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Kundenrezension

115 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die polnische Seite der Medaille, 1. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Polen 1939: Kriegskalkül, Vorbereitung, Vollzug (Gebundene Ausgabe)
Daß jener Krieg, der uns auch heute noch so präsent ist, und dessen Auswirkungen auch das Leben in unseren Tagen noch entscheidend bestimmen, viele Väter hatte, ist schon einmal irgendwo bemerkt worden.

Stefan Scheil widmet sich in dieser Abhandlung nun der Rolle, die Polen beim Zustandekommen dieser Katastrophe gespielt hat. Er teilt seine Arbeit in vier Abschnitte:

Zuerst beleuchtet Scheil den aufkommenden polnischen Nationalismus in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, als sich Polen noch unter russischer Herrschaft befand, und die Entwicklung dieser Bewegung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Ein weiteres Kapitel ist der Zeit des Weltkrieges gewidmet, der für die Polen die Gelegenheit zur Unabhängigkeit bot.

Dann stellt Scheil die Zwischenkriegszeit dar, als Polen Großmacht sein wollte und sich darauf einließ, mit den ganz Großen um seinen Platz an der Sonne zu pokern.

Der letzte Abschnitt beschäftigt sich dann mit der Rolle Polens und seinen Kriegszielen während des Zweiten Weltkrieges, aus dem es als einer der großen Verlierer hervorgehen sollte.

Schon zu Beginn seiner Abhandlung stellt Scheil klar, daß er nicht die Alleinverantwortung für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs oder auch nur des deutsch-polnischen Krieges auf Polens Seite sieht, denn „Die Ära der Weltkriege kennt keine Alleinverantwortungsszenarien.“ Hier geht es lediglich um die Rolle, die Polen beim Zustandekommen des Krieges gespielt hat.

Und so erfährt der Leser vom dritten Aufstand gegen die russische Fremdherrschaft 1863, vom Entstehen der panslawistischen Bewegung, von polnischen Forderungen und Zielsetzungen schon im neunzehnten Jahrhundert, die ein Polen von der Oder bis nach Kiew, von der Ostsee bis ans Schwarze Meer vorsahen, teilweise unter Einbeziehung Böhmens, Mährens und Österreichs. Der sich bereits unter russischer Herrschaft bildende neue polnische Nationalismus war maßlos und gefährlich, denn er nahm auch keine Rücksicht auf ethnische Bevölkerungsstrukturen in als polnisch beanspruchten Gebieten (wobei in der sogenannten polnischen Westforschung alles Slawische als polnisch definiert wurde).
Bereits 1872 forderte ein anonymer polnischer Autor unter dem Pseudonym „Der Slawe“ zum „Rassenkrieg“ zwischen Deutschen und Slawen auf. „Er hoffte auf eine gemeinsame panslawische Invasion bis zur Oder, oder besser noch zur Elbe. Danach würde der russischen Zar aus Eigeninteresse eine polnischen Unabhängigkeit in diesen Grenzen akzeptieren.“

Ein wesentliches Merkmal dieses neuen polnischen Nationalismus war der Führungsanspruch in Ostmitteleuropa. Es ging also von Anfang an nicht bloß um Freiheit und Souveränität des polnischen Volkes, die Vordenker und intellektuellen Führer der Polen beanspruchten offen die Herrschaft über andere Völker, ohne dem viel mehr als den bloßen Wunsch nach einer Großmachtstellung zugrundelegen zu können.

Einer dieser Vordenker war Jan Ludwik Poplawski, den Scheil zu Wort kommen läßt. Dieser definierte auch Gebiete mit geringer polnischer Minderheit als polnisch, und beanspruchte alles, was selbst in ur- und frühgeschichtlicher Zeit einmal in irgendeiner Form slawisch besiedelt war, als „ethnographisch polnisch“.

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Neuerstehen des polnischen Staates wurde dieser Geist noch weiter belebt, und man tat in Warschau alles, um den Traum von Großpolen zu verwirklichen. So legte die polnische Regierung förmlichen Protest ein, als die von den Siegermächten überwachte Volksabstimmung im südlichen Ostpreußen 97,9 Prozent für Deutschland ergab. Die polnische Agitation, die daraufhin einsetzte, bezeichnete den Süden Ostpreußens als eindeutig polnisch.

Im Jahre 1923 forderte der polnische Premier Sikorski ausdrücklich die Beschleunigung des Entgermanisierungsprozesses mit allen Mitteln. Dazu wurden Schulen geschlossen, deutsche Arbeiter entlassen und die deutsche Kultur so weit es ging unterdrückt.

Auch militärisch waren die Polen zwischen den Weltkriegen nicht untätig. Neben der Besetzung der litauischen Hauptstadt Wilna sei auch der Versuch der polnischen Eroberung der Ukraine erwähnt, der allerdings katastrophal scheiterte und nur durch französische Unterstützung im März 1921 im Frieden von Riga glimpflich endete.

Zu Beginn der Dreißigerjahre knüpfte die polnische Führung die nötigen Kontakte zur Eroberung der deutschen Ostgebiete bis Berlin (als neue deutsche Hauptstadt hatte man in Warschau Frankfurt am Main ausgesucht). So kam es 1932 zum russisch-polnischen Nichtangriffspakt, mit dem man sich den Rücken nach Osten frei halten wollte. Das offizielle Polen hat der Geschichtswissenschaft seine Ambitionen schwarz auf weiß hinterlassen: In einer Denkschrift aus dem Jahre 1931 fordert beispielsweise das polnische Außenministerium die Oder-Neiße-Grenze als Ziel der polnischen Westexpansion.

Scheil schildert auch das Bewußtsein der polnischen Gefahr in der Weimarer Reichsregierung. Reichswehrminister Groener warnte in Reden und Aufsätzen 1932 die Republik Polen vor einem Angriff. Bis in die Mitte der Dreißigerjahre war der deutsche Rüstungsstand der militärischen Stärke Polens so hoffnungslos unterlegen, daß man Polen als ernste Gefahr einstufte.

Und Polen suchte die Erfüllung seiner Träume im Westen: Man verhandelte mit Paris und London, und als Preis für seine Bemühungen, einen Krieg gegen Deutschland herbeizuführen, ließ man sich von den Briten großzügige Gebietsgewinne versprechen, bis hin zu den ehemaligen deutschen Kolonien in Afrika. Dieser Traum fand sogar seinen Weg auf eine Briefmarke, nachzusehen in Scheils „Churchill, Hitler und der Antisemitismus“, wo diese abgebildet ist. So schloß man den sehr einseitigen britisch-polnischen Beistandspakt, der Polen die Entscheidung über Krieg und Frieden mit Deutschland überließ. Bei diesem „Bündnis“ fällt mir die Zusicherung der deutschen Bündnistreue ein, die der deutsche Kaiser 1914 Österreich gab. Das legte man seit 1919 bis heute dem Kaiser als Säbelgerassel aus und begründete damit Deutschlands Kriegsschuld…

Auch der Antisemitismus der polnischen Regierung wird erwähnt: So verweist Scheil auf eine Schilderung in Nahum Goldmanns "Das Jüdische Paradox". Dort heißt es: "Vor dem letzten Weltkrieg hatte ich Kontakt zur polnischen Regierung, die sich offen zum Antisemitismus bekannte, und dies insbesondere durch ihren Außenminister Joseph Beck. Als ich ihm sagte, daß Polen seinen Juden mehr wirtschaftliche Erleichterungen gewähren sollte, antwortete er zynisch: "Im Gegenteil, wir denken sogar daran, vielleicht eine Entsprechung der Nürnberger Gesetze einzuführen"."

Nach dem Vertrag mit der Sowjetunion und dem Bündnis mit England wähnte sich Polen am Ziel seiner Bemühungen. Durch Provokationen, Grenzverletzungen und diplomatische Drohungen suchte es die bewaffnete Auseinandersetzung mit Deutschland. Bereits im März 1939 machte Polen mobil.

Am Ende wurde Polen, so schließt Scheil seine Abhandlung, „zum Opfer eines der wohl dreistesten Betrugsmanöver, von denen die Weltgeschichte zu berichten hat.“ – Weder halfen die Briten, noch hielten sich die Russen an ihren Nichtangriffspakt. Polen wurde geteilt, nach Westen verschoben, und fristete bis zum Ende der SU ein Dasein in Tyrannei und Unfreiheit.
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1-10 von 196 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.10.2013, 21:16:09 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 01.10.2013, 22:26:57 GMT+2
Hallo Herr Schmitz,

schön mal wieder eine Rezension von Ihnen zu lesen. Wie gewohnt fundiert und qualitativ hochwertig. Das kleine Büchlein scheint recht gehaltvoll zu sein.

Es ist schon eine Ironie in sich, dass erst der verleumdete Friede von Brest-Litowsk, der im Gegensatz zum Versailler Diktat unter dem Zeichen der Selbstbestimmung stand, ein freies und unabhängiges Polen wiederherstellte, während England und Frankreich noch 1917 Russland volle Freiheit in der polnischen Frage zusicherten.

In einem Dankestelegramm an Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Franz Josef I. vom 5. November 1916 hieß es noch: "An diesem Tage, wo das polnische Volk erklärt, dass es frei sei und einen selbstständigen Staat mit eigenem König und eigener Regierung erhalten wird, durchdringt die Brust eines jeden freiheitsliebenden Polen das Gefühl der Dankbarkeit gegen diejenigen, die es mit ihrem Blute befreit und zur Erneuerung eines selbstständigem Lebens berufen haben".

Wie diese "Dankbarkeit" ausfiel, wissen wir ja seit der Ausnutzung der deutschen Entwaffnung nach dem I. Weltkrieg, als im Zeichen Polens imperialistischer Bestrebungen nach Lebensraum im Westen große Deutsche Gebiete überfallen und der Minderheitenschutzvertrag gebrochen wurden.
1933 und 1936 suchte Polen dann tatsächlich öfters das Reich zu überfallen, was ganz sicher keine unbegründeten Ängste bei den deutschen Nachbarn schürte.

Man muss sich vorstellen, dass die "lieben" Polen in der kurzen Zeit zwischen den beiden Weltkriegen sämtliche Nachbarn überfielen, so neben Deutschland auch Russland, Litauen und die Tschechoslowakei. und bald schon das polnische Staatsgebiet weit über das polnische Siedlungsgebiet hinaus reichte und bereits über 40% (!) nichtpolnische Bevölkerung besaß. Dieser polnische Größenwahn war es dann auch, den man sich dann 1939 - gedrängt von Amerika - zunutze zu machen wusste, nachdem man verärgert feststellte, dass Hitler ja ernsthaft Erfolg mit seiner "Show" hatte und Deutschland politisch wie wirtschaftlich stabilisierte und darüber hinaus eine Wohlfühldiktatur errichtete, die das Ausland vor Verwunderung erblassen lies.
Dies alles passte in den Zeitplan des englischen Kriegshetzers Vansittart, der 1933 schon forderte: "Wenn Hitler Erfolg hat, bekommt er in den nächsten 5 Jahren den europäischen Krieg", denn man wollte ja den I. WK nicht umsonst geführt haben, wie es Churchill schon 1919 so schön ausdrückte.

Wenn die Sieger dieses Krieges zur eigenen Legitimation ihrer Verbrechen dann einen Sündenbock brauchen, bietet es sich allerdings an, all diese Fakten auszusparen und das eigentliche Opfer zum Täter zu deklarieren und durch seine Vasallengeister mit diesen Lügen die (Schul)Geschichtsbücher vollzupfropfen.

Denn wie wusste schon die gute Germaine de Stael?

"Wenn den Deutschen noch so großes Unrecht angetan wird, findet sich immer ein obskurer deutscher Professor, der solange an der Objektivität herumbastelt, bis er "bewiesen" hat, daß die Deutschen Unrecht getan haben."

Interessant finde ich die erwähnten Ausführungen Scheils zum Aufstand 1863 und der Entstehung der panslawistischen Bewegung. Klingt ganz nach einer potentiellen Lektüre.

In diesem Sinne - danke für die Besprechung, die neben der Berufsempörten Antifantenfraktion hoffentlich eine breite Leserschaft erreicht.

AS

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.10.2013, 22:59:00 GMT+2
P. Schmitz meint:
Hallo AS,

vielen Dank für die netten Worte und die interessanten Ergänzungen!

Nach offizieller Auffassung gilt ja jeder Zweifel an Polens absoluter Unschuld als Verschwörungstheorie, als rechtsradikal ohnehin.

Ich bin davon überzeugt, daß viele der - auch von Ihnen - genannten Fakten den meisten Zeitgenossen unbekannt sind. Hoffen wir, daß wir so wenigstens ein bißchen Aufklärung leisten können, und wünschen wir diesem Buch eine größtmögliche Verbreitung!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.10.2013, 23:56:43 GMT+2
New Dawn meint:
Hallo Herr Schmitz,

wie immer klasse Rezension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.10.2013, 11:15:58 GMT+2
P. Schmitz meint:
Hallo Wood Chuck,

danke für die Blumen, ich freue mich über jede positive Rückmeldung!

Veröffentlicht am 15.10.2013, 12:59:36 GMT+2
Zuletzt vom Autor geändert am 15.10.2013, 15:49:15 GMT+2
Hätte da noch einen Nachtrag -

Auch wenn noch so manches nicht ganz richtig dargestellt wird, so kann man doch sagen, dass Putin beim Dialog mit Donald Tusk in gewisser Hinsicht und überraschenderweise so etwas wie eine Lanze für uns gebrochen hat, was er ja auch nicht hätte tun MÜSSEN.

Wenn wir jetzt nun noch eine Regierung hätten, die auch wirklich deutsche Interessen vertreten würde, könnte man das Eisen ja schmieden, solange es noch heiß ist. Aber bei Merkel-Deutschland sehe ich da im wahrsten Sinn eher schwarz. Dennoch recht interessant, was er so sagte, der Verkehrteste ist Putin bestimmt nicht - Heutzutage muss man sich ja schon freuen, wenn wenigstens ab und zu mal einer die Wahrheit sagt - man denke nur an die doch sehr beschämende, rein paternalistische Rede unseres opportunen Wendehalses an der Westerplattte zum 70. Jahrestag des "Überfalls" auf Polen.

Dagegen freut man sich doch dann über Sätze wie:

"Ich will jetzt keine Bewertung (von Polens Verhalten vor dem II. Weltkrieg) geben, nicht dafür bin ich hierher angereist. Ich wurde von Polens Premierminister eingeladen, um den Opfern des II. WK zu gedenken, sowie "Mut und Heroismus des polnischen Volkes" zu loben, das "so tapfer gegen die Nazis kämpfte". Aber wenn wir über die objektive Beurteilung der Geschichte reden wollen, dann müssen wir verstehen, dass die Geschichte nicht mehr nur eine Farbe (=braun) hat. Die Geschichte war vielseitig und vielfarbig, und viele Länder haben hier eine gewaltige Anzahl an Fehlern gemacht.

All diese Vorgänge von Ländern auf die eine oder andere Weise schufen die Bedingungen von Aggressionen für Nazi-Deutschland. An diesen Momenten sollten wir alle gemeinsam arbeiten, wenn wir ein objektives Bild der Geschichte sehen wollen. Wenn aber jemand ein Ziel vor sich setzt, aus diesem alten muffeligen Brötchen nur Rosinen für sich auszubohren, und die ganze übriggebliebene Muffigkeit des Brötchens nur der einen Seite (=Deutschland oder Russland) zu überlassen, dann wird daraus nichts Gutes!

Weil diese Vorgehensweise keine Vorbedingungen für Gegenseitiges Verständnis und Vertrauen schaffen kann, Und genau das brauchen wir alle so sehr. Genau danach sollten wir alle streben. Und ich bin mir sicher, wenn wir diesen konstruktiven Dialog wie heute führen werden, werden wir dieses Ziel sicherlich erreichen. Man sollte die Erforschung der objektiven Geschichte koordiniert miteinander betreiben.
Man sollte diesen Prozess depolitisieren. Denn wenn wir das nicht machen werden, und darüber habe ich vorhin in der Diskussion mit Herrn Tusk gesprochen, dann werden wir wie ein Arzt sein, der seine Patienten absichtlich mit Krankheiten infiziert, um sie dann fürs Geld wieder zu heilen.
Warum müssen wir falsche "Fakten" in das öffentliche Bewusstsein unserer Völker eintrichtern, um dann damit innenpolitisch zu spekulieren (= antirussische bzw. antideutsche Propaganda zu führen)?

Aber wenn Sie sich an den Friedensvertrag von Versailles erinnern, welcher ohne Russlands Beteiligung Zustande kam, werden Sie feststellen, dass im Vertrag von Versailles die Wurzeln des zukünftig ausgebrochenen Zweiten Weltkrieges liegen. So ist zumindest die Meinung von vielen Fachhistorikern, mit denen ich ABSOLUT einverstanden bin. Weil im Vertrag von Versailles das Deutsche Volk ungerecht behandelt wurde. In diesem Vertrag wurden Deutschland solche Lasten und Einschränkungen auferlegt, welche für Deutschland in einer normalen Situation (=ohne Krieg) NICHT TRAGBAR waren - das war für die Jahrhunderte vorwärts vorauszusehen."

------------------------------------------------------------

Weiter erinnerte Putin die Polen wohl auch an anderer Stelle an ihren eigenen Imperialismus, so als sie 1918 einfach Schlesien und die freie Stadt Danzig/Gdansk von Deutschland abtrennten, was Hitler weder hätte vergessen, noch verzeihen können. Und so sprach er ebenso von Polens Bestrebungen, 1938 Teile von Litauen zu okkupieren und sich als Aggressor ganz Litauen einverleiben zu wollen, weshalb allein auch "einfache" Antworten bei diesem Thema unmöglich seien.

Kann man sich solche Äußerungen von den willigen Permanentbußern der Bundesregierung vorstellen?
Ich denke, eine Amtsinhaberin Merkel könnte noch 50 Jahre an der Macht sein, ihr würden derlei Worte niemals über die Lippen kommen, da brauchen wir erst das Ausland für!

Interessant vor allem auch die Erwähnung des Deutsch-Französischen Nichtangriffpaktes vom 6. Dezember 1938 im Video, nach dessen Unterzeichnung der französische Außenminister Georges Bonnet geäußert haben soll

"Wie sehr man auch in Frankreich an einer Lösung des Judenproblems interessiert sei".

Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=PyEcSOdLlHY#t=701

AS

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.10.2013, 15:54:26 GMT+2
New Dawn meint:
@ AS

Danke. War mir nicht bekannt. Sehr interessant.

Veröffentlicht am 18.10.2013, 12:34:04 GMT+2
Velvia Blue meint:
Na klar, wenn es darum geht die Geschichte umzulügen und Täter zu Opfern und Opfer zu Tätern zu erklären, liefert sich das halbe rechtsextreme Spinnertum der Amazon-Foren mal wieder ein Stelldichein.

Zu allen hier verbreiteten einschlägigen Geschichtsklitterungen läßt sich wie immer kurz konstatieren, daß die Sichtweisen von Scheil und co. an keinem einzigen historischen Institut, national oder international, vertreten werden. Angesichts dieser für die Braunen ernüchternden Fakten, an denen sie nicht vorbeikommen, bleibt dann wohl nur wieder der selbstentlarvende Hinweis auf "Siegerjustiz" und "Hofgeschichtsschreibung", wonach alle renommierten Historiker wahlweise von den Siegern oder dem Weltjudentum gekauft wären.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.10.2013, 12:57:07 GMT+2
belfor meint:
@ animated spirit

sehr interessanter Beitrag. Leider hört man von Putins Worten in den deutschen Medien gar nichts. Klar auch, dass sich dann "Velvia Blue" mit dem üblichen Geseiher einschaltet.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.10.2013, 13:28:43 GMT+2
Velvia Blue meint:
Wie bezeichnend, daß sich hier auch jemand bemüßigt fühlt seinen Senf dazuzugeben, der an anderer Stelle einschlägige rechtsextreme Verschwörungstheorien über die NSU-Mordserie (bei der Neonazis jahrelang marodierend durchs Land zogen und Menschen allein wegen ihrer Herkunft ermordeten) verbreitet.

http://www.amazon.de/review/R2P305FNKO7SE1

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.10.2013, 13:52:28 GMT+2
New Dawn meint:
@ belfor

Die (getarnten) Genossen hier tun so, als ob Scheil der einzige wäre. Schon der Oberst i.G. Helmdach hat die These vom "Überfall" aus eigenem Erleben in zwei Büchern abgelehnt. Seither sind viele Dutzende von gleichlautenden Büchern, natürlich überwiegend von Wissenschaftlern, im In- und Ausland erschienen.

So liegt mir gerade "The Chief Culprit" von Suworow vor, die ein Sonderdruck der in den USA hoch angesehen "Naval Institut Press" ist.

Man braucht das alles hier nicht noch einmal zu wiederholen. Es ist völlig zwecklos mit den Genossen hier zu diskutieren.
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