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Kundenrezension

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsamkeit und quälende Unlust, 29. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Haus: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie kann man sich das Leben aus der Perspektive eines zwei- bis dreijährigen Jungen vorstellen?

Andreas Maier zeigt uns in seinem vorliegenden Roman "Das Haus", wie die Welt aussieht,wenn man noch klein ist und sich weitgehend in totaler Abhängigkeit von den umgebenden Personen befindet. Alles um einen her ist riesengroß: Häuser, Gegenstände und Menschen. Beängstigend sind Geräusche, die man nicht zuordnen kann. Der Icherzähler in dem kleinen Jungen Andreas spürt den Unheimlichkeiten nach. Er hört die Stimmen der Erwachsenen, fühlt die Ängste, die man um ihn hat, der nicht spricht, läuft und insgesamt verzögert in der Entwicklung erscheint.
Mit eindrucksvollen Worten beschreibt der Protagonist dieser Erzählung die Mahlzeiten, die Gottesdienste, Essensgebete und das öde Klima bei den Familienzusammenkünften am Esstisch, das er als beengend erlebt. "Dann standen die Speisen auf dem Tisch, aber es war, als liege ein Bann über ihnen, keiner rührte sie an, stattdessen kam es wieder zu einem Gebet, und als das Gebet vorüber war, lag immer noch ein Bann über den Speisen".
Der Besuch des Kindergartens entpuppt sich für den Jungen als Albtraum. Er ist ein Sonderling, der lieber für sich ist, als alle die Ungelegenheiten mit ihm fremden Menschen auf sich zu nehmen.
Diese Familienchronik entbehrt nicht der Komik, wenn die cholerische ältere Schwester überall ihr Zerstörungswerk verrichtet.

Gekonnt wird ein Familienszenario eingefangen, das atmosphärisch kalt, frostig und starr erscheint. Vater und Mutter sind neben den Großmüttern und der Urgroßmutter ferne Gestalten, die erscheinen und verschwinden, die für alle Sorge tragen, denen jedoch die innere Beziehungsfähigkeit fehlt. Auffällig und präsent sind alleine Bruder und Schwester: der Bruder besonnen und ruhig seinen Tätigkeiten hingegeben, die Schwester in einem steten Zerstörungs- und Geltungsdrang gefangen. Das Leben verläuft ohne besondere Höhepunkte. Der Vater geht der Arbeit nach, die Mutter dem Haushalt, und die Geschwister haben mit Schule und Hausaufgaben genug zu tun. Nur bei Andreas kommt es zu häufigen Fehlzeiten in der Schule, denn er leidet am "globus hystericus", einer der Ursache nach möglichen psychosomatischen Störung.

Vergleichbare Familienleben mit ihren Zwängen, den starren Regeln und einem kalten Familienklima mag es in den siebziger Jahren häufiger gegeben haben. Andreas Maier berichtet so authentisch über die Erfahrungen seines Icherzählers, dass man sich recht gut vorstellen kann, wie er eigene Erfahrungen in seinem Roman mit verarbeitet hat. Die Trauer über eine absolute und fast autistische Vereinsamung korrespondiert mit dem Sein der übrigen Familienmitglieder, die allesamt nicht richtig froh sein können.

Eine gelungene, kenntnisreiche und emphatische Erzählung ist dem Autor mit diesem Roman gelungen.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.02.2012, 11:34:36 GMT+1
Sehr schön, liebe Claudine. Wir unterscheiden uns zwar manchmal n der Art der Art der Darstellung. Aber selten in den Inhalten und in der Bewertung. Und so ist auch diese Rezension nach meinem Herzen.
Eine gute Zeit Ihnen und herzliche Grüße
Günter

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.02.2012, 17:29:24 GMT+1
cl.borries meint:
BG und danke zurück!
Claudine
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