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Kundenrezension

am 10. März 2010
Mit diesem Roman ist es wie mit vielen Dingen: man braucht eine Weile, um sich daran zu gewöhnen. Hat man einmal gelernt, damit umzugehen, kann man kaum verstehen, wie man vorher ohne zurecht kam.

Zu Anfang des Romans braucht man ein oder zwei Stunden, um sich die eigens für diese Utopie geschaffene Terminologie anzueignen und muss des öfteren im Glossar nachschlagen. Hat man diese Einarbeitungsphase gemeistert, übt die Geschichte wie die anderen Werke von Stephenson eine subtile Faszination aus, die einzigartig ist. Die Stärke des Buches ist nicht nur die fantastische Geschichte, die detailliert erzählt wird, sondern die präzise, pointierte Art, mit der Stephenson die humoristischen und dramatischen Akzente setzt. Es stellt sich kaum die Frage, ob der Handlungsrahmen gerade mehr oder weniger Spannung erzeugt. Vielmehr findet der Autor mit seinem Gespür für Pointen an jeder beliebigen Stelle Mittel, um den Leser blendend zu unterhalten und bei der Stange zu halten. Auch wenn die Handlung gegen Ende des Buches recht martialisch voranschreitet und der Autor auch große erzählerische Gewalt im Sinne klassischer Space Opera einbringt, so steht doch niemals die Action im Vordergrund des Lesevergnügens. Stephenson greift hier und da auf klassische Motive der SF zurück, entwickelt sie aber unnachahmlich neu und vermeidet jedes Klischee.

Eine kleine Schwäche des Romans könnte man darin sehen, dass an einigen wenigen Passagen die fiktiven (natur-)philosophischen Dialoge etwas geschwätzig und unschlüssig dahinplätschern. Das wird von der Selbstironie, mit der immer wieder damit umgegangen, größtenteils ausgeglichen. Außerdem: wo gehobelt wird, da fallen Späne.

Vorsicht: ich bin tatsächlich großer Fan des Autors. Deswegen ist meine Kritik sicher ein wenig rosa gefärbt. Schon Snowcrash, Diamond Age oder Cryptonomicon fand ich bahnbrechend. Falls jemand zum ersten mal Stephenson liest, würde ich eines von den ersten drei Werken empfehlen, die genauso gut sind wie Anathem, aber wesentlich zugänglicher. Wer einigermaßen anspruchsvolle utopische Literatur zur Unterhaltung schätzt, der hat mit Stephenson einen Schatz ausgegraben. Und das vorliegende Buch war vielleicht mein größter Lesespaß in diesem Jahr. Dabei ist erst März !
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