flip flip flip Hier klicken Jetzt informieren Summer Deal Cloud Drive Photos Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive

Kundenrezension

am 7. November 2003
Am 19. August 1974 startete Elvis erneut eine Konzertreihe im Las Vegas Hilton. Anders als häufig zuvor hatte er dafür sein gesamtes Repertoire umgestellt, wollte mehr neues und unbekanntes Material und weniger Oldies bringen. Zuvor hatte er sich, was selten geschah, mit seinen Musikern in mehreren Proben auf diesen Wechsel vorbereitet. Doch das Publikum nahm die neue Show nicht so auf wie erhofft, und so stellte Elvis in den kommenden Nächten sein Programm wieder ein wenig um. Trotzdem gehören die Shows aus diesem Engagement zu den besten, die Elvis in seiner Karriere gab: sie waren lang, Elvis scherzte viel. So auch in der Mitternachts-Show am 24. August 1974.
Sie beginnt, nachdem die letzten Töne von „Also sprach Zarathustra" verklungen (und auf „It's Midnight!" leider nicht enthalten) sind, mit dem üblichen Eröffnungsblock. Am 19. August hatte Elvis seine Show mit „Big Boss Man" eröffnet, doch schon am nächsten Abend griff er auf wieder auf „See See Rider" zurück. Nach einigen „wells" folgt das Medley „I Got A Woman/Amen". Dabei fällt zum ersten Mal die gute Laune auf, die Elvis während des gesamten Engagements auszeichnen sollte. Elvis begrüßt das Publikum, stellt sich als Fats Domino vor, erklärt, was er an diesem Abend vor hat („Ich werde ein paar Küsse verteilen") - und löst sein Versprechen schon beim folgenden „Love Me" ein. Mit „If You Love Me" beendet er einmal mehr den Eröffnungsblock.
Mit „It's Midnight" präsentiert Elvis die B-Seite seiner kommenden Single. Aber welcher Song wäre in einer Mitternachts-Show auch besser aufgehoben gewesen? Und nun folgt der Eröffnungssong aus der Opening Night: „Big Boss Man". Diesem Song, der 1967 als „Bonus Song" auf der Soundtrack-LP „Clambake" veröffentlicht wurde, wurde leider meist viel zu wenig Beachtung geschenkt. Um so schöner, dass Elvis hier live auf ihn zurückgreift - auch wenn die Livefassung der Studioversion um einiges nachsteht...
„Fever" ist einer der Songs, die Elvis immer zum Scherzen animiert haben. So auch heute Nacht. „Love Me Tender" - eine Song, den Elvis nach seinen Comeback-Shows 1970 nur noch relativ selten im Programm hatte - wird hingegen überraschend sachlich vorgetragen. Und dann geht Elvis auch schon zu „All Shook Up" über, das er relativ lustlos vorträgt.
„The Wonder Of You" wird wohl immer an den Versionen von 1970 gemessen werden. Leider erreicht Elvis dieses Niveau 1974 nicht mehr. „I'm Leavin'" stammt von 1971, war kein besonders großer Erfolg. Damals nur im Studio aufgenommen, hat er den Song nun endlich in sein Liverepertoire aufgenommen. Und der Song eignet sich wirklich gut, um live präsentiert zu werden.
Nun erklärt Elvis in einer tragischen Geschichte die wahren (?) Hintergründe zu „Softly As I Leave You". Elvis zitiert die Verse nur, Sherrill Nielsen darf dafür seine Gesangskünste unter Beweis stellen. Zusammen singen die beiden dann für „jemanden im Publikum" (Elvis erzählt nicht für wen) „Spanish Eyes". Den Song hatte Elvis erst im Dezember 1973 im Studio eingespielt, die LP „Good Times" (auf der der Song veröffentlicht wurde) war kein großer Erfolg gewesen. Doch hier übertrumpft sich Elvis einmal mehr selbst, singt eine zusätzliche Strophe, baut ein spanisch angehauchtes Trompetensolo (das er mit „Viva!" kommentiert) in seinen Vortrag ein. Einfach toll zu hören!
Mit der Ansage „Jetzt möchte ich mal für einen Moment ernst werden" kündigt Elvis einen seiner unsinnigsten Songs an: „Hound Dog". Der Rock'n'Roll-Klassiker ist nicht weiter der Rede wert, klingt wie mit zu viel Weichspüler gewaschen (aber es gibt noch sehr viel schlimmere Aufnahmen von diesem Song!). Mit „You Gave Me A Mountain" wird Elvis dann wirklich ernst. Er präsentiert diesen Song über das Ende einer Beziehung, die Trennung vom geliebten Kind, voller Gefühl. Und in „Polk Salad Annie", eine Parodie auf das Leben im „alten Süden" der Vereinigten Staaten, steckt er all seine Power. Leider erreicht er aber auch hier nicht mehr das Niveau von 1970...
Nachdem Elvis seine Backgroundsänger, Musiker sowie die Sängerin Vicky Carr im Publikum vorgestellt und die Geschichte, wie er die Engel im Showroom des Las Vegas Hilton angemalt hat, erzählt hat setzt er die Show mit der A-Seite seiner letzten Single, „If You Talk In Your Sleep", fort. Diesen Song nutzte Elvis 1974 häufiger, um einige Karateübungen vorzuführen.
Wie bereits erwähnt waren die Konzerte im August 1974 häufig sehr lang. Das führte dazu, dass RCA kein Konzert komplett aufnahm - und so endet die Aufnahme vom 24. August nach „If You Talk In Your Sleep". Um aber den Eindruck einer kompletten Show entstehen zu lassen, hat „Follow That Dream"-Records nun das Ende der Dinner Show vom 29. August angefügt.
Den ersten Song, den wir aus diesem Konzert hören, ist „Why Me Lord?". Elvis singt nur den Refrain, die verschiedenen Strophen werden von J.D. Sumner, der „tiefsten Bassstimme der Welt", vorgetragen. Elvis versucht ihn durch kurze Kommentare zum Lachen zu bringen - und das gelingt ihm in dieser Show sogar! Und das ist so schlimm, dass er sich dann sogar im Anschluss an den Song dafür bei J.D. entschuldigt!
Nach diesem Höhepunkt folgt ein Tiefpunkt der CD: das Medley „Teddy Bear/Don't Be Cruel". Wie bei allen Oldies klingt Elvis auch hier wieder sehr lustlos. Doch dafür entschädigt das folgende „How Great Thou Art"! Und auch „Let Me Be There" ist durchaus hörenswert.
Doch was nun folgt ist der absolute Hammer! Elvis stimmt, als Geschenk für seinen im Publikum sitzenden Vater, „Early Morning Rain" an. Den Song sollte er zwar später noch häufiger als Teil seiner Bandvorstellung präsentieren, aber nie wieder mit soviel Elan und in kompletter Länge! Leider fehlen die ersten Takte auf der CD - aus welchen Gründen auch immer!?
Elvis schließt das Konzert mit zwei Songs aus seinem Film „Blue Hawaii" ab. Nachdem dem „Hawaiian Wedding Song" folgt - nach einem netten Monolog von Elvis über unter anderem seinen Schmuck - das obligatorische Schlusslied „Can't Help Falling In Love".
Fazit: Eine gelungene CD, die immer wieder Spaß macht zu hören! Nicht nur wegen der Musik, sondern auch - oder vor allem - den Geschichten, die Elvis dem Publikum erzählt! Für Elvis-Fans ist die CD also einfach Pflicht, präsentiert sie doch den "King of Entertainment"!!!
13 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden| Permalink
Was ist das?

Was sind Produktlinks?

Im Text Ihrer Bewertung können Sie mit einem Link direkt zu einem beliebigen auf Amazon.com angebotenen Produkt leiten. Befolgen Sie diese Schritte, um einen Produktlink einzufügen:
1. Das Produkt, zu dem der Link führen soll, auf Amazon.com suchen
2. Internetadresse des Produkts kopieren
3. Klicken Produktlink einfügen
4. Die Internetadresse in das Kästchen einfügen
5. Klicken Auswählen
6. Wenn Sie den angezeigten Artikel auswählen, erscheint ein Text wie dieser: [[ASIN:014312854XHamlet (The Pelican Shakespeare)]]
7. Sobald Ihre Bewertung auf Amazon.com erscheint, wird dieser Text in einen solchen Hyperlink umgewandelt:Hamlet (The Pelican Shakespeare)

Ihre Bewertung ist auf 10 Produktlinks beschränkt, und der Linktext darf maximal 256 Zeichen betragen.


Produktdetails

3,8 von 5 Sternen
4
112,99 €+ 3,00 € Versandkosten