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Kundenrezension

TOP 1000 REZENSENTam 29. Juli 2007
Ferenc Fricsay (1914-1963), der bedeutende, viel zu früh von uns gegangene ungarische Meisterdirigent, hat sich in seiner kurzen Karriere mit keinem anderen Komponisten so sehr auseinandergesetzt und beschäftigt wie mit Wolfgang Amadeus Mozart, wenn man einmal von seinem Landsmann Béla Bartók absehen will. So hat er nicht nur wunderbare Aufnahmen von Symphonien und Konzerten des Salzburger Meisters aufgezeichnet, sondern auch die Opern "Die Entführung aus dem Serail", "Die Zauberflöte", "Le nozze di Figaro" und "Don Giovanni" in beispielhaften Einspielungen verewigt, die beiden letztgenannten schon in Stereo-Qualität. Auch eine Aufnahme von "Cosi fan tutte" war geplant, konnte aber wegen der fortschreitenden Krankheit des Dirigenten nicht mehr realisiert werden. Stattdessen hat Eugen Jochum diese Oper mit den von Fricsay vorgesehenen Künstlern für die DGG aufgezeichnet.
Die hier in der preiswerten "2 CD"-Serie wieder aufgelegte "Zauberflöte" entstand in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem, dem bevorzugten Aufnahmestudio der DGG, im Juni 1954.
Fricsay hatte sich für die Aufnahme eine sorgfältig ausgesuchte Besetzung zusammenstellen können. Als Königin der Nacht glänzt im wahrsten Wortsinn Rita Streich, die ihre Partie nicht nur stimmgewaltig, sondern auch mit blitzsauberen Koloraturen darzustellen weiß. Maria Stader, die feinfühlige Schweizer Sopranistin, überzeugt als Pamina auf der ganzen Linie. Die weiteren Hauptrollen sind mit Ernst Haefliger (Tamino), Josef Greindl (Sarastro), Lisa Otto (Papagena) und Kim Borg (Sprecher) ganz hervorragend besetzt.
Ganz besonders möchte ich aber die exorbitante Leistung von Dietrich Fischer-Dieskau herausstellen, der als Papageno mit dieser Aufnahme neue Maßstäbe gesetzt hat. Ich kann mich den vielen Kritikern, die in ihm einen zu preußischen, zu intellektuellen Künstler für den doch etwas einfältigen Vogelfänger aus der Wiener Vorstadt sehen und gesehen haben, nicht anschließen. Fischer-Dieskau singt die Partie nicht nur mit wunderbarer Stimmgebung, er findet für seinen Part auch den genau richtigen Ton. Später, in der Produktion mit Karl Böhm (DGG) von 1964, ist er ähnlich überzeugend, hier kommt aber noch eine Portion jugendlicher Frische hinzu, die dem Sänger zehn Jahre später so nicht mehr ganz zur Verfügung stand. Insgesamt ist Fricsays Ensemble von unübertroffener Homogenität. Man spürt, daß die Sänger sehr intensiv und sorgfältig auf ihre Rollen vorbereitet wurden. Nicht unerwähnt sollte der heute praktisch vergessene Martin Vantin bleiben, der als Monostatos eine ganz überzeugende Leistung vollbringt. An der Besetzung der kleineren Rollen gibt es ebenfalls nichts zu mäkeln.
Bedauerlich bleibt allerdings, daß man die Sprechdialoge von Schauspielern vortragen ließ, die mit den Sängern weder sprachlich noch phonetisch harmonieren. Diese fragwürdige Praxis wurde damals übrigens häufig angewendet.
Der RIAS-Kammerchor wird durch den Berliner Motettenchor verstärkt, und dem Chorleiter Günther Arndt ist eine glänzende Verschmelzung der beiden Ensembles gelungen. Schließlich ist Ferenc Fricsay zu attestieren, daß er seine Sängerschar mit Präzision und hörbarer Liebe zu Mozarts Musik anführt, und das RIAS Symphonie-Orchester Berlin ist ein wunderbarer Klangkörper, der ihn dabei trefflich und mit hoher Kompetenz unterstützt.
Leider stand zur Zeit der Aufnahme noch keine Stereo-Technik zur Verfügung, so daß klanglich kleine Einbußen hinzunehmen sind. Die wiegen aber bei der musikalischen Gesamtqualität wirklich nicht schwer, so daß eine klare Empfehlung fällig ist. Das Textheft ist nicht üppig, aber unter Berücksichtigung des moderaten Preises in Ordnung.
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