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Kundenrezension

am 2. November 2011
Das beeindruckende Debütwerk von Simon Urban hat alles, was einen lesenswerten Roman ausmacht: eine spannende Story, interessante Charaktere, einen klug ausbalancierten Spannungsbogen und viele originelle Einzelheiten, die den wortgewaltigen und brilliant formulierten Wälzer zum echten Lesevergnügen machen. Die Beschreibungen der Utopie Ostberlin im Jahre 2011 gelingen so anschaulich und eindrücklich, dass man gerne den mitunter etwas ausufernden Erzählstil in Kauf nimmt. Auch die Personae kann sich sehen lassen: von herrlich skurril, liebevoll kauzig bis schaurig gefährlich kommt sie souverän gezeichnet und ausgesprochen unterhaltsam daher. Allen voran der wahrheitsliebende Ostermittler Martin Wegener, stets leidend unter der Last seiner verlorenen Liebe, seinen stets zur Unzeit aufkommenden erotischen Gedanken und seinem Gefangensein in einem Land der Verlogenheit und des Verfalls. Wie alle guten Ermittler ist er Einzelkämpfer, der einzig Aufrechte unter lauter moralisch Deformierten, ein Antiheld, gedemütigt und getreten von den Frauen, seinen Vorgesetzten und seinem eigenen Minderwertigkeitsgefühl. Den Fall kann er lösen, dieser liebenswerte Martin Wegener, das Dilemma, in dem er am Ende des Romans sprichwörtlich steckt, verletzt, gebeutelt und geschlagen, das Dilemma des Unrechtstaates, dessen Schachfigur er ist, bleibt gleichwohl bestehen. In diesem Unrechtsstaat wird die Arbeit des Ermittlers von unsichtbaren Strippenziehern vorausbestimmt, offizielle Geheimniskrämerei verhindert lückenlöse Einsicht in wahren Strukturen. Das Schlimmste dabei: die omnipräsente Bespitzelungs- und Verstellungsmentalität. Wegener kann niemandem trauen, jeder kann sich jederzeit für jemand anderes ausgeben, als er wirklich ist. Dabei sehnt er sich so sehr nach Vertrauen, der radikalen Wahrheit in radikalen Zeiten. Seine Hoffnung bleibt, zumindest in diesem Roman, unerfüllt.
Was zuweilen stört, ist der Wille zum unbedingten Komischsein. So wirken fast alle Dialoge wie geradewegs aus einer amerikanischen Sitcom eingeflogen. Das hat der Roman nicht nötig, er ist auch ohne diesen Schlagfertigkeitszwang seiner Figuren ausreichend witzig und prickelnd.
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