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Kundenrezension

176 von 188 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geburt eines Genres, 19. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Hobbit (Taschenbuch)
Der "Hobbit"-Film rückt näher. Man merkt es wohl: Horden von Neu-Lesern, die vor den Herr-der-Ringe-Filmen noch nie etwas von Tolkien gehört haben, versuchen sich an dessen Erstlingswerk, und sind entsetzt: Da blödeln die Trolle herum, da sprechen die Geldbeutel, da besaufen sich die Elben dumm und dämlich. Meine Güte, das ist ja ein Kinderbuch! Wo ist der Zauber, den die Ernsthaftigkeit des "Herrn der Ringe" auf einen legte?

Die Antwort ist: Der Zauber lässt für den Erwachsenen zunächst auf sich warten. Der "Hobbit" ist ein Kinderbuch, ist als solches konzipiert, wurde von Tolkien für seine eigenen Kinder geschrieben. Entsprechend ist der Anfang dieses Buches kaum mehr als eine interessante Zusammenstellung von Elementen aus den Kinderbüchern, die Tolkien selbst als Kind gelesen hat (Englischkundigen sei hierzu die Lektüre des "Annotated Hobbit" empfohlen). Bis zur Mitte des Buches zieht sich diese Tatsache offenkundig hin. Langsam jedoch übernehmen dem Kinderbuch-Genre fremde Elemente das Ruder. Der Hobbit endet mit blutigem und verlustreichem Krieg und mit Freunden, die sich in bitterer Feindschaft entzweien, aber auch mit Heldentum, der Epik des "Herrn der Ringe" zweifelsohne gleich. Tolkien ist, während er schrieb, sozusagen den Kinderbuchschuhen entwachsen, und entwickelte aus dem Kinderbuch die Fantasy-Literatur.

Gegen das Statement, die Krege-Übersetzung sei "unter Fans die beliebtere", wehre ich mich jedenfalls energisch. Ich werde allerdings auch nicht so pauschal das Gegenteil behaupten. Es ist richtig, dass der Klett-Cotta-Verlag die Original-Zeichnungen von Tolkien verwenden darf, ein nicht zu unterschätzender Vorteil, während der dtv seine Editionen seit Jahrzehnten mit einer Düsterwald-Landkarte veröffentlicht, die ein Zehnjähriger hätte anfertigen können. Über Klaus Ensinkats Illustrationen lässt sich trefflich streiten. Ich mag sie auch nicht, glaube aber durchaus, dass sie einen künstlerischen Wert besitzen, der sich mit Tolkiens damaligen Ideenwelten deckt. Die Übersetzung von Walter Scherf ist allerdings die Akkuratere und Tolkien Seelenverwandtere, gerade dann, wenn es um oben genannte Punkte geht. Scherf zeigt Tolkiens schriftstellerische Genesis in diesem Werk klar; Krege setzt das Genre voraus und interpretiert den Buchanfang dementsprechend um. Das nimmt für mich als Literatur-Magister viel der Faszination. Die Kindereien der ersten Übersetzung muss man als Teil des Originals sehen, und die kriegt natürlich auch Krege nicht ganz ausgemerzt. Für mich soll er das allerdings auch nicht - weshalb in meinem Bücherregal nur noch Walter Scherf steht. Neben den fünf englischen Ausgaben des "Hobbits", versteht sich.

Wer den "Hobbit" nur als "Vorgeschichte zum Herrn der Ringe" lesen möchte, weil das die Faszination ist, die er neu erleben möchte, mag bei Wolfgang Krege besser aufgehoben sein. Wenn Sie Tolkiens schriftstellerischen Werdegang sehen wollen und an einer werkgetreuen Umsetzung interessiert sind, dann bitte Walter Scherf!
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.11.2012 18:58:32 GMT+01:00
supradan meint:
Hallo! Können Sie mir bitte sagen, auf welchen Artikel genau sich Ihre Rezension bezieht, da Amazon ja bekanntlich die Rezensionen vermischt.
Vielen Dank.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2012 19:06:36 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.11.2012 19:07:29 GMT+01:00
Vainamoinen meint:
Die Scherf-Ausgaben sind alle aus dem Deutschen Taschenbuch-Verlag (dtV) und sind mit "Der kleine Hobbit" (statt bei Krege: "Der Hobbit") betitelt. Welches Bild vorne drauf ist, ist eigentlich egal. Es gibt aus offensichtlichem Grund gerade nochmal eine Flut neuer Cover... ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2012 19:37:31 GMT+01:00
supradan meint:
H! OK, danke. Aber wenn ich bei dieser Der kleine Hobbit Ausgabe auf Blick ins Buch gehe, dann bekomme ich einen Comic zu sehen...seltsam, Fehler von Amazon?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2012 19:47:11 GMT+01:00
Vainamoinen meint:
Absolut, ja! Sollte an Amazon gemeldet werden - gezeigt wird der Comic von David Wenzel in einer deutschen Ausgabe aus dem Carlsen Verlag... VOLLSTÄNDIG falsch verlinkt. ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.11.2012 20:09:40 GMT+01:00
supradan meint:
In Ordnung, danke!!

Veröffentlicht am 13.12.2012 13:28:32 GMT+01:00
Christin D meint:
Hallo hallo, ich würde das Buch gerne meinem zehnjährigen Bruder zu Weihnachten schenken.. Ich kenne nur die englische Ausgabe und wollte fragen, ob es in den deutschen Übersetzungen größere sprachliche Unterschiede gibt. Fantasybücher sind mehr oder weniger Neuland für ihn und ich weiß nicht inwiefern das Kinderbuch in den Übersetzungen beibehalten wurde und ob es geeignet ist.. Und welche Übersetzung letztendlich die schönere und verständlichere für ein Kind ist.
Vielen Dank und liebe Grüße!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.12.2012 15:19:33 GMT+01:00
Vainamoinen meint:
Bitte Walter Scherf - also, jede Ausgabe, die "Der kleine Hobbit" statt "Der Hobbit" heißt. Ich bin da sicher voreingenommen, weil es die Übersetzung ist, die ich selbst als Kind gelesen habe - es ist allerdings sicher auch die 'natürlich' ältere Sprache, da die Übersetzung von Scherf erstmals 1957 vorgenommen wurde. In jedem Fall aber bleibt die Scherf-Ausgabe ein Kinderbuch! Da kann der konkurrierende Klett-Cotta Verlag sich noch so sehr das Gegenteil wünschen. ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.12.2012 16:11:38 GMT+01:00
Christin D meint:
Gut, alles klar, dann weiß ich was ich nehme, vielen Dank! :) Und obendrein ist es günstiger. Ob das wohl daran liegt, dass "Der Hobbit" eine ganze Reihe neuer, filmbasierter Buchcover bekommen hat..?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.12.2012 16:20:53 GMT+01:00
Vainamoinen meint:
Das ist nicht unbedingt schlecht. ;)

In der letzten Stunde habe ich - ganz nebenbei - einen englischen "Hobbit" mit einem wunderschönen neuen grau-braun-gelben, stoffgebundenen Hardcover geordert. Ich konnte nicht anders. Ersetzen Sie in meiner Rezension also "fünf" durch "sechs". ;)

Veröffentlicht am 13.02.2013 13:37:03 GMT+01:00
Paul meint:
Ich kann der Rezension in den meisten Punkten zustimmen!! ABER

"werkgetreuen Umsetzung [...], dann bitte Walter Scherf!"

Wenn das wirklich so gemeint ist, hätte ich das gerne erklärt, wenn möglich.

Man sieht ja schon am ersten Satz, dass Scherf NICHT werkgetreu übersetzte, sondern eher eine freie Übersetzung wälte.

Das schlimmste an Scherfs Übersetzung ist, dass sie nicht vollständig ist. Einige Sachen fehlen einfach ! So heißt es z.B. bei Scherf im ersten Kapitel etwa "Dein Großvater wurde von einem Ork in Moria getötet", auf Englisch hingegen heißt es in etwa "your gradfather Thrór was killed by Azog the goblin in Moria". Woran liegt das? Hatte Tolkien die Namen erst im Nachinein hineingefügt, nach Scherfs Übersetzung? Dann wäre Scherfs Übersetzung quasi die Übersetzung von Tolkiens Originaltext. Meinten Sie das mit "wekgetreu"?? Wer dazu näheres weiß, kann mich gerne aufklären. :)

Fakt ist: Im Kleinen Hobbit von Scherf, der übrigens schon vom Titel her nicht sehr wergetreu ist, fehlen mir einfach die Namen! Wollte Scherf das Buch kürzen, oder war es ursprünglich kürzer? Jedenfalls würde ich es genau aus diesem Grund heute keinem empfehlen! Wenn man Scherf gelesen hat, und sich dann den Film ansieht, hat man ja gar keine Ahung, dass die ganzen Namen Tolkiens Erfindungen sind; ich hab ernsthaft schon Kommentare gelesen, wo Leute Peter Jackson vorwerfen, Azog, angefangen beim Namen, erfunden zu haben - unwissend, dass dieser im Hobbit vorkommt, aber halt nicht in Scherfs Übersetzung. Das war nur ein Beispiel.
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