiographisch, dass es einem bis heute beim Hören kalt den Rücken runter läuft.
Bei beiden Teilen ziert nun das Haus, in dem Eminem aufgewachsen ist, das Cover. Beim zweiten Teil ist die Wut der ersten Platte eher einer Nachdenklichkeit gewichen: Eminem macht sich Gedanken um sein Erbe (Legacy), sinniert über sein Image als Asshole und inszeniert sich selbst als Überlebenskämpfer, „allergic to failure“ (Survival). Und immer wieder schwingt eine Spur Schwäche mit, wenn er in Bad Guy oder Stronger Than I Was von der Enttäuschung spricht, wenn der Partner einen nicht so sehr liebt, wie man ihn. Auf letzterem Song, nach elf langen Jahren, singt Eminem sogar wieder die Strophen und gibt sich als doch gestärkt durch solche Erfahrungen.
Was sich an Songs wie So Far... im Unterschied zur Recovery zeigt, ist vor allem der Humor: es darf wieder gelacht werden, nachdem Eminem auf der letzten Platte scheinbar angestrengt dem Klamauk von Encore und Relapse entkommen wollte. So much better steht folglich in Tradition von Klassikern wie Kill you und ist bitterböser Abschied von einem umtriebigen Groupie.
Die Idee des Sequels einer Platte von vor dreizehn Jahren, die von vielen Fans als das beste Eminems angesehen wird, erzeugte verständlicherweise Freude und Skepsis zugleich. Als erste Songs aus dem Album veröffentlicht wurden, hielten sich folglich Begeisterung und „Ausverkauf“-Rufe die Waage. Eminem bringt die Vorwürfe des Kommerzes selbst in Rap God wie folgt auf den Punkt: „'oh he's too mainstream'/ well that's what they do when they get jealous, they confuse it/ 'it's not hip-hop, it's pop'/ cause I found a hella way to fuse it“. Bezeichnenderweise tauchen diese Zeilen auf dem Lied auf, das sich fast bockig jedem Songschema verweigert und das längste der CD ist. Tatsächlich hatte Eminem sich auf den letzten Alben geöffnet und lud z.B. Popsternchen Rihanna ins Studio und hatte mit Love The Way You Lie einen riesigen Hit. Die, die darin einen Ausverkauf sahen, werden bei ihrer neusten Zusammenarbeit The Monster sicher nicht verstummen, erinnert der Refrain doch stellenweise stark an einen David-Guetta-Song. Doch Pop ist sicherlich nicht mit Belanglosigkeit zu übersetzen.
Das neue Album zeigt die Quintessenz des bisherigen Schaffens: Battle-Rap, Humor und Selbstreflexion wechseln einander ab. Dies ist gleichzeitig die größte Schnittmenge der beiden MMLPs. Doch geht es Eminem heute nicht mehr um Provokation und Anfeindungen in alle Richtungen, stattdessen tauchen alte Dämonen in neuem Licht wieder auf: in Headlights zeigt Marshall eine Facette, die man so noch gar nicht kannte, nämlich Reue. Der Song ist eine Entschuldigung an die eigene Mutter, die viele Jahre gern genutzte Zielscheibe gewesen ist. Doch diese Zeiten scheinen vorbei: „Cuz to this day we remain estranged and I hate though/ Cuz you ain't even get to witness your grand-babies grow/ but I'm sorry mamma for Cleanin' out my closet at the time I was angry/ rightfully maybe so/“. Manche mögen dies als eine Anbiederung ansehen, doch Eminem spielt eben nichts. Er hat immer genau das ausgedrückt, was er gedacht hat, auch wenn es Ärger bedeuten sollte. Die Aussöhnung, die an dieser Stelle im Raum steht, scheint nicht zuletzt den Grundtenor der neuen Platte auszumachen.
Die Marshall Mathers LP 2 beweist zum einen, dass Recovery kein glücklicher Zufall gewesen ist, sondern dass Eminem tatsächlich wieder einen sicheren Stand hat; zum anderen zeigt sich, dass er von diesem Punkt aus seinen Sound neu definieren kann, seine eigene Vergangenheit dabei jedoch stets im Rückspiegel hat. Das Haus in der Dresden Street steht jedoch leer, Eminem ist längst weitergezogen. Die MMLP2 ist nicht die Fortführung des Vorgängers von 2000, es ist Zeugnis eines Künstlers, besser gesagt eines Menschen, der nach Jahren mit sich selbst im Reinen ist, der nicht mehr alles und jeden hasst, der aus seinen Fehlern lernt. Ein Album, das nur genau JETZT erscheinen konnte. Manche Songs zünden nicht sofort, andere gehen direkt ins Ohr, so manche Perle versteckt sich beim ersten Hören. Ein Album, das reifen muss.
Ob es am Ende wieder zum Klassiker reicht, zeigt mal wieder... die Zeit.
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