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Kundenrezension

am 31. März 2013
Gemessen an seinem Bekanntheitsgrad ist es verwunderlich, wie selten das Leben Richard Wagners verfilmt wurde. Seine Leinwandpräsenz beschränkte sich vor allem auf die Rolle eines Nebendarstellers und zwar in den unzähligen Verfilmungen einer anderen Biografie: die des Bayernkönigs Ludwig II. Und doch hat jemand das Vakuum gefüllt, nämlich der britische Regisseur Tony Palmer. Seine Wagner-Verfilmung mit fast 8 Stunden (!) Laufzeit stammt aus dem Jahr 1982 und ist erst jetzt in der deutschen Fassung auf DVD erschienen, nachdem sie schon öfters als Mehrteiler im Fernsehen lief. Die lange Laufzeit erlaubt eine Filmbiografie, wie man sie in ihrer Ausführlichkeit nur selten zu sehen bekommt. Das ist sowohl der Person als auch der Bedeutung Wagners angemessen. Der Film beschreibt die letzten 35 Jahre seines Lebens, also von 1848 bis 1883. Und diese Zeitspanne weist schon auf ein Merkmal des Filmes hin: es geht neben der Person Wagners zugleich um deutsche Geschichte. Wagners Leben findet statt im geschichtlichen Kontext großer Umwälzungen: 1848er Revolution, Aufstieg Preußens, Gründerzeit, Nationalismus und drei Kriege. Dieser Kontext hilft mit, die Person und das Werk Wagners zu verstehen. Der Film vermittelt den geschichtlichen Rahmen und die passende Atmosphäre sehr gut. Das geschieht zum einen durch atemberaubende Kameraeinstellungen (man denke nur an die Eingangssequenz in Venedig, wo der Leichnam Wagners überführt wird) und zum anderen durch einen offensichtlich enormen Aufwand was Ausstattung und Drehorte betrifft. Laut Booklet wurde an über 200 Orten in Europa gedreht, darunter viele Originalschauplatze. Das Booklet verrät außerdem, dass der Film selbst eine aufregende Geschichte hinter sich hat mit verschiedenen Schnittversionen und ungenehmigten Veröffentlichungen auf Video und DVD. Diese Fassung hier ist die von Tony Palmer autorisierte und neu bearbeitete. Das Bild in 16:9 garantiert ein echtes Film- und kein Fernseherlebnis, auch wenn man an manchen Stellen das Alter des Filmmaterials erkennt. Der Ton des Films ist makellos, was bei einem Film über einen Musiker nicht unerheblich ist. Die Wagner-Musik selbst wird hier vor allem als Filmmusik eingesetzt, dient also zur Erzeugung oder Verstärkung von Atmosphäre. Dass die Musik als Soundtrack taugt, ist ja dank unzähliger Hollywood-Filme hinreichend bekannt. Und so muß man das am Anfang Gesagte relativieren. Wagners Kinopräsenz in der Filmgeschichte ist enorm – aber eben nur akustisch. Tony Palmers „Wagner“ schließt eine wichtige Lücke.
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