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Kundenrezension

36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel zu großes Übergewicht auf dem Frühwerk, 29. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Der widerspenstige Planet: Erzählungen - Mit einem Vorwort von Harry Harrison (Taschenbuch)
Zuerst muss natürlich unbedingt gesagt werden, dass der im Jahr 2005 im Alter von 77 Jahren verstorbene Robert Sheckley einer der ganz großen Autoren im Metier der Science Fiction Erzählungen war. Seine Storys waren zur Zeit ihrer Anfertigung nicht nur brillant, sondern ihrer Zeit meist weit voraus. Und das weniger in technischer Hinsicht, sondern vor allem was die Entwicklung des Zeitgeistes und des Lebensgefühls anging. Er hatte offenbar ein sehr feines Gespür für die sich anbahnenden Entwicklungen der Welt, in der er lebte.

Um so unverständlicher, dass 13 der 16 Storys aus den Jahren von 1953 bis 1958 stammen und die letzten drei aus der ersten Hälfte der 70er Jahre. Allein zwischen diesen beiden Zeitabschnitten liegt ein geradezu überwätigender Qualitätssprung. Natürlich sind einige der früheren Geschichten (vor allem "Utopia mit kleinen Fehlern" oder "Pilgerfahrt zur Erde") auch heute noch absolut empfehlenswert. Empfehlenswert ist auch der Kurzroman "Die Jenseits-Corporation", der mit seinen umfangreichen 250 Seiten (!) in einem Erzählungs-Band reichlich deplaziert wird. Er wird im Vorwort als Literaturvorlage für den Film "Freejack" gehandelt, hat mit diesem allerdings kaum etwas gemeinsam; eigentlich noch nicht einmal die Grundidee. Aber alles in allem kann das Gros der früheren Werke ein Publikum, das mit Mystery-, SF- und sonstigen Produkten aus dem Metier der Phantastik geradezu übersättigt ist, heute nicht mehr wirklich hinter dem Ofen hervorlocken.

Was für ein Potenzial Sheckley hatte, wird gerade an den drei letzten Erzählungen (jenen aus den 70ern) deutlich. Mit "Pas de Trois" und "Endstation Zukunft" hat er einige wesentliche Gedanken der Postmoderne (sowohl philosophisch wie auch literarisch) vorweg genommen. Diese beiden Storys können außerdem locker mit den meisten Produkten aus dem neuen Jahrtausend mithalten. Selbst ohne Mobilfunk, Internet etc. sind sie im Kern aktueller als das meiste, was die momentanen Zeitgenossen veröffentlichen. Gerade "Pas de Trois" ist ein Juwel der Literatur. Dabei handelt es sich im Grunde noch nicht einmal um Science Fiction. Die Handlung spielt zwischen drei Personen in einem kleinen Restaurant auf Ibiza: Dem Koch und Besitzer des Lokals, dem Kellner sowie dem Stammkunden. Letzterer kommt lange Monate fast täglich ins Lokal, isst dort und geht wieder. Irgendwann bleibt er fort und kommt nie wieder. Am Ende haben alle drei die Insel verlassen und beginnen ganz woanders jeweils ein völlig neues Leben. Sie begegnen sich nie wieder. Wenn jetzt irgendjemand glaubt, damit sei schon alles wesentliche verraten: Weit gefehlt. Die Story wird drei Mal völlig plausibel aus dem jeweiligen Blickwinkel einer der Personen erzählt. Dabei kommt sie (von den eben genannten, äußerst mageren objektiven Daten einmal abgesehen) immer so unterschiedlich daher, dass man nach der Lektüre ernsthaft daran zu zweifeln beginnt, was denn eigentlich Wahrheit ist. Hier liegt das Potenzial für eine Jahrhundert-Erzählung. Und hier wurden wesentliche Einsichten etwa von Richard Rorty, Francois Lyotard oder Jaques Derrida (alles Denker der Postmoderne bzw. des Postrukturalismus) in einer absolut leicht verständlichen Form 15 bis 20 Jahre vorweg genommen. Einfach nur genial.

"Liebe Herausgeber", möchte man da laut ausrufen: "Warum schütten Sie uns mit all den verstaubten Pointengeschichten aus den 50ern zu, die zu ihrer Zeit wahrscheinlich als brillant galten, heute aber keinen nassen Stephen-King-(und wie sie alle heißen)-Fan mehr aus dem Lesesessel hervorlocken? Warum wurde nicht das gesamte zeitliche Spektrum des Schaffens von Robert Sheckley ausgelotet? Warum nicht? WARUM???"

Ich gebe den Herausgebern des Buches einen Stern und Robert Sheckley selbstverständlich fünf. Macht im Schnitt drei. Mann, Mann, wie können die Leute von Heyne nur so einen Mist bauen? Oder ist da etwa noch ein Band in Planung? Von einer entsprechenden Ankündigung jedoch keine Spur ...
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.02.2010, 17:38:18 GMT+1
Wie konnten die (Heyne) nur so einen Mist bauen ? Die bauen doch mittlerweile, seitdem sie von Bertelsmann unter das Random House Dach gepresst wurden, NUR noch Mist. Oder besser, die Leser (Käufer) sind leider nicht mehr interessant für den Verlag - die sollen gefääligst kaufen und sich keine Gedanken um Qualität machen. Wobei....., der letzte Stephen King Titel besteht aus nunmehr ZWEI (!) Worten: DIE ARENA. Könnte es sein, dass man so langsam auch bei Heyne der Meinung ist, dass der durchschnittliche SF und gelegentliche Horror (solange es nicht um die ewigen langweiligen Beissereien und Blutsaugereien geht) Leser kann auch schon mal längere Titel und Sätze intellektuell verkraften ??
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Ort: Herford, Nordrhein-Westfalen Deutschland

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