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Kundenrezension

am 11. September 2012
»In der Kunst zählt nur eines – das, was man nicht erklären kann« (Georges Braque). Carmela Thiele ist es trotzdem gelungen, für Einsteiger und Kunstlaien eine Einführung zu verfassen, die das z.T. schwierige Verständnis e r h e b l i c h erleichtert. Der Verlag bewirbt den Titel mit "Eine Einführung in die Welt der Skulptur, so übersichtlich wie ein Lexikon, so unterhaltsam wie ein Roman, so anschaulich wie ein Bilderbuch" - und Carmela Thiele gelingt es in der Tat, diesem Anspruch gerecht zu werden. Doch greift diese Beschreibung noch weit zu kurz. Dieser Band stellt in gewisser Weise einen Gegenentwurf zu dem (damals noch nicht erschienenen) "500 x Art in Public" von Chris van Uffelens dar: überzeugt dieser durch farbenfrohen Bilderreichtum (Stichwort "das unbedingte Bedürfnis nach Einfallsreichtum und Vorstellungskraft"), besticht Thiele durch mutige Auswahl und Prägnanz. Wie viele Kunsthistoriker hätten wohl das Angebot, eine 179-seitige Einführung zur Skulptur zu schreiben, als "schlicht vermessen" abgeleht? "Zu unterschiedlich sind die Konzepte der Klassischen Antike, der gotischen Kathedraleplastik oder der modernen Abstraktion, als dass sie in einer homogenen Darstellung Platz finden könnten," schreibt sie denn selbst im Vorwort. Dass sie den Spagat trotzdem wagt, begründet sie mit der anhaltenden Anziehungskraft, die prähistorische Kultur ebenso wie die Klassik eben nicht nur auf das Publikum, sondern gerade auch auf moderne Künstler, die darin eine Inspirationsquelle sähen, ausübten. Mit sicherer Hand schlägt Thiele einen Bogen von den steinzeitlichen Tierfiguren und Venusstatuetten aus Mammut-Elfenbein bis hin zu modernen Mahnmalen (Jochen Gerz und Esther Shalev-Gerz 1986, Dani Karavan 1994, Peter Eisenmann 1999-2005) und Kunst im öffentlichen Raum und macht deutlich, wie eng verwoben Skulptur mit Kultur, Geschichte und Gesellschaft ist. Thiele spricht im Vorwort von der Wahrhaftigkeit der Skulptur - wo die Malerei dem "schönen Schein" huldige [Giorgio Vasari, 1511 - 1574]. Ganz sicher hebt sie dabei nicht nur auf die Aspekte Körperlichkeit, Materialität und Raumwirkung ab. Thiele zeichnet Entwicklungslinien nach, ihr Augenmerk gilt dabei den Umbrüchen und Zusammenhängen.

Aus dem Inhalt: Altsteinzeit - Skulptur am Nil - Klassische Antike - Frühchristliche Plastik - Romanik und Gotik - Renaissance - Barock - Klassizismus und Realismus - Zeitalter der Denkmäler - Klassische Moderne (Kubismus//Konstruktivismus/Surrealismus) - Moderne nach 1945 (existentialistisches Menschenbild - abstrahierend vs. konkret / MOORE, ARP -Eisenplastik / DAVID SMITH, CARO, CALDER - Informel / KRICKE) -Zeitgenössische Skulptur (Denken ist Plastik / BEUYS - Minimal-Art / JUDD, ANDRE - Prozessualität / HESSE, NAUMAN, SERRA - Land Art / SMITHSON - Assemblage). Die Entwicklung der Kunst im öffentichen Raum wird entlang der Skulptur.Projekte Münster skizziert. Der Entwicklung ab der Klassischen Moderne ist dabei insgesamt etwa 1/3 des Raums gewidmet.

Ein zweiseitiger Abriss zur "Geschichte der Skulptur" ruft die bedeutendsten Momente und Meilensteine der Skulptur von 33.000 vor unserer Zeit bis heute in Erinnerung: von der Venus von Willendorf über Michelangelos "David", Rodins "Bürger von Calais", Picassos "Fernande", Brancusis "Endlose Säule" oder Richard Serras "Tilted Arc" bis zu den skulptur.projekte Münster 2007.

Thiele wünscht sich, dass der Lektüre die unmittelbare Begegnung mit dem Kunstwerk folgt, und legt dem Leser auf zwei Seiten eine Reihe von ausgewählten Museen, Sammlungen und Skulpturenparks in Europa, Japan und den USA - die zu den ersten Adressen in dieser Hinsicht gezählt werden dürfen - zum Besuch ans Herz. (Eine breitere Übersicht bieten an dieser Stelle die Karten des Fachportals "Welt der Form".)

Für den neugierig gewordenen Laien ebenso wie für den Studenten der Kunstgeschichte wird das thematisch gegliederte, vierseitige Literaturverzeichnis eine wertvolle Fundgrube sein. Das zweiseitige Glossar mit gerade einmal 34 Begriffen hätte man sich allerdings besser gespart - z.B. zugunsten eines Hinweises auf Seemanns Lexikon der Skulptur von Stefan Dürre (das im Literaturverzeichnis wohl fehlt, weil erst 2007 erschienen).

Der "Schnellkurs Skulptur" erschien bei DuMont 1995 das erste Mal (1996 in Englisch), eine überarbeitete Neuauflage erschien 2008. Er ist Teil des vierbändigen "Schnellkurs Kunst" über Malerei, Skulptur, Architektur und Fotografie (der "Schnellkurs Zeichnung" ist ebenfalls von Carmela Thiele). Die zahlreichen (pointiert ausgewählten) Abbildungen sind zwar meist klein, aber durchweg in Farbe.
Carmela Thiele, die auch für das Kritische Lexikon der Gegenwartskunst schreibt, leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. 1962 in Kiel geboren, studierte sie Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie und Journalistik. Thiele arbeitete in der Redaktion des „Museums-Journals“, Berlin, mit, war zwischen 1994 und 1997 Korrespondentin für das Kunstmagazin „art“ und bringt Beiträge in Hörfunk (u.a. ARD) und Printmedien.
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