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Kundenrezension

am 26. März 2004
Claudia ist eine nüchterne Ärztin an einem Ost-Berliner Krankenhaus. Und wenn sie nicht gerade mit ihren Patienten beschäftigt ist, ist sie die introvertierte Protagonistin aus Christoph Heins Novelle „Der fremde Freund/Drachenblut" und der Hauptgrund für den Erfolg eben dieser, welche bereits 1982 erschienen ist.
Doch auch heute noch, immerhin über ein Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung, fesselt einen die Geschichte der DDR-Ärztin von dem Moment, in dem man das Buch in die Hand genommen hat, bis zu dem, in dem man es wieder aus der Hand legen muss.
Denn Claudia wirkt vertraut. Man hat das Gefühl, man kenne sie irgendwoher; sei es nun von einem selbst oder aus dem Bekanntenkreis. Und so schwankt man beim Lesen immer wieder zwischen Sympathie und Mitleid, manchmal kann man Claudia aber auch nicht verstehen oder möchte sie einfach nur verurteilen.
Man muss sich mit ihr auseinander setzten, daran führt kein Weg vorbei. Allerdings fällt einem das auch nicht schwer, was nicht zuletzt daran liegt, dass Heins Sprache nicht hochtrabend und künstlich (um dann vermeintlich „literarisch wertvoll" zu wirken), sondern vielmehr nüchtern und sachlich wirkt. Wie Claudia selbst.
Und genau diese Harmonie zwischen Sprache und Inhalt macht Heins Novelle zu einem unvergleichlichen Leseerlebnis, das trotz seines vermeintlichen Alters noch immer nicht veraltet ist. Das liegt daran, dass die Kritik an der DDR nur wohl dosiert in Nebensätzen vorkommt. Im Zentrum der Novelle steht jedoch ein anderes Thema, nämlich Entfremdung und die Folgen übertriebener Individualisierung. Und die ist ja auch (oder gerade) heute noch ein Problem. Doch auch diese Thematik verpackt Hein unaufdringlich in Claudias Schicksal; eine Intention ist zwar erkennbar, aber man muss sie schon selbst für sich entdecken, vielleicht auch, weil sie so facettenreich ist.
Abschließend lässt sich sagen, dass es natürlich eine Frage des individuellen Geschmacks ist, ob man „Der fremde Freund/Drachenblut" mag oder nicht. Diese Frage entscheidet sich vor allem an Claudia. Kommt man mit ihr nicht klar, sollte man lieber zu einem anderen Buch greifen. Mag man sie hingegen, oder kann man sie zumindest verstehen, dann wird man die Novelle lieben!
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