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Kundenrezension

am 14. Mai 2009
Man könnte zunächst meinen, der deutsche Grossdenker Peter Sloterdijk habe sich in die fast unüberblickbare Masse der Lebensratgeber verirrt. Nein, es ist der kryptische letzte Satz des Gedichtes Rilkes über den "archaischen Torso Apollos". Der Torso spreche zu uns und lege den Imperativ nahe.
Nun gut, es ist das Verfahren des Autors, seine Sicht auf die Philosophiegeschichte immer mit Perspektivverschiebungen neu zu erzählen. Wenn nun vom Menschen die Rede ist, der unter "Vertikalspannung" stehe, liegt der Rückgriff auf das Zentralgestirn Nietzsche nicht fern, um das Sloterdijk die Satelliten in Form vieler zitierter Kronzeugen kreisen lässt. Es gelte nichts weniger als den von Menschen selbst aufgeschichteten "Mount improbable" zu bewältigen. Vom Basislager des in seinem "Habitus-Modus" (Bourdieu) verharrenden Menschen sei aufzubrechen. Die passenden Trainer seien zu evaluieren, das Trainingsprogramm sei zu entwerfen. Das Leben wird zum Übungsfeld, abgesteckt auch durch religiöse oder quasireligiöse Systeme. Wittgenstein sprach ja geradezu von Kultur als "Ordensregel".
Die Klöster jedweder Provenienz werden zu Trainingscamps für die Ausübung geeigneter Exerzitien. Akrobatik und Askese sind Begriffe die im Zusammenhang mit "Vertikalspannung" (Überhöhung) zu verhandeln sind. Der Weg des Übenden ist beschwerlich, er bewegt sich von eine Zone des Basislagers zur nächsten, mit geringer Chance es jemals hinter sich lassen. Der Hochseilakrobat, der Hungerkünstler, der Bodhisattva sind schon auf dem Weg. Und der unter Dauerkopfschmerz leidende Nietzsche grüsst stets von allen Ecken und Enden.
Im Untertitel spricht Sloterdijk von Anthropotechnik, obwohl darunter eigentlich die Anpassung technischer Objekte an die Gegebenheiten des menschlichen Körpers (Ergonomie) verstanden wird. Sloterdijk meint hier wohl eher die Arbeit des Menschen an sich, Übung mithin. Er selbst hat es bekanntermassen weit gebracht und verteilt seine wort- und satzakrobatischen Übungen zur Philosophiegeschichte des Übens auf 700 Seiten. Die zu lesen ist mitunter anstrengend, weil man als Laie längst nicht alles versteht, mitunter anregend, weil ab und zu mal ein erleuchtender Gedanke hervor blitzt. Ob's zur Änderung des Lebens reicht ?
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