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Kundenrezension

am 16. November 2006
Speech, die vierte und letzte, nach dem Tod des Schlagzeugers Michael Bradley, im Februar 1972 auf dem schönen Label Brain Metronome erschienene Platte von Steamhammer, soll Gegenstand dieser Betrachtungen sein.

Zugegeben, ich habe mir die Platte damals vor allem wegen des Covers, einer Mischung aus Dalí und Kubricks „2001 – Odysee im Weltraum“, gekauft.

Es war schwer und fast ein auswegloses Unterfangen, diese Platte im Gespräch mit Freunden zu verteidigen. Die drei Vorgängeralben von Steamhammer waren allesamt geniale Scheiben, eine besser als die andere, spitzenmäßig gute Musik. Blues-Rock war Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre einfach angesagt. Darüber hinaus haben Steamhammer in Deutschland viele glänzende Auftritte gehabt. Vielleicht hat man sie hier sogar mehr geliebt als in ihrer Heimat England.

Und dann erschien 1972 diese in mancherlei Hinsicht erstaunliche Platte „Speech“. Sie wurde dem vermutlich kurz nach den Aufnahmen verstorbenen Schlagzeuger Mick Bradley gewidmet. Als Verfasser der Lyrics erscheinen die mir unbekannten Namen Elizabeth Romilly und Karl Williams. Lead-Sänger ist leider nicht mehr Kieran White, sondern ein mir unbekannter Herr namens Garth Watt-Roy. Bei den Danksagungen erscheint unter anderem der Name des ehemaligen Yardbirds-Sängers Keith Relf. Auch am Bass gab es eine Umbesetzung. An die Stelle von Steve Davy war Louis Cennamo getreten.

Was war geschehen? Who knows?

Die Platte, bzw. CD besteht aus drei Stücken, die in Aufbau und Form sehr strukturiert wirken und sich den Anschein ernsthafter Kompositionen geben. Schon die Titel verbreiten eine eher gedrückte Stimmung.

„Penumbra“, ursprünglich die A-Seite der LP, gliedert sich in fünf Teile, die auf meiner CD leider nicht einzeln angewählt werden können. Um das Stück 1d) zu hören, muss ich mit 1a) beginnen, was man durchaus beanstanden kann. Denn „Penumbra“ beginnt mit einer eher nervigen Einleitung, „Entrance“ genannt. Dieses Eingangsstück besteht aus schräg klingenden Streichersätzen, die vermutlich nicht auf Geigeninstrumenten, sondern auf Bass und Gitarre gespielt wurden. Das ist keine leichte Kost und auch kein Wohlklang, zudem mit ca. drei Minuten etwas zu lang.

Dieses eher ärgerliche Intro geht nahtlos über in ein schnell und druckvoll heruntergedroschenes Gitarrengewitter, das trotzdem melodiös ist. Treffender Titel: „Battlements“. Besser hätte man es nicht bezeichnen können. Auf diese Schlacht, die den Hörer erwartungsvoll stimmt, folgt eine langsamere, getragenere „Passage to Remorse“. Tempo und Gesang geben dem im Titel genannten Gefühl der Reue bestens Ausdruck. Die gedrückte Stimmung wird durch Chorgesang im Hintergrund verstärkt. Das Tempo steigert sich jedoch im weiteren Verlauf. Auch das Zusammenspiel mit dem Schlagzeug, das einen Marschrhythmus vorgibt, und einem filigranen Bass kann überzeugen. Die Gitarre trägt die Melodie, dies allerdings mit dem Stilmittel der Wiederholung. Variation entsteht durch Verzerrung der Klangfarben oder Veränderung der Tonhöhe. Insgesamt vielleicht ein wenig zuviel des Guten. Mehr Abwechslung und weniger Monotonie wären durchaus wünschenswert gewesen.

Ein Paukenschlag leitet das beste und schönste Stück der Platte ein, im Grunde genommen das einzige, das ich hier mit dem Namen Steamhammer verbinden kann. „Sightless Substance“ setzt vom Titel her zwar die verkopfte Angehensweise fort, unterscheidet sich aber wesentlich vom Rest der Platte, weil hier unbeschwert krautiges Blues-Jazz-Rock-Feeling völlig entspannt zelebriert wird. Natürlich dominiert die Gitarre, aber sie harmoniert bestens mit Bass und Schlagzeug. Hier und nur in diesem Stück klingt die Band m.E. nach Steamhammer. Schade nur, dass die Stimme von Kieran White fehlt. Leider endet die A-Seite mit dem für meinen Geschmack enttäuschenden „Mortal thought“. Schöner Gesang zwar, aber das Stück wird geradezu zersägt von wiederholten, mit Bogen gestrichenen Bass-Attacken, die bereits nach wenigen Malen ein gewisses Verlangen nach Ruhe und Erholung auslösen.

Zusammenfassend: „Penumbra“ enthält einige schöne Passagen, hat jedoch keinen überzeugenden Anfang; gleiches gilt für das Ende.

Das nächste Stück, Telegram (Nature’s Mischief), das mit ca. 12 Minuten wahrscheinlich als Höhepunkt des Albums gedacht war, eröffnete die B-Seite der LP. Passend zum Titel kommt hier vor allem auch der Sänger zum Einsatz, verstärkt durch Chorgesang im Hintergrund. Der vermutlich problemorientierte Text (Nature’s Mischief) bleibt mir leider größtenteils verschlossen.

Das Stück selbst funktioniert nach dem Aufbauprinzip der Aufeinanderfolge von schnellen und langsamen, lauten und leisen Passagen. Hinzukommt etwa in der Mitte wieder ein getragener Marschrhythmus, der nach etwa 9 Minuten fast verstummt, um schließlich und unerwartet in das wilde Rock-Motiv des Anfangs umzuschlagen, bevor das Stück dann wiederum leise ausklingt - „slightly fading away“. Ende und Anfang entsprechen sich somit weitgehend.

Nicht schlecht und durchaus hörenswert. Dies ist jedoch kein Blues-Rock, wie man ihn von den vorherigen Platten kennt, sondern eher als „progressive Rockmusik“ zu bezeichnen.

„For against“ beginnt ebenfalls mit einem leisen Gitarren-Intro das sich schnell steigert und beschleunigt, um nach etwa 2 bis 3 Minuten in ein Schlagzeug-Solo überzuleiten, welches etwa 8 Minuten dauert und abrupt endet. Fast wie nachträglich zur Abrundung an das Ende gefügt, erklingen danach noch einmal zusammen in einem kurzen, das Intro aufgreifenden, abschließenden Thema Gitarre und Bass, ohne Schlagzeug.

Trotz einiger Ungereimtheiten und trotz des in gewisser Weise enttäuschenden Gefühls, dass sich hier innerhalb weniger Monate ein radikaler Bruch mit der früheren Spielweise vollzogen hat: dennoch 3 von 5 Punkten auf der Skala für Sammler und Hardcore-Fans. Um es mit einem der unvergessenen Steamhammer-Stücke auszudrücken: I wouldn’t have thought …
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