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Kundenrezension

am 12. Oktober 2013
Und wieder scheiden sich die Geister beim Erscheinen eines neuen Dream Theater Albums. Hat man sich ja schon dran gewöhnt. Dabei scheint es nicht nur die eingefleischten Fans zu geben, die jedes Album ihrer „Götter“ unterschiedslos in den Himmel loben, ohne dabei einzugestehen, dass den Herren durchaus seit dem kompositorischen Meisterwerk „Scenes from a Memory“ ein bisschen die Zuwendung der Musen abhanden gekommen war und es infolge sogar den einen oder anderen relativ schwachen DT-Song gab. Auf der anderen Seite lassen sich aber auch leicht verkopfte Pessimisten beobachten, die offenbar vor längerer Zeit den kaum verrückbaren Glaubenssatz aufgestellt haben, dass DT einfach nicht mehr das sind, was sie mal waren, und nur noch so etwas wie „Stagnation auf hohem Niveau“ (warum ist das eigentlich etwas so Negatives?) bringen (können). Hier fehlt scheinbar die Möglichkeit, einfach unvoreingenommen gute neue Musik genießen zu können. DT werden auch an unvergleichlich harten Kriterien gemessen, wobei sie freilich selbst durch ihre größten Leistungen die Messlatte sehr hoch gehängt haben. In diesem Spannungsfeld möchte ich das selbstbetitelte Album nun nach vielen Hördurchläufen besprechen, und ich nehme es gleich vorweg: Es ist nicht ultimativ genial oder eine Neuerfindung in irgendeiner Form, aber gut, einfach nur verdammt gut. M. E. nochmal eine Steigerung zum recht starken Vorgänger „A Dramatic turn of Events“. Aber im Einzelnen, auch unter Bezugnahme zu der etwas zum Selbstläufer gewordenen Kritik an den Jungs:

Mit der „False Awakening Suite“ wollte man sich wohl selbst ein nach epischer Filmmusik klingendes Intro für die Konzerteröffnung schreiben. Das ist sicher gelungen, es klingt toll, wenn es auch im Kontext des Albums musikalisch nicht all zu viel Sinn ergibt.

„The Enemy Inside“ hat bei mir erst beim dritten oder vierten Hören gezündet, dann aber so richtig. Vorher wirkte der Song gut, aber eher durchschnittlich. Nun ist er für mich ein Kracher, der zwar nichts Neues bringt, aber verschiedene Stärken des Dream Theater Stils hervorragend verbindet und schlichtweg perfekt arrangiert ist. Tolle Gesangslinien, geiles heavy 7-Saiter-Riffing und ein sehr gelungener Soloteil. Einer der besten härteren DT-Songs überhaupt.

„The Looking Glass“ hat mich gleich beim ersten Hören sehr gerührt. Totaler Gänsehautsong. Der Name „Rush“ fiel in anderen Rezensionen schon zu recht. Ein traumhaft schöner Song, der gleichzeitig flott groovt und der Replaytaste eine gewisse Anziehungskraft verleiht. Macht einfach nur Spass. Super Gitarren-Solo von Petrucci mit toller melodischer Phrasierung. Hier kann man nichts mehr verbessern.

Dann folgt mit „The Enigma Machine“ ein Instrumentalstück, welches auch ein paar Anläufe gebraucht hat, aber nun ebenfalls Spass macht. Abwechslungsreich und auch etwas auf der härteren Seite, lebt es sehr davon, wie sich Petrucci und Ruddess hier die Bälle zuspielen. Auch Mangini und Myung kommen zum Zuge. Zu meckern hab ich hier nichts, wenn auch die Klasse von „Erotomania“ oder „Stream of Consciousness“ nicht erreicht wird. Der melancholische Lead der Gitarre in der Mitte des Stücks erinnert mich zudem sehr an „The Ministry of Lost Souls“. Aber ärmer ist die Musikwelt durch das Stück sicher nicht geworden.

Die nächsten drei Songs „The Bigger Picture“, „Behind the Veil“ und „Surrender to Reason“ zeigen meines Erachtens auch keine wirkliche Schwäche, wenn auch manchmal zumindest am Übergang in die Seichtigkeit gekratzt wird. Die Grenze wird aber meinem Empfinden nach zum Glück nicht überschritten, so dass man hier jeweils die schönen Melodiebögen und den intelligenten Songaufbau geniessen kann. Hervorzuheben wäre noch das Gitarren-Solo bei „The Bigger Picture“, welches über der Keyboardbegleitung schwebt und einmal mehr Petruccis ausgeprägten Sinn für melodisches Spiel zeigt. Diese Stärke kommt der ganzen Scheibe mal wieder besonders zugute.

„Along for the Ride“ ist eine schöne Ballade, die aber gegenüber den Songs davor etwas abfällt. Ein netter, aber eher durchschnittlicher DT-Song, auch wenn Petrucci hier eine recht coole Gitarrenbegleitung spielt. Rudess' Retrosound beim Keyboardsolo mag mir nicht so richtig gefallen. Bei „Beneath the Surface“ hat es irgendwie besser gepasst.

Dem bombastischen „Illumination Theory“ könnte man mit recht vorwerfen, dass die einzelnen Teile nicht viel miteinander zu tun haben, vielleicht auch einzeln entstanden sind, und dass damit hier keine Gesamt-Meisterleistung wie beispielsweise „A Change of Seasons“ vorliegt. Auch finde ich den ersten Teil etwas zäh. Aber so eine Hammermelodie wie im Streicherteil muss man erst einmal schreiben. Danach gewinnt das Ganze dann an Fahrt und punktet mit toll klingenden Gesangs- und Instrumentalpassagen. Live dürften die gut 20 Minuten als Höhepunkt am Ende des Sets so wie sie sind super rüberkommen.

Sicher fehlt vielen offensichtlich das Überraschende, das Innovative, das Abgedrehte und gleichzeitig irgendwie geniale. Für mich ist aber Letzteres kein Grund, dem Album negative Kritik zu geben. Ein „Es wäre schön gewesen, wenn auch noch...“, ok. Für mich besitzen die Titel hier eine kompositorische Schlüssigkeit wie schon lange nicht mehr (selbst einige abrupte Übergänge funktionieren irgendwie wunderbar) und das Konzept, eher auf gradlinige Songs zu setzen, geht hier voll auf. Der Balanceakt zwischen „progressiv“ und „einfach nur schön zum anhören“ gelingt hier gut, trotz einer ganz leichten Schnulzgefahr an der einen oder anderen Stelle. Entscheidend ist auch, ob die Songs nach und nach „wachsen“ oder man sie sich eher schnell leid gehört hat und dann das Interesse verliert. Bei mir ist ganz klar Ersteres der Fall.

Auch die Lyrics sind hier größtenteils wieder besser. Ein Thema bei dem DT auf den vergangenen Alben im Vergleich zur lyrischen und metaphorischen Qualität der frühen Veröffentlichungen auch etwas uninspiriert wirkte.

Bemängeln muss ich noch den zum Teil etwas zu dumpfen und zu wenig durchsetzungsfähigen Drumsound. Insgesamt eine sehr gut klingende, aber nicht perfekte Produktion.

Fazit: Von einem Meilenstein oder Meisterwerk will ich mal nicht sprechen, aber ich denke 9 von 10 Punkten kann man geben. Macht bei 5 Sternen also 4,5 Punkte/Sterne und das wird bekanntlich auf 5 aufgerundet.
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