Jeans Store Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More sommer2016 designshop Hier klicken Fire Shop Kindle Roosevelt Summer Sale 16
Kundenrezension

55 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein harmloses Kinderbuch, 25. August 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Brüder Löwenherz (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte der beiden Brüder Löwenherz hat bei uns sehr ambivalente Gefühle hervorgerufen. Einerseits erzählt es auf wunderbar poetische und fantastisch spannende Weise von Mut, Gerechtigkeit und Zivilcourage. Andererseits spricht es absolut schonungslos das Thema Gewalt und Tod an. Zweimal (und zwar zu Beginn des Buches und dann noch einmal am Ende) geht es ohne Beschönigung darum, dass zwei Kinder miteinander in den Tod springen (wohl einmal, um sich zu retten, dann um ins rettende Jenseits zu gelangen).
Bei allem Verständnis dafür, dass dieses Thema bei Kindern nicht ausgespart werden sollte - man sollte vorher zumindest wissen, dass es hier um etwas härtere Kost geht. Diese Informationspflicht hätte der Verlag in diesem Fall zu erfüllen. Zu Beginn stirbt der ältere Bruder, weil er seinen jüngeren Bruder aus einem brennenden Haus retten will und mit ihm aus dem Fenster springt. Am Ende (im Jenseits Nangijala) bittet er seinen jüngeren Bruder, mit ihm in den Freitod zu gehen (von der Klippe zu springen), da er seinen Körper nicht mehr bewegen kann. Der jüngere Bruder stimmt zu, weil er die Traurigkeit ihrer Lage nicht mehr ertragen will und seinen Bruder über alles liebt.
Ich finde den Zugang zu dieser Thematik zumindest grenzwertig und nicht unbedingt für alle zartbesaiteten (Kinder-)seelen geeignet. Auf jeden Fall braucht es im Anschluss eine gehörige Portion Aufarbeitung einiger Fragen, die dabei vor allem am Ende auftauchen:
Kann es eine Lösung sein, bei Schwierigkeiten in den Tod zu gehen?
Wird es diesmal tatsächlich ein Paradies geben, oder - wie beim ersten Mal - dann doch eigentlich nicht wirklich?
Dazu kommt, dass am Ende des Buches sehr massive Gewalt-, Kriegs- und Verlusterfahrungen der Kinder beschrieben werden, die gar keiner guten Lösung zugeführt werden.
Klar, Kinder brauchen Märchen, also eine Auseinandersetzung mit den Kräften von Gut und Böse, Schmerz, Tod und Verlust. In Märchen wird aber meist gekonnt mit Bildern und Metaphern gearbeitet. Ich frage mich ganz einfach, ob eine Auseinandersetzung mit dem Thema auf so konkrete und realistische Weise (trotz Phantasy-Setting) der richtige Weg ist. Ich als Erwachsene war doch über diese unvorbereitete Massivität in einem Kinderbuch mehr oder weniger irritiert. Mein neunjähriger Sohn hat - so glaube ich - bewusst oder unbewusst - nur einen für ihn verarbeitbaren Aspekt dieser emotionalen Hochschaubahn an sich herangelassen. Wie diese Geschichte in ihm weiter arbeitet, bleibt mir vielleicht verborgen.Die Brüder Löwenherz
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.11.2010 09:36:09 GMT+01:00
MixMeister meint:
Zunächst: wenn eine Geschichte nicht reißerisch mit Gewalt umgeht, sondern sich im Rahmen ethischer Auseinandersetzungen dies ernsthaft tut, sind Kinder in der Tat in der Lage, organisch zu verarbeiten. Was Ihren Sohn angeht, würde ich mir da keine Sorgen machen. Und dass es sich bei der ganzen Geschichte möglicherweise um die Traumvisionen des in der Küche liegenden Krümel handeln könnte, erschloss sich mir erst als Erwachsener. Ihre Sorge ehrt Sie, aber Sie haben keinen Fehler begangen. Ich glaube, dass diese Geschichte ohne Süßstoff genossen viele wertvolle Impulse auslösen wird.

Veröffentlicht am 14.12.2010 21:31:30 GMT+01:00
Gabi Lipp meint:
Kinder gehen mit dem Leben so um, wie sie es von uns lernen: Wenn Sie mit dem Thema Tod ein Problem haben, wird der Sohn es übernehmen. Er kennt ja nichts anderes. Meiner Meinung geht es bei dem "in den Tod springen" nicht um Sich-entziehen, sondern um den Mut, sich einer ausweglosen Situation zu stellen. Und: Wie grausam scheinen doch alle alten Märchen zu sein, aber sie sind wichtig, weil die Gerechtigkeit und das Gute siegen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.12.2010 12:01:07 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.12.2010 12:02:29 GMT+01:00
Dodo meint:
@ Mix Meister
Ja, Lindgren erzählte selbst von einem Gespräch mit dem kleinen Mädchen, das die Ida (Michels Schwester) in den Lönneberga-Filmen spielte: Lena hatte "Die Gebrüder Löwenherz" gelesen und laut Lindgren als eine der wenigen ersten Leser/innen auch "verstanden". Nämlich dass Krümel das alles träumt BEVOR er stirbt. Das Buch endet mit Krümels Tod.

Ja, das ist fürchterlich traurig und ich habe als Kind auch geheult. Aber in diesem Moment ("Jonathan, ich sehe das Licht!") lag auch so viel Schönheit, dass ich nicht nur aus Traurigkeit, sondern auch vor Anrührung weinte.

PS: Lindgren benutzt das Motiv des Fiebertraums oder des Traums vor dem Tod (ähnlich wie in "Das Mädchen mit den Zündhölzern" von Andersen) auch öfters in ihren Märchen und kürzeren Erzählungen.

Veröffentlicht am 27.01.2012 11:28:03 GMT+01:00
Bücherfreund meint:
Ich erinnere mich, das Buch als Kind selbst gelesen zu haben und dachte nun, es auch für meinen Sohn zu kaufen. Ich muss zugeben, diese Rezension hält mich doch zurück, weil mein Sohn extrem sensibel auf das Thema Tod reagiert und zwar nicht, weil wir es von ihm fernhalten oder es zu einem Problem machen, sondern weil er bereits zwei Großväter verloren hat und sehr darunter gelitten hat. Wir werden wohl doch erst die anderen Werke von Astrid Lindgren kaufen und es vielleicht später lesen. Oder ich lesen es selbst zuerst und entscheide dann.
Wollte hier nur meine Meinung posten, weil ich diese Einrichtung der Bewertung durch andere Leser ( Eltern ) einfach toll und hilfreich finde und allen Eltern danke, die Ihre Meinung dazu hier ins Netz stellen. Mir helfen Sie immer. Gruß an alle Eltern, die sich soviel Mühe mit Ihren Kindern geben!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.06.2012 11:09:09 GMT+02:00
Dodo meint:
Ich hatte hier schon einmal gepostet und möchte hinzufügen, dass ich glaube, dass gerade Kinder, die schon den Tod erlebt haben, das Buch als eine Art Katharsis lesen und erleben können.
Mein Vater starb noch bevor ich in die Schule kam, der beste Freund meines Bruders kam kurz darauf durch einen Unfall ums Leben.
Und ich liebte "Die Brüder Löwenherz". Nichts daran fand ich zu grausam. Es war alles für mich märchenhaft mit einem schönen, geheimnisvollen Ende.

Veröffentlicht am 07.01.2013 17:01:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.01.2013 17:03:46 GMT+01:00
yellowday meint:
Die Grundschule meiner Töchter wollte unbedarft dieses Buchthema in einer Theaterfassung im WLT besuchen. Dazu sollten alle Kinder der Schule dieses Stück sehen. Nach mehrfachen Protesten besorgter Eltern wurde das jedoch verhindert. Nur die vierte Klasse wird jetzt dieses Stück sehen. Was ich persönlich immer noch zu früh finde.

Veröffentlicht am 27.05.2013 14:46:34 GMT+02:00
booklover meint:
Ich denke, dass man bei diesem Buch gar nicht sagen kann, ob es für Kinder in einem bestimmten Alter schon geeignet ist oder nicht. Eltern, die Kindern dieses Buch in die Hand geben, sollten definitiv vorher wissen, worum es geht - und dann, denke ich, kennen sie ihr eigenes Kind am besten und wissen hoffentlich, wie es damit umgehen wird. Ich selbst war 10, als ich es zum ersten Mal las, und hatte noch keinerlei Erfahrung mit dem Tod in Familie oder Freundeskreis gehabt. Ich weiß, dass meine Mutter ein wenig besorgt war, ob das Buch schon etwas für mich sei, und dass ich selbst diese Sorge gar nicht nachvollziehen konnte. Ich habe das Buch geliebt, ich fand es tieftraurig und zugleich tröstlich, und ich kenne viele andere, denen es als Kind auch so ging. Aber es gibt sicher auch Kinder, auf die dieses Buch verstörend wirken könnte. Es in der Schule zu lesen, wo die Kinder eine unterschiedliche emotionale Reife haben und unterschiedlich sensibel sind, kann evtl. problematisch sein. Andererseits gehört der Tod nun einmal zum Leben und ich fand es als Kind gut, mich mit einem Thema auseinanderzusetzen, von dem die Erwachsenen immer nur geschwiegen haben.
‹ Zurück 1 Weiter ›