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Kundenrezension

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pocketbook A10 ' Tablet auf Ukrainisch, 22. Februar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: PocketBook A10 (Elektronik)
Pocketbook A10 - Tablet auf Ukrainisch

Ich muss ja etwas beichten - was Pocketbook angeht, bin ich kein unbeschriebenes Blatt. Seit 2 Jahren bin ich Besitzer des guten alten Pocketbook 360; auch im Bekanntenkreis habe ich die Produkte von Pocketbook stets als Geheimtipp empfohlen: als ein universelles Vielfraß von Formaten mit gut durchdachter Bedienung, vielen praktischen Funktionen und auch noch stabil.
Nun also springen die Ukrainer auf den Tablet-Schnellzug auf, unter der Prämisse, einen multimedia-fähigen Reader zu bauen. Das Ganze gleich mit einem 4:3 10 Zoll Display. Gut, Tablets gibt's zur Zeit wie Sand am Meer, deswegen war ich schon interessiert, was so einen multimedia-Reader ausmacht und was an einem ukrainischen Tablet anders sein soll, als bei so 'ner billigen Chinesen-Tablette.
Außerdem hatte Pocketbook in letzter Zeit auch sonst ziemliche Kratzer im Lack bekommen. Nicht nur dass mein guter alter 360er inzwischen ziemlich ramponiert und gar nicht so wertig aussieht. Auch das Paradigma, Community-orientiert zu sein und praktische, von Usern vorgeschlagene Funktionen zu implementieren, sind nach und nach so ziemlich unnützem Schnickschnack gewichen. Deswegen war es für mich auch besonders interessant, ob Pocketbook mit dem neuen Modell das Ruder herumreißen konnte, oder ob die Firma softwaretechnisch weiterhin am eigenen Ast sägt.
Für dieses Review wurde die englische Oberfläche des Pocketbooks verwendet.

- Ausstattung -
Die Box, die bei mir eintrudelte, machte einen guten und wertigen Eindruck - bis ich die Folie entfernte. Die Pappe ist zu dünn und ziemlich schlabbrig - der Aha-Effekt, den man bei der Konkurrenzfirma mit dem angebissenen Apfel bekommt, war einfach nicht da. Aber gut, das Apfelding kostet ja auch locker das Doppelte. Hauptsache, der Inhalt stimmt.
Der Inhalt:
- USB/MicroUSB Kabel
- Ladegerät für deutsche Steckdosen
- Stofftasche mit Klettverschluss
- Kurzanleitung und Garantieschein

- Und die Innereien (laut Hersteller zitiert): -
Abmessungen 207 / 244 / 15 mm
Anzeige 10''(25,65 cm) TFT, 1024x768, 262000 colors
Screen material glass
Farbe: White
Accumulator Li-Polymer 3,7V (6600 mAh)
Processor TI OMAP 3621 (1 GHz)
Operative memory 512 MB
Flash memory 4 GB (2GB available for user)
USB-interface Micro USB (12Mb/s)
Kartenart MicroSD up to 32 GB
Audio Out 3,5 mm, eingebaute Lautsprecher
Formats of e-books PDF (ADOBE DRM), EPUB (ADOBE DRM), PDF, EPUB, FB2, TXT, DJVU, RTF, HTML, DOC, DOCX
Formats of images JPEG, BMP, PNG, TIFF
Formats of audio MP3, WAV
Gewicht 670 g
G-sensor/Accelerometer ja
Sensor Buttons
Touchscreen Capacitive, multi-touch
Speakers
Camera
Wireless connectivity
Wi-Fi b/g/n, Bluetooth
Additional features Text-to-Speech, Internet browser, email client, audio player, video player (AVI, MKV, MP4)
Material Plastic, soft touch

- Erster Eindruck -
Beim ersten Anfassen fragt man sich, wie rum man das Teil überhaupt halten soll. Die Überschrift "Pocketbook" und die Icons auf den Tasten legen eine horizontale Haltung nahe (also im Querformat) - doch beim Hochfahren wird dann das Pocketbook-Logo im Hochformat hochgepoppt. Irgendwie verwirrend.

Das Gehäuse ist in 3 Materialien gehalten: Klavierlack-schwarz (Rahmen um den Bildschirm), Matt-Schwarz (Tastenfeld, Akkudeckel), das Ganze ist dann garniert mit einem glänzend weißem Rand. Allerdings ist das Gerät nicht gerade symmetrisch: die rechte Seite (also wenn man es im Hochformat hält) ist etwas dicker. Einerseits ist es beim hochformatigen Halten ziemlich komfortael, da man die Seite etwas griffiger umklammern kann (und mit dem Daumen bedient man die Tasten); andererseits ist beim Lesen oder Videobetrachten im Querformat das Gerät, wenn man es hinlegt, vom Leser quasi weggedreht'
Die Tasche schützt den A10 zwar ganz gut, ist aber etwas unhandlich. Wenn man den A10 unterwegs ausgepackt hat, weiß man nicht so recht, wohin damit. Ich habe sie meistens drunter gelegt, wenn ich eine ebene Fläche zur Verfügung hatte.
Der Bildschirm ist glänzend und hat recht gute Qualität - allerdings wird er sehr schnell durch Fingerabdrücke verschmutzt. Der Blickwinkel geht recht weit in drei Richtungen - wenn man den A10 aber waagerecht mit den Tasten nach unten hält und von unten betrachtet, geht der Kontrast sehr schnell flöten. Das heißt, wenn man es im Querformat auf den Tisch vor sich flach hinlegt, so dass die Tasten in die eigene Richtung weisen, kann man kaum etwas erkennen. Besser, man hält es in der Hand.
Der A10 hat ganze 6 Hardware-Tasten auf der Vorderseite:
- Home: springt aufs Hauptdesktop
- Menü: ruft das Menü auf, falls die aktuelle Anwendung eins hat
- Links blättern
- Rechts blättern
- Zurück: aktuellen Screen/Menü verlassen
- Lupe: ruft die Suche auf

Auf der Unterseite findet man noch eine Wipptaste für die Lautstärke sowie einen Kopfhörer-Klinkenanschluss (3,5 mm)
Auf der Oberseite gibt es, vom Rand zur Mitte hin: den MicroUSB/Ladeanschluss, die Status-LED, den MicroSD-Kartenslot sowie die Powertaste.
Wer darauf gekommen ist, die Powertaste so weit nach innen zu verlegen, gehört mit Wattebällchen beschmissen. Denn man muss sie ja jedes Mal drücken, sobald sich der Bildschirm nach Inaktivität ausschaltet. Jedenfalls ist es auch nach 3 Wochen ausgiebigen Testens sehr mühsam, den Power-Button blind zu ertasten.

- Nach dem Einschalten: -
Nach angenehm kurzer Ladezeit kommt das Desktop zum Vorschein. Unter der Haube werkelt das betagte Android 2.3. Nicht wirklich aktuell (obwohl laut dem Hersteller bald ein Upgrade auf Android 4.0 kommen soll).
Oben befindet sich eine Übersicht von zuletzt gelesenen Büchern. Darunter noch ein Google-Suchwidget (der zur Google-Suche im Internet führt) sowie der Dolphin Browser.
Das Icon Books führt zur Bibliothek von Büchern und zur eigentlichen Lesen-Funktionalität; Video spielt Filme ab. Weiterhin gibt es Standard-Icons von Android: Google Mail, YouTube, Gallery, Maps sowie Market.
Das Desktop kann mit Gesten nach links und rechts "geschoben" werden, dann werden mehr Icons sichtbar. Links vom Hauptdesktop gibt es ein Widget zur Musikwiedergabe; rechts kann man z.B. WiFi an- und ausschalten, die Lizenz lesen oder sein Gerät bei Pocketbook registrieren lassen.
Unten gibt es noch drei Soft-Buttons: den Dateimanager, das Startmenü für installierte Anwendungen sowie einen Internetbrowser (der gleiche wie der Dolphinbrowser).
Vieles von der Funktionalität des Geräts kann sich erst mit einer stehenden Netzverbindung entfalten. Dazu muss man sich z.B. über WiFi an einem WLAN-Hotspot einwählen. Das geht, wenn man nicht gerade Android-erfahren ist, erst durch die Tiefen der Einstellungen: zuerst auf dem Hauptdesktop die Menü-Taste drücken, dann auf "Settings" gehen, dann "Wireless & networks", "Wi-Fi Settings", "Turn on Wi-Fi" und das jeweilige Netzwerk aus der Liste aussuchen. Dann noch den Schlüssel eintippen und voilà - die Verbindung steht. Funktioniert an sich recht gut, mein Heimnetz mit WPA2-PSK hat es locker gefunden.
Als Browser wird der Dolphin Browser verwendet, und dieser funktioniert eigentlich recht vernünftig. Man hat Tabs, Multitouch-Zoom, und ziemlich weitreichende Funktionen. Allerdings ist der Browser standardmäßig auf Mobil-Ansicht eingestellt, was ggf. dazu führen kann, dass man auf mobile Webseiten umgeleitet wird - bei dieser Bildschirmgröße ist das nicht immer notwendig. Das kann man aber in den Tiefen der mannigfaltigen Optionen umstellen.
Flash wird von Haus aus nicht dargestellt; bei Zugriff auf Youtube-Videos werden diese auf Anfrage in der YouTube-Anwendung gestartet.
Aber das soll ja kein reines Tablet sein, sondern ein eBook-Reader. Daher war ich am ehesten gespannt, wie gut sich mit dem Gerät lesen lässt.

- Buchnavigation -
Über den Link "Books" kommt man in die Bücher-Bibliothek. Und wer die Buchübersicht von den alten Pocketbooks kennt, dürfte sich zunächst einmal so ziemlich veräppelt vorkommen. Da gibt es also in der Standardsicht (nennt sich "Shelves") 2 Punkte: "Favorites" und "All Books". Und wenn man auf "All Books" geht, sind da auch tatsächlich alle Bücher drin. Und zwar wirklich alle. Egal, ob sie in Ordnern untersortiert sind, oder ob sie im internen Speicher oder auf der SD-Karte liegen - sie werden stets alle auf einen Schlag aufgelistet. Man kann zwar dann noch nach Titel, Autor oder Datum sortieren - aber so richtig sinnvoll ist keine Option. Ich, der mal eine SD-Karte mit einem paar Tausend Bücher eingeschoben hat, konnte diese Sicht jedenfalls nicht sinnvoll nutzen.
Man kann sich auch mit der Suche behelfen lassen. Allerdings darf man nur nach dem Namen des Buches suchen, nicht z. B. nach dem Autor. Auch irgendwie blöd.
Gottseidank gibt es noch eine andere, die sich im Menü verbirgt: "Folders". Dann darf man zwar durch den gesamten Ordnerbaum des Dateisystems wühlen, hat aber immerhin diesen Baum überhaupt. Dabei ist der oberste Ordner "sdcard", darunter findet man dann unter "external_sdcard" die externe Speicherkarte. Lobenswerterweise wird auch die letzte Position der Navigation gemerkt, so dass man nicht jedes Mal durch die ganze Ordnerstruktur navigieren muss.
Was schmerzlich fehlt, ist die Möglichkeit, Bücher nach Serie zu sortieren (das gab's nämlich bei den alten Pocketbooks!) Bei der Folder-Ansicht kann man gar übrigens gar nicht sortieren, bei der Shelves-Ansicht nur nach Namen, Autor oder nach Datum. In Hinblick auf die Serien-Sortierung ein bedauernswerter Rückschritt, wie ich finde.
Es gibt zwei Darstellungsarten: "List" und "Thumbnails". Auch hier gilt: der Serien-Tag wird nicht ausgegeben - wenn man mehrbändige Bücher wie z.B. "A Song of Ice and Fire" oder "The Dark Tower" hat, ist man aufgeschmissen. Vorschaubilder gibt es aber bei beiden - bei der "List"-Ansicht ist die Liste bloß einzeilig, bei "Thumbnails" werden die Bücher in Spalten à 5 Bücher dargestellt.
Und noch was zu den Thumbnails: die Buchcover werden erst nach dem nächsten Reboot des eBook-Readers geladen (und selbst das nicht garantiert).
Dann gibt's noch Reiter mit der History der gelesenen Bücher sowie einen Favoriten-Reiter und den Online-Reiter (dazu später).

- Lesen von Büchern -
Kommen wir zum eigentlichen Thema, weswegen das Gerät überhaupt da ist: das Lesen.
Es wird scheinbar eine zentrale Anwendung namens "Reader" verwendet, egal für welche Art von Buch. Zunächst zu den allgemeinen Bedienfeldern:
Mit einem Klick auf die untere Statuszeile geht ein kleines Navigationsbalken auf.
- Der runde Pfeil links: Sperrung gegen Drehung
- Der doppelte Pfeil: Zoom auf Seitenbreite (für PDF)
-/+: Zoom Out / Zoom In. Leider gibt's kein Reset auf "100%", so dass man nach 4x "+" auch 4x "-" drücken muss. Und die aktuelle Zoomstufe findet man auch nicht heraus.
- Seitennavigation. Blättert die Seiten vor/zurück. Beim Klick auf die Seitenzahl kann man eine bestimmte Seite eingeben.

Mit einem langen Antippen auf das Buch kann man noch das Popup-Menü aktivieren.
- Dictionary: aktiviert das Wörterbuch
- Text-to-Speech: aktiviert die Vorlesefunktion (funktioniert mit Englisch hervorragend).
- Create bookmark: erstellt ein Lesezeichen
- Go to page: springt auf eine beliebige Seitenzahl

Über die Menü-Taste gelangt man - na logischerweise - zum Menü:
- Bookmark: listet die Lesezeichen auf (man kann diese nur übers Popup-Menü anlegen).
- Notes: Abspeichern von Notizen. Ganz blöde: man darf zwar Text beliebig markieren, es wird aber stets immer die komplette aktuelle Seite abgespeichert. Immerhin als Text (bei grafischen Formaten wird ein Bild abgespeichert). Zugreifen auf die Notizen kann man über die App namens "Notes".
- Contents: Inhaltsübersicht. Aus einem unerklärlichen Grund werden dort auch die abgespeicherten Notizen eingehängt (ohne jegliche Funktion, denn Klicks darauf tun nichts)
- Dictionary: Zugriff auf die vielen enthaltenen Wörterbücher. Über "Dictionaries" wählt man, welches man verwenden möchte; über Words/Enter word schaltet man zwischen der Übersetzung des Worts aus dem Quelltext und der manuellen Eingabe; über Hide verbirgt man das ganze wieder. Funktioniert eigentlich recht gut.
- Search: Suche. Geht auch über die Lupe-Taste. Es wird über die Standard-Android-Tastatur gesucht, man kann auch andere Tastaturlayouts über die Geräteeinstellungen spezifizieren (über den Wisch über die Leertaste wechselt man die Sprache).
- More: Zugriff aufs Menü:

* Add to Favorites: Buch wird zu den Favoriten hinzugefügt.
* View Info: Informationen über das Buch (Cover, Autor, Name, Dateiname und Größe. Noch immer keine Info zur Buchserie!)
* Night Reading: Text wird invertiert.
* Settings: Einstellungen des Leseprogramms.

- Die Einstellungen -

- Lock panel menu: die Statuszeile wird gegen Aufklappen gesperrt, wozu auch immer. Angenehmer Nebeneffekt, wenn sie gerade auf ist und man diese Einstellung aktiviert: dann bleibt sie auf. Ganz ausblenden kann man sie übrigens nicht.
- Full Screen: Vollbild. Ich glaube, das bezieht sich nur auf die oberste Titelzeile von Android, denn die Statuszeile bleibt, wie gesagt, so oder so erhalten.
- Volume Key Scrolling: über die Lautstärketasten soll man scrollen können. Funktionierte zumindest bei mir nicht, die Lautstärketasten änderten immer nur die Lautstärke.
- Save Text to Speech panel state: speichert den Zustand des Text to Speech-Panels
- Save dictionary panel state: speichert den Zustand des Wörterbuch-Panels
- Animated scrolling: ein etwas unbeholfen animiertes Umblättern.
- Font size: die Schriftgröße. Diese wird aber nur bei FB2 angezeigt.

Und das war's an Einstellungen. Wirklich. Also wer sich an das hervorragende Leseprogramm von Pocketbook 360 (und allen anderen aus der Serie) erinnern kann, wird viele nützliche Features schmerzlich vermissen. Seien es die Einstellungen für die Randbreite, die Regeln für den Zeilenumbruch oder auch nur die Wahl einer Schriftart. Viele EPUBs haben zwar eingebettete Schriftarten, aber eben nicht alle - und FB2 erst recht nicht. Und die Standardschrift ist nun mal häßlich!

- EPUB -
Zunächst mal prüfen wir EPUB (für kommerzielle eBooks am wichtigsten):
Sieht recht ansprechend aus, die benutzerdefinierte Formatierung wird übernommen.
Beim Lesen musste ich ganz oft feststellen, dass beim Drehen (und dem entsprechenden Wechsel von Hoch- in den Querformat) die aktuelle Position im Text "vergessen" wurde und man wieder auf Seite 1 zurückgeworfen wurde. Passierte aber auch bei anderen Formaten (z.B. PDF). Toll.

- FB2 -
Nun prüfen wir FB2, als das wichtigste von den offenen Formaten. FB2 in ZIP-Archiven werden unterstützt, auch Kyrillisch wird dargestellt.
In der Reader-Applikation muss man nicht nur auf die freie Schriftwahl, sondern auch auf jegliche Formatierungen verzichten (sprich: Fett, Kursiv usw.) Was das soll, entzieht sich meiner Kenntnis.
Beim Versuch, eine Fußnote im FB2 anzuklicken, landete ich im Niemandsland: es gab den Text der Fußnote, und gleichzeitig ging das Popup-Menü auf, was etwas merkwürdig aussah. Noch merkwürdiger war, dass man beim Versuch, mit der "Zurück"-Taste wieder zum Haupttext zurückzukehren, komplett aus dem Buch geworfen wurde. Wie sich herausstellte, muss man beim hochpoppenden Kontextmenü auf "Back" drücken - auf die Idee muss man erst kommen.
Wie schon erwähnt, kann man FB2 nur im serifenlosen Standardfont betrachten, was mir persönlich zu wenig ist. Viel besser ist da im Vergleich die mitgelieferte Applikation CoolReader (die sowohl mit Formatierungen klarkommt, als auch eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten bietet). Allerdings hat sie natürlich keine Anbindungen an Pocketbook-Funktionalitäten wie z.B. das Wörterbuch, oder auch an die Liste zuletzt gelesener Bücher. Und ohnehin ist es kein Verdienst, eine App mitzuliefern, die man ohnehin umsonst aus dem Markt runterladen kann. So jedenfalls sollte eine gute Leseapp aussehen.

- PDF -
Mit PDF kommt das Gerät angesichts seiner Bildschirmgröße ziemlich gut klar. Allerdings hängt es stark vom PDF ab: diejenigen, die für A4 oder ähnlich entworfen wurden, sind trotzdem schon mal etwas anstrengend zu lesen, weil die Schrift so klein ist.
Wenn das Buch im Querformat vorliegt (z.B. Reiseführer, die man bei Lonely Planet kaufen kann), kommt es übrigens zu einer merkwürdigen Anomalie. In der Regel hat so ein PDF nicht das gleiche Format, wie der Bildschirm; wenn man es an die Bildschirmbreite anpasst, muss man dann vertikal scrollen. Mit dem Fingerwisch nach unten geht das ganz problemlos; aber zurück nach oben zu scrollen ist oft problematisch. Entweder es tut sich einfach nichts, oder aber es geht das Kontext-Menü auf. Irritierend.
Beim Versuch, in einer einer sehr großen PDF (Benutzerhandbuch eines größeren Computerprogramms, ca. 1100 Seiten) das Inhaltsverzeichnis aufzurufen, ist die Reader-App einfach mal abgestürzt (und zwar jedes Mal). Bei anderen, kleineren PDFs klappt es jedoch.

- DOC -
Word-Dokumente werden recht rudimentär dargestellt: die Inhaltsangabe wird nur als Plain Text ausgegeben, ohne die Möglichkeit, in Kapitel zu wechseln; Formatierungen werden ignoriert, nur die Kapitelüberschriften werden fett dargestellt.
Wieder bietet CoolReader eine bessere Figur: es werden zumindest die Formatierungen korrekt abgebildet. Mit der Inhaltsangabe ist hier aber auch Sense.

- Bücher online kaufen -
Interessanterweise scheint Pocketbook die langjährige Bindung an Bookland beendet zu haben und ist zu einem anderen Buchladen namens Obreey gewechselt - wohl denen, die sich vorher für Bookland entschieden haben: sie dürfen sich nochmal bei einem Onlineshop registrieren!
Zum Buchladen kommt man über Books ' Online, eine bestehende Internetverbindung vorausgesetzt. Dann bekommt man eine mobile Seite dargestellt, über die man Bücher suchen und kaufen kann. Notfalls kann man auch auf die vollständige (nicht mobile) Seite wechseln.
Man bekommt zu Beginn nach einer Online-Registrierung einen 15 EUR Gutschein geschenkt, den man in käufliche Bücher investieren kann.
Das mit dem Investieren ist allerdings so eine Sache: die Auswahl an Büchern ist, sagen wir, ausbaufähig. Habe z.B. nach "Heinlein" gesucht und sogar 15 Treffer bekommen - leider kein einziges Buch von Robert Heinlein selbst.
Bei Suche nach "Ludlum" werden ebenfalls völlig willkürliche Suchergebnisse dargestellt, und kein einziges Buch von Robert Ludlum darunter.

- Fazit zum Buchlesen -
Das Hauptthema, nämlich das Lesen, beherrscht Pocketbook A10 zwar ganz gut, und auch bei der Formatunterstützung wird geboten, was in der Feature-Liste steht. Allerdings auch nur das - rudimentärer geht es kaum, vor allem in Hinblick auf FB2. Man könnte es ja verstehen, wenn Pocketbook nicht schon mal gezeigt hätte, wie man es anders macht - nämlich viel, viel besser.
Text-to-Speech ist ganz nett, wenn man herausfindet, wie man es aufruft. Natürlich kein adäquater Ersatz für ein Hörbuch, aber immerhin hört es sich nicht wie die Durchsage am Kölner Hauptbahnhof an.
Die Anbindung an ein Internetshop funktioniert zwar, ist aber nicht wirklich berauschend: man bekommt zwar die Chance, auf ein Buch zu stoßen, das man sonst nie zu Gesicht bekäme - aber bei bekannten Autoren ist die Auswahl nur da präsent, wo das Copyright schon abgelaufen ist - und da fährt man mit Projekt Gutenberg genauso gut'

- Weitere Features -
- Video -
Eins der Verkaufsargumente von Pocketbook ist die Unterstützung von Multimediafunktionalität. Angesichts der Bildschirmauflösung war ich ganz gespannt, was das Teil so bieten kann.
Was der eingebaute Player kann, ist nur das Öffnen und das Abspielen. Ich habe es gleich mit der höchsten angekündigten Videoauflösung ausprobiert und ein 720p-Video abspielen lassen (im mkv-Container). Zunächst lief das Video ziemlich flüssig, doch mit der Zeit häuften sich unangenehme Ruckler - an ein entspanntes Schauen von Videos im Zug war jedenfalls nicht zu denken.
Weil der Standardplayer keine Untertitel unterstützt, habe ich aus dem Market ein anderes Programm, nämlich mVideoPlayer, heruntergeladen und installiert. Untertitel gingen nun, aber die Abspielleistung war gefühlt sogar noch etwas schlechter, als beim eingebauten Player.
Und dabei handelte es sich bloß um ein HDTV-Broadcast mit recht moderater Datenrate. Zugegebenermaßen, das kleine mitgelieferte Beispielvideo wird ohne Probleme und Ruckler abgespielt - aber wie oft schaut man sich schon das mitgelieferte Video an?
Ach ja, jenseits von 720p ist wirklich Schluss. 1080p/1080i wird in keiner Weise unterstützt, weder vom eingebauten Player, noch von mVideoPlayer - und sei es auch nur ein YouTube-Trailer.

- Bilder -
Es gibt eine schmucke Galerie, mit der man Fotos betrachten kann. Ordner werden als Fotosammlungen dargestellt, dadrunter kann man dann die einzelnen Fotos betrachten, entweder einzeln oder als Slideshow. Also das sieht schick aus, keine Frage!

- Musik -
Es gibt einen (rudimentären) Musikplayer. Abspielen, Wiederholen und Shuffeln - mehr geht da wirklich nicht. Außerdem hat es beim Wechsel von Tracks recht häufig störende laut knackende Geräusche gegeben - als ich das gleiche Album auf meinem iPod (ta-da! Schleichwerbung!) anhörte, waren diese jedenfalls nicht dabei.

- Spielereien -
Zum Testen von Spieletauglichkeit habe ich mal Angry Birds installiert. Interessanterweise ruckelt das Spiel auf dem A10. Aber hauptsächlich im Menü, nicht beim Spiel selbst. Merkwürdig. Ansonsten ist alles gut, die Vöglein fliegen, die Schweine explodieren. Alles okay in diesem Bereich.

- Eingebaute Kamera -
Nicht der Rede wert. Für Skype taugt sie was (Skype erkennt und nutzt sie problemlos), Fotos sind jedoch furchtbar. Außerdem ist das Bild beim Betrachten sich selbst in der Kamera spiegelverkehrt (beim Skype auch). Bei Fotos, die danach rauskommen, ist das Bild dann korrekt. So sieht so ein Foto dann aus.

- Sonstiges von Interesse -
Es gibt zusätzlich noch einige Apps, die vorinstalliert sind (z.B. "Homework" oder "OfficeSuite"). Beim "IM+" sollte man darauf achten, dass man die Option zum automatischen Starten nach dem Reboot wieder deaktiviert.
Ansonsten hat man natürlich die Möglichkeit, allerlei Software aus dem Android-Market herunterzuladen - man ist nur durch den Speicher beschränkt. Apropos Speicher: vom eingebauten Speicher ist zu Beginn schon mal alles mit internen Dateien bis auf 500 MB belegt. Mit einer externen Speicherkarte kann man das Ganze bis hin zu 32 GB noch mal aufbohren. Das wäre auf jeden Fall empfehlenswert, vor allem die Bücher sollte man so schnell wie möglich vom internen Speicher auf die MicroSD-Karte verschieben.

- Stabilität -
Interessant war auch das Verhalten des Readers während des Betriebs. Einige kleinere Bugs traten ja schon beim Lesen auf (Springen auf Seite 1 beim Wechsel der Bildschirmorientierung; Abstürze bei Inhaltsangabe von großen PDFs; PDF-Scrollen mit dem Finger). Aber das heißt nicht, dass abgesehen davon nicht auch noch Verbesserungsbedarf bestünde.
- USB-Verbindung reißt permanent ab. Während ich diesen Bericht schrieb und nebenbei Screenshots machte, hatte ich bestimmt zwanzig Mal den Fall gehabt, dass die USB-Verbindung mit dem A10 abriss und sich sofort wieder einschaltete - was Windows mit seinen Soundeffekten recht deutlich quittierte. Ich muss sagen, wenn ich aus meinem beruflichen Hintergrund (Software-Tester) nicht gegen solche Dinge resistent wäre, hätte ich das Ding längst quer durchs Zimmer geschmissen.
(das Ganze gilt auch für den normalen USB-Betrieb, nicht nur für den USB-Debug-Modus, der zum Erstellen von Screenshots notwendig ist. Jedenfalls hat es 3 Anläufe gedauert, das Testvideo aufs A10 zu kopieren).
- Zweimal hat sich der A10 komplett aufgehängt. Das heißt, es tat sich einfach nichts, weder bei den Steuertasten, noch bei der Power-Taste, und den Reset-Knopf gibt es nicht. Nach einigen Minuten habe ich es mit einem extrem langen Drücken auf den Power-Knopf probiert, und es hat gottseidank neu gestartet.
- Beim Booten ist das Gerät öfter mal beim Pocketbook-Logo hängengeblieben. Erst nach dem erneutem Aus- und Einschalten ging es mit dem Booten weiter.
Mitten während dieses Betatests habe ich dann noch ein Firmwareupdate auf die Version DE1.1.1096 erhalten, die die Android-Versionsnummer auf 2.3.7 erhöhte und einige der aufgetretenen Fehler behob. Allerdings bei weitem nicht alle - insofern bleibt zu hoffen, dass weitere Firmwareupdates das Pocketbook A10 zu einem ähnlichen Glanz verhelfen, der die Modelle 603 und 360 einst so populär machte. An der Lesesoftware ist jedenfalls noch so einiges nachzubessern, die Stabilität könnte ein Stück besser sein. Ich glaube zwar nicht wirklich daran, aber hoffen kann man ja doch noch...

- Finale Bewertung: -
+ Recht solide Verarbeitung
+ Anbindung an den Android Market, was viel Erweiterbarkeit bedeutet
+ Gute Darstellung von EPUBs und PDFs
+ Integration von vielen Wörterbuchern und Text-to-Speech
+ Notizen werden als Text gespeichert

- Schlechte Darstellung von FB2
- Unzureichende Navigation und Sortierung
- Geringe Auswahl an Büchern im Onlineshop
- Schlechte Kamera
- Abstürze
- Abrisse der USB-Verbindung
- Ruckelnde HD-Videos
- Störgeräusche bei MP3-Wiedergabe
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.02.2012 02:38:46 GMT+01:00
Klasse Rezension. Danke!
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