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Kundenrezension

Die Qualitätsschmiede des englischen Fernsehens hat es sich nicht nehmen lassen, das Jubiläumsjahr des großen Romanciers Charles Dickens bereits im Dezember 2011 einzuläuten und eine hochwertige, wenn auch nicht ganz überzeugende Adaption eines Dickensromanes auf die Bildschirme zu bringen, der für viele Leser als reifstes Werk des Schriftstellers gilt.
Der Entwicklungsroman konzentriert sich auf den Reifeprozess der Hauptfigur Pip, ein Waisenjunge aus einfachen Verhältnissen, der im jugendlichen Alter mit der Aussicht geblendet wird, ein Gentleman mit großartigen Erwartungen sein zu dürfen. Diese großen Erwartungen - daran besteht von Anfang an jedoch nicht der geringste Zweifel - werden sich als bloße Illusion herausstellen. Der ehrbare Moralist in Charles Dickens sieht in den bitteren Erfahrungen des Helden die Möglichkeit, diesen reifen zu lassen und so zu sich selbst zu finden, unterdessen er sich ein eigenes Urteil über die sogenannte bessere Gesellschaft seiner Tage zu bilden.

Soweit zum Roman. Die Verfilmung hat die dreiteilige Gestaltung und auch die chronologische Darstellung der Ereignisse fast 1:1 übernommen. An Dramatik fehlt es ja in der Vorlage wahrlich nicht und die Adaption beschränkt sich beinahe völlig auf die dramatischen Elemente. Die Beleuchtung und Gestaltung des Filmbildes ist in kalten Tönen gehalten, wobei grau, eisblau und schwarz eindeutig dominieren. Die Musikuntermalung dazu angemessen spannungsgeladen und etwas melancholisch.

Bereits die Eingangsszene vermittelt einen Eindruck von der Lage des kleinen Pip, der auf einem einsamen Friedhof mit Hingabe das Unkraut vom Grab seiner Eltern zupft. Hier wird er von einer erschreckenden Kreatur überrascht, die kaum Züge der Menschlichkeit trägt: Es ist ein flüchtiger Gefangener, der den Jungen mit drohenden Gebärden beauftragt, ihm schnellstmöglich eine Feile zu bringen, damit er seine Fesseln lösen kann. Diese Feile muss Pip aus der Schmiede seines Stiefvaters entwenden, doch Joe ist der einzige Mensch auf der Welt, der dem Jungen aufrichtig zugetan ist. Ein Dilemma, welches der Held unserer Geschichte alsbald überwindet und den Diebstahl noch mit der Entwendung eines Stückes Kuchens krönt, welches er dem überraschten Mann in der Nähe des Friedhofs überreicht.
Noch hat Pip keine Vorstellung davon, wie sehr ihn dieses Abenteuer in der Zukunft einholen könnte, doch in der Gegenwart werden seine Gedanken bereits von ganz anderen Träumen bewegt. Eine reiche und reichlich skurrile Lady namens Miss Havisham hat ihn zum Spielpartner ihrer Adoptivtochter Estella erkoren und setzt dem einfachen Jungen reichlich Flausen in den Kopf. Pip möchte unbedingt der jungen Schönheit ebenbürtig sein, doch zunächst wird er schwer gedemütigt und als Geselle seines Stiefvaters als Schmied ausgebildet. Seine Lehrzeit findet allerdings ein jähes Ende, als ein Anwalt, den Pip bereits bei Miss Havisham getroffen hat, eigens aus London in das Marschland kommt, um mitzuteilen, dass der junge Mr. Pip ein Mann mit großen Erwartungen sei und von einem ungenannten Gönner zum Gentleman ausgebildet werden solle. Voller Erwartung reist Pip ab und verlässt die Schmiede und seinen treuen Freund Joe, der vermeintlich glänzenden Zukunft entgegen...

Obwohl sich die Verfilmung in ungewöhnlicher, aber durch anregender Weise die Nebenfiguren Miss Havisham und Abel Magwitch als heimliche Hauptpersonen wählt und die Darsteller hier ihre Sache richtig gut machen, kann die Hauptfigur des Romans natürlich niemals aus dem Fokus des Zuschauers gedrängt werden. Dem prüfenden Blick entgeht nicht die hölzerne Darstellung von Douglas Booth, der zwar als recht moderner Schönling optisch zu punkten versteht, aber gegenüber dem lebhaften Spiel des jungen Pip durch Oscar Kennedy (diese Szene mit der jungen Estella, in der er erklärt, warum er sie so freundlich ansieht - selbst Dickens wäre gerührt gewesen) beinahe statisch wirkt. Die zurückgenommene Darstellung mag vielleicht eine bestimmte Absicht verfolgen, aber der innere Reifeprozess wird kaum fühl- oder erkennbar, im Gegenteil erscheint Pip auch am Ende immer noch der Snob zu sein, der einst mit großen Erwartungen nach London fuhr. Allerdings kann man dem Schauspieler nicht allein die Schuld geben, denn auch der Schluss ist zu hastig und mit wenig Potenzial für den Hauptdarsteller ausgelegt. So wird die Geschichte dann irgendwie doch auf die Liebesgeschichte reduziert, was verschenkte Möglichkeiten bedeutet.

Herausragend ist jedoch die Darstellung der Miss Havisham durch Gilian Anderson, die ihr Talent bereits in einer Dickensverfilmung von Bleak House eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. Doch für ihre Rolle in diesem Film hat sie sich quasi transformiert. Auch Miss Havisham haftet eindeutig etwas Unwirkliches oder beinahe Unmenschliches an. Im Roman wird sie einmal als Hexe des Hauses bezeichnet und ihre gespensterhafte Erscheinung wird durch das Tragen ihres alten Hochzeitskleides, den klapprigen Körper und den völlig weißen Haaren vervollkommnet. Dazu kommt, dass sich Gilian Anderson tatsächlich diesem fast unheimlichen Singsang in der Stimme bedient, welcher im Roman so eindrücklich beschrieben wird und seine beunruhigende Wirkung nicht verfehlt. In manchen Augenblicken wirkt diese verlorene Gestalt wie eine zerbrochene Puppe mit starr blickenden Augen und ohne Glanz im kalten Blau der Pupille und es gelingt Anderson durch die komplexe Darstellung sogar etwas Empathie für ihre Figur zu erwecken. Allein aus diesem Grunde sollte man sich diese Verfilmung nicht entgehen lassen.

In den Nebenrollen glänzen außerdem David Suchet als kalter Anwalt Jaggers und Harry Hloyd als Herbert Pocket, Pips Freund in London. Hloyd ist übrigens selbst ein Nachkomme des unnachahmlichen Charles Dickens, denn Roman man nach dieser Verfilmung gerne noch einmal zur Hand nimmt, um sich in die anregende Lektüre zu vergraben!

Die DVD ist mit zuschaltbaren Untertiteln in englischer Sprache ausgestattet und enthält keinerlei Extras.
Interessanter Hinweis zur Altersfreigabe ab 12 Jahren: "Contains moderate violence, bloody injury and language." Dazu wäre anzumerken, dass die humorvollen Momente leider tatsächlich fast komplett fehlen. Die Interpretation des Romans ist tragisch ausgelegt und so kann nicht einmal über Onkel Pumblechook lachen!
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