Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More 8in1 Promotion Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars festival 16
Kundenrezension

314 von 355 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dreizehn Sterne, 7. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: 13 (Audio CD)
1970. Regen prasselt, vorn fern erklingt eine Kirchenglocke, es donnert. Einige Sekunden später wird der Metal geboren. Der Beginn einer Ära.

Als vor einigen Monaten bekannt gegeben wurde, dass es zum ersten Mal seit 1978 ein Studioalbum von Black Sabbath in Originalbesetzung geben sollte, war ich komplett aus dem Häuschen. Man kann die Bedeutung von Black Sabbath für die Popmusikgeschichte nicht groß genug einschätzen. Dementsprechend hoch waren natürlich auch die Erwartungen an dieses neue Machwerk. Dessen dürften sich auch die Musiker bewusst gewesen sein. Wie bekommt man dieses wahrscheinlich letzte Kapitel richtig hin? Hatten Iommi, Butler, Osbourne und Ward es immer noch drauf? Wieviel vom eigenen Selbstbild stammte aus hochstilisierten Medienberichten? Wie transportiert man ein über 40 Jahre altes Gefühl ins Heute?

Bevor diese Fragen beantwortet werden konnten, wurde das Unternehmen gleich doppelt gefährdet: Drummer Bill Ward würde nicht auf dem neuen Album mitspielen. Offiziell wurden vertragliche Gründe hierfür angegeben. Unter Fans wurde daraufhin natürlich heftig spekuliert, in wie weit dies mit Entscheidungen des Managements um Sharon Osbourne, wenn man so will die Yoko Ono Black Sabbaths, daran schuld waren. Tatsächlich erscheint es schade, dass wohl alte Feden und Finanzen dazu geführt haben, dass das Album nun nicht in der kompletten Originalbesetzung produziert werden konnte. Als jedoch mit Brad Wilk (Rage Against The Machine, Audioslave) einer der tightesten heutigen Schlagzeuger als Ersatz verpflichtet wurde, hatte man einigen Grund, wieder aufzuatmen.

Dann der Schicksalsschlag: Nach dem Besuch mehrerer Ärzte wird bei dem Riffmeister Tony Iommi Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Von nun an ist der Tod stetiger Begleiter bei den Aufnahmen. Bei den Musikern macht sich das Gefühl breit, dass dies die allerletzte Chance sei, ein Statement abzugeben. Obwohl Gott anscheinend verhindern will, dass dieses Album entsteht, entschließen sich Sabbath, zusammen mit einem der renommiertesten Produzenten der Welt, Rick Rubin, mit einem Knall abzutreten.

Und das haben sie geschafft. Dieses Album ist ein Manifest. Sabbath orientieren sich tatsächlich an ihren Wurzeln, greifen teilweise Arrangements und Stimmungen ihrer besten Songs neu auf, wirken dabei aber nie so, als kopierten sie sich selbst. Dies ist der nächste Schritt. Die Emotionen von vor 40 Jahren, gefiltert durch die Erfahrung vom Leben gezeichneter Männer, transportiert ins Jahr 2013. Ebenso der Sound: Druckvoll, für Rick Rubin ungewohnt dynamisch und definitiv 70s-mäßig. Spielfreudig wie lang nicht mehr zelebrieren Sabbath Metal, Hardrock, Doom, Blues und teilweise sogar Jazz. Die Songs bieten überraschende Arrangements und einen Tony Iommi, der erstaunlich oft aus seinen jahrzehntealten Gewohnheiten ausbricht. Man merkt vor allem den Solos die Verzweifelung an, die wohl mit dem Krebs verbunden gewesen sein muss.

Dennoch gibt es gerade bei Ozzys Gesang extrem hoffnungsvolle, fast an Southern Rock erinnernde, Passagen. Brad Wilk macht einen absolut soliden Job, und klingt tatsächlich wie eine Mischung aus Bill Ward und Vinnie Appice. Geezer am Bass wirkt wütend. Jede sich bietende Lücke in der Soundwand füllt er mit abgründigen Bassläufen. Über die gesamte Spielzeit hinweg haben Geezer und Tony wieder das geschafft, was sie ausmacht: Wie ein zweiköpfiges Monster fügen sich ihre beiden Instrumente zu einem Sound zusammen, der auch heute noch in Sachen Durchschlagskraft seinesgleichen sucht.

Der letzte der acht Songs auf diesem Album endet auf eine Weise, die ich nicht vorhergesehen habe. Mir traten fast die Tränen in die Augen, als ich diesem Abschluss zuhörte. Mir wurde klar, dass sich hier eine Klammer um das Lebenswerk einer der erstaunlichsten Bands der Musikgeschichte schließt.

2013. Regen prasselt, vorn fern erklingt eine Kirchenglocke, es donnert. Das Ende einer Ära. Der Metal überdauert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen
Von 2 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 31 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.06.2013 08:03:25 GMT+02:00
Lars Braun meint:
Was gab es denn bitte 1987 für ein Studioalbum in Originalbesetzung???

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.06.2013 08:13:00 GMT+02:00
Rocker meint:
keins natürlich. 1978 hat er wohl gemeint...

Veröffentlicht am 07.06.2013 08:21:08 GMT+02:00
Sorry, natürlich meine ich Never Say Die! von 1978. Danke für den Hinweis.

Veröffentlicht am 07.06.2013 10:15:16 GMT+02:00
Du hast da was falsch verstanden. Ich glaube die Musik hat so wenig mit "Pop" zu tun wie Pamela Andersons Brüste mit Natur. ;-).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.06.2013 12:14:53 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 07.06.2013 22:53:23 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 07.06.2013 13:15:53 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.06.2013 11:06:59 GMT+02:00
Starkweather meint:
Klasse Rezension, den Zahlendreher haben die Korinthenkacker, die es im Rock'n'roll wie überall gibt, auch schon diskutiert, dann ist ja alles gut. Deep Purple's neue Scheibe ist ok (aber auch nicht mehr), von Black Sabbath hatte ich mir einen mehr oder weniger lauwarmen Kräuteraufguss erwartet, statt dessen aber Whisky on the rocks erhalten - wenn's doch nur immer so sein könnte!

Veröffentlicht am 07.06.2013 15:46:21 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 08.06.2013 15:52:13 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 07.06.2013 17:15:22 GMT+02:00
Drägen meint:
Gute Rezension. Fünf Sterne sind absolut verdient. Black Sabbath in Bestform.

Veröffentlicht am 07.06.2013 20:24:23 GMT+02:00
Ein Kommentar dem ich nichts hinzuzufügen habe....
ausser,das ich 1978 Black Sabbath "Live" gesehen habe....Ozzy ziemlich am Ende!
Und jetzt 35 Jahre später höre ich All das was ich an "Sabbath" mit Ozzy liebe nochmal!
Bin einfach begeistert!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.06.2013 09:16:48 GMT+02:00
joern meint:
Stimmt ...und (stimmt;-))
‹ Zurück 1 2 3 4 Weiter ›